vom 29.11.2021

Zum Tode von Erich Nießen

"Den Menschen zugewandt"

Siegburg. Im Alter von 86 Jahren ist Erich Nießen gestorben, eines der bekanntesten kommunalpolitischen Gesichter der letzten Jahrzehnte. Der Vermessungstechniker saß von 1975 bis 2009 und 2013/14 für die CDU im Siegburger Stadtrat. Eine Zeit, in der Bauprojekte wie das Museum, der Bahnhof oder das S-Carré umgesetzt wurden. An den Vorbereitungen nahm er regen Anteil. 40 Jahre arbeitete er im Planungsausschuss mit, erst am 31. Oktober 2020 endete sein Mandat als sachkundiger Bürger. Bis zuletzt gehörte er in dieser Funktion dem Mobilitätsausschuss an. 

Nießen vertrat den Angestellten- und Arbeiterflügel der CDU, war lange Jahre Vorsitzender der CDA, der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft. Ebenso wählte man ihn an die Spitze des VdK-Kreisverbands. Der Verstorbene war bekannt und parteiübergreifend geachtet wegen seines Engagements für diejenigen, die Unterstützung dringend benötigten. Dem Schwergeschädigten oder der Seniorin mit schmaler Rente lieh er sein Ohr. Sie riefen ihn an, wenn der Schuh drückte. Auch abends um halb elf. Eine Viertelstunde später legte Nießen auf - um eine andere Nummer zu wählen und mit der Problemlösung zu beginnen.  

Er selbst attestierte sich bei der Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland im Mai 2013 einen "Hang zum Helfen". Er verwies auf seine Herkunft. Sein Vater schob als Wachmann Zwölfstundenschichten, die Mutter ging waschen und putzen. Er erlebte den Weltkrieg hautnah, suchte mit der Mutter und den Brüdern in den Stollen im Michaelsberg Zuflucht vor Granatbeschuss und Bombenangriffen. Die Mutter flüchtete schließlich aus dem unwirtlichen Asyl, nahm die Kinder mit zurück in die zerstörte Frankfurter Straße, wollte "lieber daheim als im Tunnel" sterben. 

Ein neues Feld betrat Nießen als zweiter stellvertretender Bürgermeister in den Jahren 2004 bis 2009. Die repräsentativen Termine führten ihn nicht nur in die Vereine, zu Bürgergemeinschaften und zur Feuerwehr. Er lernte die Siegburger Kultur kennen: "Ich habe mich unter den Kreativen immer sehr wohl gefühlt."

Nießen verstarb in der Nacht zu Samstag. Bürgermeister Stefan Rosemann würdigte sein Wirken für die Kreisstadt: "Erich Nießen hat sich über eine Spanne von fast einem halben Jahrhundert für die Belange der Siegburgerinnen und Siegburger eingesetzt, als Entscheidungsträger maßgebliche Entwicklungen vorangetrieben. Ich habe ihn als verlässlich und freundlich erlebt, immer den Menschen zugewandt. Er wird der Stadtgesellschaft fehlen."

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