vom 28.11.2020

Kein Job für ungeduldige Menschen

Steinmetz Dahmen ist Geburtshelfer des Mittelaltermarkts

Siegburg. Der Klang eines auf die Meißel schlagenden Hammers gehört wie der Duft von Holzfeuer und der Klang der Schalmei zur Vorweihnachtszeit in Siegburg. Verantwortlich dafür ist Steinmetz Harald Dahmen, der sein Atelier 20 Minuten südlich der A1-Ausfahrt "Wildeshausen Nord" im niedersächsischen Colnrade betreibt.

Seit 30 Jahren - und damit wäre es in diesem Jahr genau ein halbes Leben gewesen - kommt Dahmen jeden Dezember nach Siegburg. "Das Volk gibt sich dort offen und kontaktfreudig", schwärmt er von der Kreisstadt, erzählt von Freundschaften, die in drei Jahrzehnten entstanden sind. Damit ist der Künstler ein "Kind der ersten Stunde" des Mittelalterlichen Markts zur Weihnachtszeit. Aber nicht nur - er ist auch "Geburtshelfer".

Nach seiner dreijährigen Ausbildung in Süddeutschland begab sich Dahmen - Motto: "Steinmetzhandwerk ist ehrbar und fein, schon Gottes Gesetz schuf man in Stein" - 1984 auf Wanderschaft durch Deutschland. Dabei lernte er andere Handwerker kennen. Gemeinsam suchten sie eine Möglichkeit, sich in einer bislang unbekannten Art darzustellen. So entstand die Idee eines Mittelaltermarkts, wo neben der Präsentation der Gewerke Krämer ihre Waren feilbieten, Gaukler und Musiker für Kurzweil sorgen.

Schulklassen machen bei ihm Halt, erhalten eine kleine Einführung in die Gesteinskunde, dürfen erste Erfahrungen im Klopfen von Steinen sammeln. Auf Wunsch fertigt Dahmen Auftragsarbeiten an. Dann kann man ihn an seinem Stand beobachten, wie er den Rohling, meist Sandstein, nach und nach in eine Skulptur verwandelt. Nichts für ungeduldige Menschen. "Das braucht Zeit und Geduld!" Das Foto machte Dilan Kaschanfallah.

Steinbildhauer Harald Dahmen