vom 15.07.2021

Apokalypse im Westen des Kreises

Siegburger Feuerwehr im gefluteten Rheinbach

Siegburg. Im Vergleich zum Hochwasser-Hotspot Hagen, in dem noch immer katastrophale Zustände herrschen, ist Siegburg beim gestrigen Unwetter glimpflich davongekommen. An der nächsten Wetterstation am Köln/Bonner Flughafen konnte zwischen 6 und 22 Uhr eine Niederschlagsmenge von knapp 90 l/m² gemessen werden.
Die Feuerwehr Siegburg wurde zu drei kleineren Einsätzen mit vollgelaufenen Kellern in Brückberg und der Innenstadt gerufen. In der Straße "An der Aggerbrücke" wurden zwei Bewohner inklusive ihrer beiden Hunde vor den schnell steigenden Fluten der Agger in Sicherheit gebracht. Zwei Flüssiggastanks wurden gesichert. Ein Gehege mit 40 Hühnern konnte aufgrund des Eigenschutzes nicht geräumt werden. In der Nacht wurden sensible Punkte wie Siegwehr, Mühlengraben / Amtsgericht, Mühlengraben / Lüghausengelände und die Aggerbrücke immer wieder kontrolliert. 
Der gesamte Löschzug Ost, sechs Strömungsretter, der Gerätewagen und ein Wechselladerfahrzeug mit Beaver-Dämmen wurden zur Hilfeleistung nach Rheinbach entsandt. Verletzte Einsatzkräfte sind nicht zu verzeichnen. Foto (Klaus Ridder): Hochwasser an der Sieg

Gegen 20 Uhr trafen die Siegburger Feuerwehrleute im Hochwasserepizentrum des Rhein-Sieg-Kreises ein. In Rheinbach und seiner Richtung Eifel gelegenen Höhenorte herrschten apokalyptische Verhältnisse. Aus der Kreisstadt wurden ein Löschzug, die Strömungsretter sowie das Beaver-Damm-System und der Gerätewagen Rüst entsendet. Das Wasser stand bis zu 1,50 Meter in den Straßen. Eine lebensgefährliche Situation.

 

Fünf Personen vom Boot in Sicherheit gebracht - Dank Siegburger Strömungsrettern

Siegburgs Feuerwehrchef Torsten Becker war an vorderster Front dabei, schreibt uns: "Der Siegburger Löschzug Ost wurde als 'Soforthilfe Wasser' mit 25 Einsatzkräften nach Rheinbach entsandt. Weiterhin bin ich mit zehn Strömungsrettern zur Menschenrettung ebenfalls zur Hilfe nach Rheinbach geeilt. In Rheinbach wurden über 1.800 Einsätze bis in die Morgenstunden gezählt, in Swisttal waren es 780."

Die Siegburger Strömungsretter haben in Rheinbach-Niederdrees zusammen mit der DLRG von fünf Booten acht Menschen in Sicherheit gebracht. Der Löschzug Ost arbeitete verschiedene Hochwassereinsätze in der Stadt Rheinbach ab. 
Becker, mittlerweile im Stab in Düsseldorf, fügt hinzu: "An eine normale Evakuierung war bei den Wassermassen auf den Straßen nicht zu denken."

 

32 Siegburger waren 13 Stunden im Einsatz - DANKE!

Der sogenannte Beaver Damm aus Siegburg und Eitorf schützt Oberdrees und Niederdrees, da an der Steinbachtalsperre ein Überlaufen und sogar ein Dammbruch nicht ausgeschlossen war. Feuerwehrmann Daniel Winterscheidt, der heute für seinen nun nach Düsseldorf geeilten Chef auf der Siegburger Wache die Stellung hält, resümiert: "Im dreizehnstündigen Einsatz waren 32 Mitglieder der Feuerwehr Siegburg. Die Aufräumarbeiten in den Gerätehäusern dauern noch an." siegburgaktuell denkt an die Betroffenen in Rheinbach und Swisttal und sagt DANKE!

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