Michaelsberg
© Kreisstadt Siegburg

siegburgkulturell 25.10.2026

Silja Schüler
© Kreisstadt Siegburg
Schülers Werkstatt am Holztor

Keramikerin vermittelt Siegburger Urhandwerk

Siegburg. Wenn Sie einen Ofen besitzen und es Sie in der Urlaubszeit nicht ans Mittelmeer oder auf die Kanaren verschlagen hat, werden Sie abends dasselbe tun wie Silja Schüler. Ordentlich anheizen. Mit dem kleinen Unterscheid, dass Sie nicht Dutzende E-Mails mit dem Betreff "Schälchen fertig. Bitte abholen!" schreiben.

Seit einem halben Jahr hat das Siegburger Urhandwerk eine neue Adresse: die Holzgasse 52, nahe dem einstigen Holztor. Hier empfängt die Keramikerin Menschen verschiedenen Alters und unterschiedlicher Kenntnisstufen zum Formen, Drehen und Modellieren des Tons, den sie aus dem Westerwald herbeischafft. 

Die Menge der Gefäße im Regal deuten darauf hin, wie viel vor den Ferien los war: "Das muss alles noch gebrannt werden." Schülers "Drehpunkt" will vor allem eins sein: Ein Ort der Handarbeit, der meditative Muße abseits von digitaler Dauerbeschäftigung und erdrückender Zeitnot verspricht. Jeder und jede kann kommen, das Angebot ist niederschwellig - was man vom arg ramponierten Holzgassenpflaster vor ihrer Tür nicht behaupten kann. "Wird zum Glück bald saniert", grinst sie uns lässt sich von der kommenden Großbaustelle die Laune nicht verderben. Was gib es Schöneres als das konzentrierte Werkeln des Vater-Sohn-Gespanns an den schnittigen Rundungen eines Spielzeugautos? Oder die Extravaganz einer Dame, die sich in den Kopf gesetzt hat, einen Stopfen für ihren Schirmständer nach der Art einer Milchkuh zu kreieren? 

Schüler, Mutter von fünf Söhnen und Leiterin des Kindertöpferns im Stadtmuseum, legt Wert auf die Tatsache, dass die Arbeit mit dem, was uns der Boden gibt, zwar die Hände fordert, der Kopf dabei aber niemals ausgeschaltet ist. "Geometrie und mehrdimensionales Denken, dazu Chemie und Physik - das ist eine Rundumbildung." 

Die Wege, die zu ihr führen, sind mannigfach. Die einen lassen sich vom Do-it-Yourself-Hype auf Social Media leiten. Die anderen haben sich bei der Volkshochschule Bonn angemeldet und kommen kursweise über den Rhein. Den Kontakt zur Bonner VHS bahnte sie auf dem Keramikmarkt an. Eine Armee an Siegburger Schnellen bildet das sehenswerte Resultat der Kooperation.

Online buchbar sind Einheiten an der Drehscheine oder der Platz beim Late-Night-Töpfern.  Das weibliche Geschlecht ist fast immer in der Überzahl, die Waage darf laut Schüler ruhig ein wenig mehr ins Gleichgewicht geraten. Männer vor! 

Sie suchen nach einer ausgefallenen Aktion für ihre Weihnachtsfeier im Kollegenkreis, bevor es auf den Mittelaltermarkt oder ins Restaurant geht? Hier klicken und anmelden. Foto: Keramikerin Silja Schüler lernte ihr Handwerk einst in der Töpferei am Kirchplatz, jetzt ist sie es, die Wissen weitergibt. Im Hintergrund die gesammelten Werke der von ihr Angeleiteten. Nach den Herbstferien geht ihr Programm weiter.

Achim Zeman
© Achim Zeman
Achim Zeman: "Space and Perception"

Die nächste Ausstellung im Stadtmuseum

Siegburg. Kunst braucht Raum. Zuweilen zieht sie sich an Wände zurück, wartend darauf, dass man sie betrachte. Zuweilen steht sie im Raum, damit man sie umrunde und aus verschiedenen Perspektiven erlebe. Dann aber gibt es noch jene Kunst, bei der der Raum selbst Teil des Werks wird. Kunst, die mit dem Raum spielt, ihn verändert, die zu einer Intervention des Raums wird. Ein Vertreter dieser Kunst ist der Maler und Installationskünstler Achim Zeman.

Seit über drei Jahrzehnten untersucht Zeman, wie Raum wahrgenommen, geöffnet und verändert werden kann. Seine Arbeiten überschreiten die Grenze zwischen Bild und Architektur und verwandeln Orte in pulsierende Wahrnehmungsfelder. Schichtungen, Verschiebungen und transparente Ebenen erzeugen räumliche Tiefen, die sich beim Bewegen verändern und Orientierung ins Fließen bringen.

Zemans Umgang mit dem Raum verunsichert. Das Gefühl vom Raum wird irritiert, die Orientierung infrage gestellt. Bei Zeman ist der Raum kein verlässlicher Ort mehr. Er schleift damit in seinem Werk eine weitere Gewissheit in diesen von Gewissheitsverlust geprägten Zeiten. Den Raum. Verunsicherung aber wirkt bei Zeman nicht verstörend, sondern eröffnend. Sie zeigt die inspirierende Kraft der Irritation und bringt so auch etwas Optimismus in die verunsicherte Gegenwart.

Die Ausstellung im Stadtmuseum läuft von Sonntag, 15. November (Eröffnung um 11.30 Uhr), bis Sonntag, 7. März 2027.

Alexandra Bliesener
© Alexandra Bliesener
Sixart stellt im Denkraum aus

Vertrautes mit neuen Augen sehen 

Siegburg. Ab Dienstag, 3. November, präsentiert die Künstlergruppe Sixart im Denkraum, Haufeld 2A, eine Auswahl ihrer Arbeiten. Diese stehen unter dem Leitgedanken "Vertrautes mit neuen Augen sehen“. Den Auftakt bildet eine feierliche Vernissage, bei der Interessierte von 18 bis 20 Uhr die Gelegenheit haben, die Ausstellenden persönlich kennenzulernen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Sixart sind:
Alexandra Bliesener aus Troisdorf. Bei ihr ziehen viele elegante Details aus Blattgold den Blick des Betrachters in die lebendigen Bildstrukturen hinein. Ihre abstrakten Werke - unser Foto zeigt einen Ausschnitt aus einem - sind eine mutige Kombination von Materialien und Farben. 
Jörg Leif aus Siegburg entdeckte früh seine Leidenschaft für die Fotografie, aus der sich seine künstlerischen Arbeiten entwickelten. Sie entfalten nicht nur auf dem Bildschirm, sondern auch in gedruckter Form an den Wänden eine erstaunliche Wirkung. 
Salvatore Oliverio aus Altenkirchen. Seine Menschenformen berühren uns, weil wir uns in ihnen selbst erkennen. In ihren Haltungen, ihrer Präsenz und ihrer stillen Ausdruckskraft spiegeln sich Erfahrungen, Gefühle und Begegnungen wider. 
Elmar Schuck aus Siegburg. Er zeigt Keramiken, die aus Tonerde modelliert und aufwendig mit Glasurfarbe bemalt sind. "Sie zeigen", so der Künstler, "organische Strukturen, Muster und Formen, eine natürliche Verspieltheit, aber auch eine simple Funktionalität. Wild, frei, lebendig. Es fließt!"
Lukas Gabriel Szysler aus Windeck verarbeitet Kleidung und verbindet moderne Streetwear-Ästhetik mit der japanischen Tradition des Boro. Jedes Kleidungsstück wird zu einer experimentellen Collage aus Fragmenten. Flächen, sichtbare Reparaturen, aufgenähte Stoffschichten, Bestickungen und Verfärbungen erzählen von (Ab-)Nutzung, Zeit und Wiedergeburt.
Zonia Szysler aus Windeck bevorzugt das Malen mit Ölfarben. Beruflich hat sie mit Kindern zu tun, für sie eine unerschöpfliche Inspirationsquelle. Mit einem einzigartigen Stil fängt sie Gesichter und Körper von Mädchen und Jungen ein, die sie mit leuchtenden Farben zum Leben erweckt. In den letzten Monaten sind auch prominente Personen hinzugekommen. 

Ergänzt wird die Schau durch Werke von Sevda Koch. Seit mehr als vier Jahrzehnten widmet sich die Gastausstellerin der Malerei und dem künstlerischen Experiment. In ihren Arbeiten verwendet sie eine außergewöhnliche Vielfalt an Materialien und Pigmenten: von Schuhcreme, Walnussschalen, Ruß und Kohle über Gewürze, Sand, Erde, Beton und Sumpfkalk bis hin zu hochwertigen Pigmenten und Acrylfarben. Besonders reizvoll ist für sie derzeit die Integration gefundener Objekte, die ihren Werken zusätzliche Ebenen von Geschichte, Materialität und Ausdruck verleihen.

Kuratiert wird die Ausstellung, die nach vorheriger Terminvereinbarung +49 1722532720 bis Samstag, 30. Januar 2027 besucht werden kann, von der Galerie Luzia Sassen.

Qvierflöten Preisträgerehrung
© Engelbert-Humperdinck-Musikschule Siegburg
Von Bağlama bis Klarinette

Anmeldephase für Jugend musiziert 2027 läuft 

Siegburg. Die Bağlama, oft auch Saz genannt, ist ein Saiteninstrument, eher der Laute als der Gitarre ähnlich, die vor allem in der türkischen und kurdischen, aber auch in der iranischen und afghanischen Musik eine große Rolle spielt. Im klassischen Sinfonieorchester ist sie also eher nicht anzutreffen. Ebenso wenig wie das Hackbrett, von feinsinnigeren Geistern Zymbal genannt, dessen Saiten mit Schlägeln angeschlagen werden. Was aber haben beide gemeinsam, außer dass sie keine Orchesterinstrumente sind? Beide gehören zu den Schwerpunktinstrumenten der 64. Runde des renommierten Wettbewerbs "Jugend musiziert" 2027.  

Ebenfalls Solowertungen gibt es unter anderem für Blasinstrumente (wie Querflöte, Klarinette, Trompete oder Horn), Zupfinstrumente (Gitarre, Mandoline), Musical oder Orgel. In der Ensemblewertung können sich Duos aus Klavier und einem Streichinstrument, Klavier vier- bis achthändig, Schlagzeug-Ensembles, Pop-Bands sowie Teilnehmende in der Kategorie Jumu open präsentieren. Der Wettbewerb wird damit zu einem Querschnitt durch weite Teile der Musikkultur und ihrer Genres. 

Der Regionalwettbewerb für den Rhein-Sieg-Kreis wird am Wochenende 16. und 17. Januar 2027 in Siegburg und St. Augustin ausgetragen. Geleitet wird das musikalische Event vor Ort vom Siegburger Musikschulleiter und Regionalausschuss-Vorsitzenden Hans-Peter Herkenhöhner. Für die Nachwuchsmusikerinnen und -musiker aus der Region ist dies die erste wichtige Stufe, um sich für die darauffolgenden Landeswettbewerbe zu qualifizieren. Ein besonderes Highlight wartet auf alle, die es bis ganz nach oben schaffen: Der Bundeswettbewerb findet vom 13. bis 19. Mai 2027 zum allerersten Mal direkt vor der Haustür, in Bonn, statt.

Noch bis Sonntag, 15. November, können sich musikbegeisterte Kinder und Jugendliche aus dem gesamten Rhein-Sieg-Kreis für die kommende regionale Wettbewerbsrunde anmelden. Teilnahmeberechtigt ist, wer keine musikalische Berufsausbildung absolviert. Die Anmeldung erfolgt vollständig digital. Unterstützt wird der Regionalwettbewerb traditionell von der Kreissparkasse Köln. Weiterführende Informationen zur Ausschreibung, den genauen Altersgruppen und der Registrierung finden sich unter www.jugend-musiziert.org.

Foto: Eva Günther, Lena Horstmann, Micha Lenz, Matilde Harthmann bilden die  Qvierflöten der Engelbert-Humperdinck Musikschule. Das Ensemble feierte Erfolge beim diesjährigen Landeswettbewerb von "Jugend musiziert".

Pooya Mirzaee
© H-J Polzin
Der Gitarrist Pooya Mirzaee

Meister des kleinen Orchesters

Siegburg. "An der Gitarre fasziniert mich, dass man mit verschiedenen Techniken und Anschlägen so viele unterschiedliche Klangfarben erzeugen kann", sagt Pooya Mirzaee, Lehrer für klassische Gitarre an der Engelbert-Humperdinck-Musikschule. Andrés Segovia, der berühmte spanische Gitarrist, habe einmal gesagt, die Gitarre sei ein kleines Orchester. Mit 13 Jahren begann der im iranischen Shahin Shahr geborene Mirzaee, Gitarre zu spielen und entwickelte schnell eine große Leidenschaft für die Musik. 

Wie aber kommt man im Iran auf klassische Gitarre? Auf klassische europäische Musik überhaupt? Was viele sicher nicht wissen: "Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die europäische klassische Musik im Iran immer beliebter", so Mirzaee. "Es entstanden Sinfonieorchester und Opern. Sie spielten neben der traditionellen iranischen Musik eine wichtige Rolle. Leider sind heute wegen der fehlenden staatlichen Unterstützung nicht nur die klassische Musik, sondern auch die Musik allgemein stark geschwächt." Sicher eine eher diplomatische Formulierung.

Unterricht bekam Mirzaee im Iran unter anderem von Lily Afshar, die nicht nur die weltweit erste Frau mit einem Doktortitel in klassischer Gitarre war, sondern die auch viel zur Popularität der Gitarre im Iran beigetragen hat. Neben seiner musikalischen Ausbildung studierte er zunächst auch Computer Engineering. Die wachsende Begeisterung für die klassische Gitarre und nicht zuletzt seine Erfolge bei Wettbewerben brachten Mirzaee dazu, sich ganz der Musik zu widmen.

Mirzaee zog nach Deutschland, bis heute ein Gravitationszentrum der klassischen Musik. Derzeit studiert er klassische Gitarre im Bachelorstudiengang an der Kölner Hochschule für Musik und Tanz bei Prof. Hans-Werner Huppertz. Er besucht Meisterkurse bei bekannten Gitarristen wie Pavel Steidl, Zoran Dukić, Aniello Desiderio und Jorge Caballero und tritt regelmäßig bei Konzerten und musikalischen Veranstaltungen auf, unter anderem im Rahmen der jährlichen Verleihung des Internationalen Karlspreises in Aachen. In diesem Jahr wurde Mirzaee als einer von sechs Finalisten des Uppsala International Guitar Festival in Schweden ausgewählt. 

Ob er in seinen Konzerten klassisches Repertoire mit persischer Musik verbinde? "Bis jetzt noch nicht", antwortet Mirzaee, "aber ich habe es für die Zukunft geplant. Ich möchte zum Beispiel das iranische Lied 'Gol-e Sangam' nehmen und daraus ein Variationsstück für Gitarre machen." Dies dürfte in Mirzaees Konzerten noch mehr Farben aus dem reichen Klangrepertoire des "kleinen Orchesters" Gitarre bedeuten. Man darf gespannt sein!

Siegburger Vocalisten
© Siegburger Vocalisten
Die Entdeckung der Entdeckung

Humperdincks Weihnachtswiegenlied

Siegburg. Es gibt Entdeckungen, die sind keine, und es gibt Entdeckungen, die sind welche. Franz Beckenbauer war zum Beispiel keine. Jedenfalls als Sänger ("Gute Freunde kann niemand trennen", zum Glück konnte der Mann auch Ball spielen). Immerhin aber verbindet man mit ihm das berühmte Zitat: "Ist denn heut schon Weihnachten?" Antwort: Nein. Und damit sind wir bei einem anderen Weltstar: Engelbert Humperdinck.

Wie berichtet, hat die Musikwerkstatt ein bislang unbekanntes Chorwerk von Humperdinck entdeckt. Die Entdeckung machte eine Runde durch prominente Feuilletons, inklusive Interviews mit Entdecker und Musikwerkstattleiter Christian Ubber in WDR und Deutschlandfunk. Es ging um einen bislang unbekannten Humperdinck-Männerchorsatz und so entdeckten inzwischen auch Chöre unter anderem aus Neunkirchen, Köln und Laupheim in Baden-Württemberg die Entdeckung und forderten prompt die Noten an. Titel des Werks: "Weihnachtswiegenlied". 

Wie gut also, dass heut noch nicht Weihnachten ist. So haben die Chöre genügend Zeit, das zwar kurze, aber sehr anspruchsvolle Stück zu proben, um es in ihre Weihnachtskonzerte einzubauen. Aus gegebenem Anlass hier noch einmal der Link zu den Chornoten. Wer schon einmal hineinhören möchte, hier das Uraufführungsvideo durch die Siegburger Vocalisten unter Leitung von Hans-Theo Schneider.

Leisepark Führung
© Kreisstadt Siegburg
Totensonntag im Leisepark

Stadtführer erklärt den neuen Alten Friedhof

Siegburg. Wenn eine Leserinnenzuschrift an die Redaktion mit der Formel "Mehr möchte ich nicht schreiben" schließt, ist der vorangegangene Brief-Inhalt positiv oder negativ? Ersteres! 

Über den in einen Leisepark verwandelten Alten Friedhof, der sich nach der Neueröffnung (Foto) als landschaftsarchitektonisch ansprechender Quartierstreffpunkt präsentiert, freut sich Marianne Beckschulte. Vor mehr als einem Jahrzehnt gehörte sie dem Arbeitskreis innerhalb des Geschichtsvereins an, der sich um die verwitterten Gräber und Grünanlagen kümmerte. Nun sah sie voll Freude, wie die Stadt den Friedhof in Wert setzte: "Lobenswert. Liebenswert. Lebenswert. DANKE!"

Stadtführer Bertrand Stern war vor genau 14 Jahren an der Seite von Beckschulte im Helferteam aktiv. Er lädt am 22. November, das ist der Totensonntag, zur öffentlichen Führung über die Sehens- und Erlebenswürdigkeit ein. "Selbstverständlich werde ich neben dem Alten, das stadtgeschichtlich relevant ist, auch auf das Neue und Originelle hinweisen, das der Leisepark nun bietet." Start um 14 Uhr am Eingang Johannesstraße, die Kosten betragen sechs und ermäßigt drei Euro. Anmeldung unter +49 2241 53848 oder bs@bertrandstern.de.

Gemeinsam in der Bibliothek
Orte der Begegnung

Aktionsmonat "Gemeinsam in der Bibliothek"

Siegburg. Einsamkeit ist eine Plage, die sich seit vielen Jahren in der Gesellschaft ausbreitet. Auch die Stadt Siegburg entwickelt Strategien, wie der Vereinsamung in der Gesellschaft entgegengewirkt werden kann. Im bundesweiten Aktionsmonat des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und des Deutschen Bibliotheksverbands "Gemeinsam in der Bibliothek" stellt sich nun die Stadtbibliothek als Ort vor, der Einsamkeit überwinden hilft und Menschen zusammenbringt.

Mit Bibliotheken gibt es Orte, die Tag für Tag Angebote für Begegnung bereitstellen und die soziale Teilhabe stärken. Man kann immer wieder dorthin gehen, Menschen treffen, Gespräche führen und dazugehören - und das alles ohne Konsumzwang. Auch das Team der Stadtbibliothek Siegburg möchte dazu ermutigen, mit anderen Menschen in den Austausch zu kommen, das Miteinander zu stärken und über Einsamkeit zu sprechen und bietet dazu bietet verschiedene Formate an. Im Aktionsmonat November stehen unter anderem ein Häkeltreff, Silent Reading, die "Spielezeit", ein Puzzletisch sowie eine Gedankenwand und eine Mitmachaktion zum Thema "Gemeinsam in der Bibliothek" auf dem Programm. 

Wie erlebe ich Zusammenhalt in der Bibliothek? Wie fühlt sich Gemeinschaft für mich an? Was macht meine Bibliothek zu einem Ort der Gemeinschaft? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der Mitmachaktion. Ob Groß oder Klein, Stammgast oder spontaner Besuch: Alle sind willkommen, Gedanken, Ideen oder Bilder zu diesen Fragen einzubringen. Ein kurzer Gedanke auf einem Notizzettel, ein Gedicht oder eine Kurzgeschichte, gemalte Bilder, Zeichnungen, Fotografien oder Collagen - der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt! Die Beiträge können in der Stadtbibliothek abgeben und damit Teil einer größeren Ausstellung werden, die später in der Bibliothek zu sehen sein wird. Auch eine Verbreitung über Social-Media-Kanäle ist möglich. Seitens der Bibliothek gibt es nur eine Bitte: Ein Beitrag sollte gefaltet in einen DIN A4-Umschlag passen, damit er vor Ort einfach und platzsparend aufbewahrt werden kann!

Darüber hinaus können die Teilnehmenden an einer bundesweiten Verlosung teilnehmen. Unter dem Betreff "Mitmachaktion" können die Beiträge per E-Mail an allianz.gegen.einsamkeit@fischerappelt.de gesendet werden. Ein gut erkennbares Foto des Werks reicht aus. Unter allen Einsendungen werden E-Book-Reader sowie mehrere Büchergutscheine verlost. 

Trio Alterna
© Trio Alterna
Kulturhighlights im November (Auswahl)

Dienstag, 6. November, 19.30 Uhr, Stadtmuseum, Markt 46
Trio Alterna (Foto)
Werke für Klaviertrio von Franz Liszt, Siegfried Wagner, Clara Schumann, Johannes Brahms und Engelbert Humperdinck.

Dienstag und Mittwoch, 6./7. November, Stadtmuseum, Markt 46
Symposium Engelbert Humperdinck - Der Lehrer und seine Schülerschaft 
Wissenschaftliches Symposium der Musikwerkstatt Engelbert Humperdinck Siegburg.

Donnerstag, 12. November, 19 Uhr, VHS-Studienhaus, Humperdinckstraße 27:
Comedreams
Comedy Open Mic mit Mohamed El Boujaddaini.

Samstag, 14. November, 19.30 Uhr, Stadtmuseum, Markt 46
Roberto Moya: "Suite und Variationen für Gitarre Solo"
In Buenos Aires geboren und in Alicante klassisch ausgebildet, verbindet Moya technische Präzision mit musikalischer Leidenschaft. Auf dem Programm stehen diesmal Werke von Johann Sebastian Bach, Fernando Sor und Isaac Albéniz sowie Kompositionen von Heitor Villa-Lobos und Oscar Rosati, die von der rhythmischen Vielfalt Südamerikas geprägt sind. Eigene Werke Roberto Moyas ergänzen das Programm um persönliche musikalische Akzente.

Mittwoch, 18. November, 19.30 Uhr, Stadtmuseum, Markt 46
Die Philosophische Stunde
"Zeitenläufe - Wohin bewegt sich unsere Welt? Eine philosophische Gesamtschau" lautet das Thema der 25. Philosophischen Stunde mit Prof. Martin Booms.

Freitag, 20. November, bis Dienstag, 22. Dezember, Markt
Mittelalterlicher Markt zur Weihnachtszeit 
Zur Adventszeit verwandelt sich der Markt in eine faszinierende Welt längst vergangener Zeiten.

Freitag, 27. November, 19.30 Uhr, Stadtmuseum, Markt 46
Robert Griess: "Natürliche Intelligenz - letzter Versuch!" 
In seinem aktuellen Programm mobilisiert der Kölner Satiriker noch einmal alle Reserven der natürlichen Intelligenz und zieht ebenso unterhaltsam wie abwechslungsreich Bilanz.

Stadtnachrichten online
Videos und Infos

Stadtnachrichten online

Videos, Bilder, Informationen, oftmals direkt vom Ort des Geschehens: Wer die städtische Facebookseite Kreisstadt Siegburg oder den Instagram-Account kreisstadt_siegburg liked, der ist quasi mittendrin. Mehr zu spannenden Ausflugszielen und Freizeittipps für Klein und Groß erfahren Sie auf dem Instagram-Account visit.siegburg der Tourist Information.

Ihre Stimme zählt! Unter mitmachen.siegburg.de laden wir Sie herzlich ein, sich mit der Stadtverwaltung über anstehende Themen in Siegburg auszutauschen, Ihr Wissen und Ideen einzubringen oder an Umfragen und Beteiligungen teilzunehmen. Der Vorteil: Eine einmalige Registrierung reicht aus, um bei sämtlichen Projekten mitzumachen.

Aquaristik-Börse
© Nymphaea Siegburg e.V.
Heute und morgen in Siegburg

Sonntag, 25. Oktober 2026

ganztägig, Kulturkiosk, Markt:
GEDOK Bonn: "Stark - Ein Fest für die Kunst" (bis Sonntag, 1. November)
10 bis 18 Uhr, Stadtmuseum, Markt 46:
GEDOK Bonn: "Stark - Ein Fest für die Kunst" (bis Samstag, 31. Oktober)
Anno-Gymnasium: "Lemas-Geschichte(n)" (bis Sonntag, 29. November)
11 bis 14.30 Uhr, Brauhaus „Zum roten Löwen“, Holzgasse 37-39
Jazzfrühschoppen mit Still Funky
11 bis 15 Uhr, Heinz-Böttner-Haus, Wahnbachtalstraße 350:

Aquaristik-Börse (Foto)
14 bis 17 Uhr, Café T.O.D., Nordfriedhof:
Das Café hat geöffnet

Montag, 26. Oktober 2026

ganztägig, Kulturkiosk, Markt:
GEDOK Bonn: "Stark - Ein Fest für die Kunst" (bis Sonntag, 1. November)
10 bis 12 Uhr, St. Elisabeth, Chemie-Faser-Allee 2:
Lotsenpunkt Siegburg
14 bis 16 Uhr, Gemeinschaftsgarten, Cecilien-/Wellenstraße:
Der Gemeinschaftsgarten hat für Besucher geöffnet

Kinoprogramm
© Richard Thieler
Heute im Kino

Das aktuelle Kinoprogramm entnehmen Sie bitte den Webseiten von

Capitol, Augustastr. 20, Tel.: +49 2241 62288, https://www.capitol-siegburg.de und
Cineplex, Europaplatz 1, Tel.: +49 2241 958080, https://www.cineplex.de.

Der Tag heute

Sonntag, 25. Oktober, der 298. Tag in 2026

Wetter: Uhr zurückgestellt? Ab heute gilt Winterzeit. Passt - beim Blick aus dem Fenster sieht man wenig sommerliches.

Sonnenuntergang heute: 17.11 Uhr
Sonnenaufgang morgen:
7.13 Uhr
Mondaufgang heute: 16.32 Uhr
Monduntergang morgen: 7.43 Uhr

Heilige und Namenstag

Ludwig (von Arnstein, geboren 1109, errichtete auf seiner Burg an der Lahn ein Prämonstratenser-Stift, in das er selbst 1139 als Laienbruder eintrat, gründete mehrere Prämonstratenserinnenklöster, starb 1185 in Gommersheim und wurde in Arnstein beigesetzt), auch: Lutz, Luise, Lewis, Louis, Luigi, Lulu, Vico, Viki. 

Picassoparken Halmstad
© Björn Langer
Geburtstage

Karl Freiherr vom und zum Stein (1757-1831), preußischer Reformer; Johann Strauß (Sohn, 1825-1899), österreichischer Komponist ("An der schönen blauen Donau", "Wiener Blut", "Zigeunerbaron"); Georges Bizet (1838-1875), französischer Komponist ("Carmen"); Pablo Picasso (1881-1973), spanischer Maler und Bildhauer; Foto: Der 15 Meter hohe "Kvinnohuvud" ("Frauenkopf") im schwedischen Halmstad stellt Jacqueline Roque, Picassos letzte Ehefrau, dar und wurde ein Jahr vor dem Tod des spanischen Künstlers in einem Park, der heute dessen Namen trägt, aufgestellt; Dieter Borsche (1909-1989), Theater- (Papst Pius XII. in Rolf Hochhuths "Der Stellvertreter") und Film-Schauspieler ("Die toten Augen von London", "Der schwarze Abt"); Earl Palmer (1924-2008), amerikanischer Ausnahmeschlagzeuger, zu hören etwa auf der Aufnahme von Little Richards "Tutti Frutti" oder Ike und Tina Turners "River Deep - Mountain High", er spielte als Studiomusiker mit und für Ray Charles, Randy Newman, Frank Sinatra oder Neil Young; Peter Rühmkorf (1929-2008), Lyriker ("Die Hüter des Misthaufens", "Die Last, die Lust und die List"); Helen Reddy (1941-2020), australische Sängerin ("Delta Dawn") und Filmschauspielerin ("Elliot, das Schmunzelmonster"); Stephan Remmler (1946), "Sänger" bei Trio ("Da Da Da - ich lieb dich nicht, du liebst mich nicht"); Chris Norman (1950), britischer Sänger bei Smokie ("Living Next Door To Alice"); Birgit Prinz (1977), Weltfußballerin von 2003 bis 2005; Katy Perry (1984), amerikanische Sängerin ("I Kissed A Girl", "Last Friday Night"), offensichtlich jetzt im Duo mit Kanadas Ex-Premier Justin Trudeau; Fabian Hambüchen (1987), Weltmeister am Reck und Sportler des Jahres 2007, der bekennende FC-Fan holte 2016 Olympia-Gold  in Rio, Silber 2012 in London und Bronze 2008 in Peking; Federico Chiesa (1997), italienischer Nationalstürmer in Diensten des FC Liverpool, Europameister 2021, ins Team des Turniers gewählt.

Todestage

1647: Evangelista Torricelli, der italienische Mathematiker, Physiker und Erfinder des Barometers stirbt 39-jährig in Florenz; 1955: Sadako Sasaki, die japanische Schülerin stirbt zwölfjährig in Hiroshima an den Folgen einer Leukämieerkrankung, hervorgerufen durch den Atombombenabwurf zehn Jahre zuvor; weltweite Berühmtheit erlangte sie, als ihr eine Freundin am Krankenbett von der alten japanischen Legende erzählte, nach der derjenige, der 1.000 Origami-Kraniche falte, von den Göttern einen Wunsch erfüllt bekäme: Sadako faltete daraufhin während ihres 14-monatigen Krankenhausaufenthaltes über 1.300 Papierkraniche, zur Erfüllung des Wunsches, wieder gesund zu werden - sie begründete damit die Symbol-Tradition des Origami-Kranichs für die Friedensbewegung; 1998: Heinz Maegerlein, der Sportjournalist, TV-Moderator ("Hätten Sie's gewußt?") und Buchautor stirbt 86-jährig in Gräfeling; unvergessen seine Reportage, als er bei einem Ski-Rennen 1959 akustisch zweideutig kommentierte: "Tausende standen an den Hängen und Pisten"; 2002: Richard Harris, der irische Schauspieler ("Camelot", "Meuterei auf der Bounty", "Der Mann, den sie Pferd nannten", "Gladiator"), zweimal der Professor Albus Dumbledore in "Harry Potter" ("Stein der Weisen", "Kammer des Schreckens"), stirbt 72-jährig in London; 2009: Camillo Cibin, der italienische Personenschützer des Papstes über Jahrzehnte stirbt 83-jährig in Rom; Cibin nahm beim Attentat auf Papst Johannes Paul II. am 13. Mai 1981 den Täter Ali Agca fest und rettete das Kirchenoberhaupt 1982 in Fatima, als eine Lefebvre-Anhängerin mit dem Messer auf ihn losging; 2013: Hal Needham, der amerikanische Stuntman und Regisseur ("Ein ausgekochtes Schlitzohr", "Auf dem Highway ist die Hölle los"), in den 1980er-Jahren mehrfach verlässlich für die "Goldene Himbeere" als schlechtester Regisseur nominiert, stirbt 82-jährig in Los Angeles; als Stuntman war er - dessen Vorname mit den zwei Buchstaben wie Hasardeur begann - in seinem Knochenjob legendär: 56 davon brach er sich, er schlug für "Lindbergh" Luft-Kapriolen, hämmerte für "Die Unbesiegbaren" mit John Wayne heftige Leinwand-Fausthiebe und sprang aus einer Cessna - fliegend! - auf einen unter ihm reitenden Darsteller; 2014: Jack Bruce, der amerikanische Gitarrist und Songwriter, Gründungsmitglied der Supergruppe Cream (mit Eric Clapton und dem 2019 verstorbenen Schlagzeuger Ginger Baker) stirbt 71-jährig in Suffolk; 2014: Rudolf Scharpf, der Maler und Holzschnitzer stirbt 95-jährig in Ludwigshafen; 2014: Marcia Strassman, die amerikanische Schauspielerin stirbt 66-jährig in Sherman Oaks/Kalifornien an Brustkrebs; die Filmtitel-Aussage "Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft" hatte sich 1989 an sie in der Rolle der Filmmutter Diane Szalinski gerichtet, und das Geständnis stammte vom zerstreut-genialen Wissenschaftler und Ehemann Wayne (gespielt von Rick Moranis), der irrtümlich mit einer Erfindung seine Pänz maschinell auf Mini-Masse reduzierte; 2018: Ruth Gates, die amerikanische Meeresbiologin, Professorin an der Uni Hawaii, Kämpferin für den Schutz der von der Erderwärmung in der Existenz bedrohten Korallenriffe, bekannt durch die Netflix-Doku "Chasing Coral", stirbt 56-jährig in Kailua/Hawaii an einem Hirntumor; eine am Freitag von der Weltnaturschutzunion vorgestellte Studie besagt, dass für fast alle Korallenriffe weltweit - 96 Prozent - "ein extrem erhöhtes Risiko" bestände, bis zum Jahr 2075 abgestorben zu sein - die größte Bedrohung sei durch den Klimawandel ausgelöster Hitzestress; 2020: Thomas Oppermann, der SPD-Politiker, seit 2017 Vizepräsident des Deutschen Bundestages, zuvor Parlamentarischer Geschäftsführer und Fraktionsvorsitzender, einst niedersächsischer Landesminister unter Gerhard Schröder, stirbt 66-jährig im Göttinger Universitätsklinikum, nachdem er kurz zuvor nach einem Interview für die ZDF-Sendung "Berlin direkt" zusammengebrochen war.

Place de la Concorde
© Meizhi Lang/unsplash.com
Historisches Kalenderblatt

Vor 190 Jahren - 25. Oktober 1836

Auf dem Pariser Place de la Concorde wird ein 250 Tonnen schwerer und 23 Meter hoher Obelisk aufgestellt. Dieser ist ein Geschenk des ägyptischen Vizekönigs Ali Pascha an König Louis Philippe aus dem Jahre 1831. Zwei Jahre dauerte der Transport per Schiff.  Die ersten 3.000 Jahre stand der Obelisk vor dem Amon-Tempel in Luxor.

Checkpoint Charlie

Vor 65 Jahren - 25. Oktober 1961

Konfrontation am Berliner Grenzübergang Checkpoint Charlie in der Friedrichstraße. Westalliiertes Militärpersonal und Diplomaten sollen hier zwischen dem amerikanischen und sowjetischen Sektor passieren. Doch DDR-Grenzsoldaten lassen die Vertreter der Westmächte nicht durch. US-Panzer fahren auf, zwei Tage später ziehen sowjetische Tanks nach. Die Welt schaut gespannt und gebannt. Doch tags darauf rücken die Panzer beider Seiten wieder ab.

Vor 55 Jahren - 25. Oktober 1971

UN-Resolution 2758: China wird in die Vereinten Nationen aufgenommen, Taiwan ausgeschlossen.

Abtei Innenhof
© Stadtarchiv Siegburg
Siegburger Kalenderblatt

Vor 115 Jahren - 25. Oktober 1911/1

Um 18.45 Uhr beschließt der Siegburger Stadtrat: Die Gebäulichkeiten auf dem Michaelsberg werden für 120.000 Mark an den Benediktinerorden verkauft, der Johannisgarten in städtischem Eigentum soll vergrößert werden. Zuvor hatte Bürgermeister Carl Plum berichtet, was alles an Vorschlägen zur alternativen Nutzung des Michaelsberges angeregt und vorgeschlagen worden war. Ein Bericht des "Siegburger Kreisblatts": 

"Ein großes Restaurant, ein Technikum, eine Wiesenbauschule, eine Brauerei, ein Göttertempel Odinsburg (Walhalla), Vaterländische Festspiele usw. Ein Käufer habe sich eingefunden, der dieselbe Summe für den Berg zahlen wollte, wofür ihn die Stadt erworben hat; dieser Käufer habe sich später wieder zurückgezogen, da er für seine Zwecke die Gebäude nicht brauchen konnte. Die Militärverwaltung habe endgültig erklärt, daß sie auf eine Erwerbung der Gebäude verzichte, ebenso die Provinzialverwaltung. Er stehe auf dem Standpunkt, da man eben nichts besseres weiß, solle man die Gebäude auf dem Berg an den Benediktinerorden verkaufen. Was nun die Kosten anbelange, die der Orden an dem Berge zu tragen habe, so seien 70.000 Mark für Ausbesserung der Kirche und Umbauten der Gebäulichkeiten notwendig, zur Errichtung der Kläranlage 10.000 Mk., für den Zellenflügelumbau 20.000 Mk erforderlich, der Barpreis beträgt 120.000 Mk., mache zusammen mit sämtlichen anderen Ausgaben 420.000 Mk. Man hätte versucht, als Kaufsumme von dem Orden 150.000 statt 120.000 Mk. zu erhalten, die Benediktiner antworteten aber, sie könnten darauf nicht eingehen. Was nun die Reparaturkosten an den Gebäuden betrifft, so betrage dieser aufgrund der Anstaltsverwaltung jährlich etwa 9.000 Mk., hierbei ist aber zu berücksichtigen, daß an Arbeitslohn für den Tag 80 Pfg gezahlt worden sind, was bei einem Arbeitstagelohn von 4 Mk jährlich rund 21.000 Mk. Kosten verursachen würde. Die Ausgaben der Stadt betragen im ganzen 574.000 Mark, für Straßenanlagung 84.000 Mk., wovon 10.000 Mk. für vorhandene Steine abgehen. Er fände es vorteilhaft, wenn von dem Johannisgarten ein größerer Teil im Besitz der Stadt verbliebe."

Foto: 1911 verkaufte die Stadt die Abtei an die Benediktiner. Als diese drei Jahre später das Kloster wieder übernahmen, war nach langen Jahrzehnten auch der Siegburger Bevölkerung der Besuch wieder möglich. Diese Aufnahme zählt zu den ersten nach der Wiederbesiedlung. Der Eingang zur Kirche links wurde 1951/52 beim Wiederaufbau der im Krieg schwer beschädigten Kirche nach Westen verlegt.

johannsesgarten
© Stadtarchiv Siegburg

Vor 115 Jahren - 25. Oktober 1911/2

Ratsdebatte um den Verkauf der Abtei: "Stadtverordneter Justizrat Nieten ist für den Verkauf an den Orden für 120.000; nach den bisherigen abschlägigen Bescheiden zu urteilen, sei nicht zu erwarten, dass man mehr dafür bekäme. Stadtverordneter Schallenberg schließt sich an, der Orden habe sich bereit erklärt, in dem alten architektonischen Stil umzubauen; dazu gehörten 100.000 Mk., die Kirche sowie den baufälligen Kirchturm und die jetzt trostlose Krypta in Stand zu setzen; er errichte ein Museum, eine Bibliothek. Man könne dies nicht erreichen, wenn der Berg in den Besitz eines industriellen oder sonstigen Werkes überginge. Bürger und Fremde hätten, wenn der Berg hergestellt sei, Zutritt, eine große Anziehungskraft würde er dann ausüben, der Verkehr würde sich heben. Die Angelegenheit sei geklärt, und man müsse jetzt zu einem Entschlusse kommen, er stelle folgenden Antrag: Die Stadt Siegburg verkaufe die Gebäulichkeiten auf dem Michaelsberg an den Benediktinerorden für 120.000 Mk., die Grenzen sollen so festgestellt werden, wie dies bei der Ortsbesichtigung vorbesprochen war. Was das undankbare 19. Jahrhundert nicht getan, wollen wir Männer des 20. Jahrhunderts wieder gut machen, in dem wir den Berg seiner früheren Bestimmung wieder übergeben. Nach seiner Ansicht dürfe man die Grundstücke in der Hühnerlage nicht zu billig verkaufen, um der eigenen Bürgerschaft nicht Konkurrenz zu machen. Wenn der Orden der Stadt keinen größeren Teil des Johannisgartens überlassen wolle, so solle man bei dem früheren Plane bleiben. Am Schlusse seiner Ausführungen bemerkt Schallenberg, die Stadtverordneten hätten ihre Pflicht der steuerzahlenden Bürgerschaft gegenüber getan. Bürgermeister Plum stimmt den Ausführungen des Stadtverordneten Schallenberg im allgemeinen bei, nur wegen des Gartens am Johannistürmchen möchte er zur Bedingung gemacht haben, daß der Stadt ein größerer Teil verbliebe. Es liege im Interesse der Stadt. Mielke will den Ankauf wegen der Vergrößerung des Johannisgartens nicht scheitern lassen. Der Bürgermeister erwidert, dann wäre die Stadt das Stück gleich los. Man soll es heute zur Bedingung machen. Stadtverordneter Dr. Solbach ist der Meinung, die östliche Aussicht des Berges, wo das Johannistürmchen stehe, sei die schönste, dann müsse man dort auch gut hinkommen." Foto: Johannisgarten mit Türmchen um 1914.

Abtei Abriss Treppenaufgang
© Stadtarchiv Siegburg

Vor 115 Jahren - 25. Oktober 1911/3

Das Protokollbuch der Stadtverordneten-Versammlung vermerkt unter dem 25. Oktober 1911:

"In der Sitzung vom 6. d. Mts. ist beschlossen worden, zu der Frage betreffend Verkauf der Gebäulichkeiten auf dem Michaelsberge an den Benediktiner-Orden in der heutigen Sitzung endgültig Stellung zu nehmen.

Der Bürgermeister erläuterte kurz nochmals den Gang der bisherigen Verhandlungen und betont namentlich die Versuche, für die Gebäulichkeiten eine entsprechende Verwendungsart aufzutun. Er teilt nochmals an der Hand der Verhandlungen genau das Angebot des Benediktinerordens mit und erläuterte, worin die Verpflichtungen des Ordens liegen. Er weist auch darauf hin, welchen Wert das der Stadt verbleibende Gelände nach der Schätzung des Stadtbauamts hat, ferner wie die Belastung der Stadt sich nach dem etwaigen Verkaufe an die Benediktiner gestalten wird, wobei die zu erwartenden Einnahmen nur überschläglich in Betracht gezogen werden können und kommt zu dem Schlusse, dass es nach seiner Meinung für die Stadt die einzig richtige Lösung sei. Wenn sie dem Angebote des Benediktiner-Ordens stattgebe und die gedachten Gebäulichkeiten nebst dem auf dem dem Beschlusse zu Grunde liegenden Plane bezeichnete Gelände zu 100.000 M zu verkaufen. Nur in einem Punkt glaubt der Bürgermeister dem Angebote des Ordens nicht zustimmen zu sollen, nämlich in der Begrenzung des aus dem Johannesgarten der Stadt verbleibenden Geländestreifens. Er bittet die Stadtverordneten-Versammlung, falls im übrigen beabsichtigt sei, dem Verkaufe zuzustimmen, darauf zu bestehen, dass die Grenze im Johannesgarten so gelegt werde, wie sie im vorliegenden Plane eingezeichnet sei." Foto: Abriss des alten Treppenaufgangs zur Abtei im Jahr 1913.

Abtei 1880
© Stadtarchiv Siegburg

Vor 115 Jahren - 25. Oktober 1911/4

"Nach langer eingehender Besprechung aller in Betracht kommenden Verhältnisse beschließt darauf die Stadtverordnetenversammlung einstimmig, die mehrbezeichneten Gebäulichkeiten und das im Übrige auf dem Plane bezeichnete Gelände dem Benediktinerorden für den Preis von 120 000 M unter der Bedingung zu verkaufen, dass für den Johannesgarten die neue festgesetzte Grenze massgebend sein soll. Schon jetzt wird der Bezirks-Ausschuss gebeten, zu dem Verkaufe die Genehmigung zu erteilen, da die Stadtverordneten-Versammlung davon überzeugt ist, dass der Verkauf im Interesse der Gemeinde liegt und die indirekten Vorteile, welche eine Niederlassung des Benediktiner-Ordens auf dem Michaelsberge, der ehemaligen Benediktiner-Abtei, der Stadt bringen wird, weit höher anzuschlagen sind, als die finanzielle Belastung, welche vielleicht die Stadt aus dem Besitze des Michaelsberges treffen möchte. Für die Richtigkeit: Der Stadtbaumeister, Geimer." Foto: Abtei um 1880 vom Siegwerk aus.

Vor 110 Jahren - Oktober 1916

"Die Kürbisse sind in diesem Jahre allgemein gut geraten und helfen bei der herrschenden Nahrungsmittelknappheit infolge ihres oft kolossalen Umfangs sehr erheblich dabei, das für die Ernährung Vorhandene zu strecken. Das Einkochen des Kürbis ist bekannt. Angesichts des Zuckermangels wird man in diesem Herbst auch wohl mehr als bisher zum Sauer-Einkochen nach Art von Senfgurken schreiten. Zwar wird derartig eingekochter Kürbis stets härter bleiben als Gurken, gibt ihnen aber im Geschmack nicht viel nach. Kürbismus kann zur Mittagstafel gegeben, außerdem dazu benutzt werden, Marmeladen aller Arten zu verlängern, da das geschmacklose Kürbisfleisch hierbei den Geschmack der betreffenden Obstsorte annimmt." (Kreisblatt)

Wappen der Stadt Siegburg
© Stadtarchiv Siegburg

Vor 105 Jahren - Oktober 1921

"Der Heimatkunde unseres Kreises würde mit einer Sammlung von Wappenbildern oder Angaben dazu gedient sein. In der Sammlung des Altertumsvereins vermißt man ungern diese farbenreichen Blätter, die nicht nur für die Kenntnis der Zeichen unserer Ortschaften, sondern auch als Schmuck von Wert sind. Mögen sich die Zeichenschulen oder Lehrer dieses Gedankens einmal annehmen." (Kreisblatt)

Foto: Altes Siegburger Stadtwappen.

Herrengarten 1916
© Stadtarchiv Siegburg

Vor 75 Jahren - 25. Oktober 1951

Ein neues Finanzamt soll im Herrengarten erbaut werden, die Ruinen der im Zweiten Weltkrieg bei Bombenangriffen zerstörten Gaststätte weichen, ebenso wie die 140 Jahre alte Kastanie. Die "Siegburger Zeitung" vermeldet: "Unterirdischer Gang von der Abtei und den Herrengarten (Lust- und Wandelgang der Mönche) wurde nach Abbruch der alten Bäckerei Schneider sichtbar." Foto: Gasthof "Herrengarten" mit alter Kastanie. Die Aufnahme entstand 1916 bei einer Musterung neuer Weltkriegssoldaten.

Öffnungszeiten der Stadtverwaltung sowie einiger Außenstellen

Für einen Besuch der Stadtverwaltung gilt: Erst hier Termin vereinbaren, dann vorbeikommen.

Tourist Information (+49 2241 102-7533 oder tourismus@stadtbetriebe-siegburg.de) und Stadtmuseum (+49 2241 102-7410 oder stadtmuseum@stadtbetriebe-siegburg.de), Markt 46, haben dienstags bis samstags zwischen 10 und 17 Uhr, sonntags zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet (die Tourist Information auch montags von 10 bis 17 Uhr). Die Stadtbibliothek, Griesgasse 11, kann dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr besucht werden, Inhaber eines Büchereiausweises erhalten darüber hinaus während der Open-Library-Zeiten (dienstags bis sonntags von 8 bis 10 sowie 17 bis 20 Uhr) Zugang.

Aktuelle Öffnungszeiten des Oktopus Freizeitbad, Zeithstraße 110, können hier abgerufen werden. Der Zugang zum Bad ist mit einem Online-Ticket möglich, das hier erworben werden kann. Sie können das Online-Ticket auch mit Hilfe der Kolleginnen und Kollegen im Eingangsbereich des Hallen- und Freibades sowie im Stadtmuseum am Markt erwerben. Im Stadtmuseum ist der Ticketverkauf mit Bargeld möglich, ansonsten nur bargeldlos mit allen digitalen Zahlungsmitteln einschließlich der IBAN. Zusätzlich können Schwimmbadtickets vor Ort auch mit dem Siegburg-Gutschein (Karte oder App) erworben werden.

Notwendige/wichtige Rufnummern

Polizei: 110
Feuerwehr/Notarzt/Rettungsdienst: 112
Krankentransport: +49 2241 19222
Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116117
Zahnärztlicher Bereitschaftsdienst: +49 1805 986700
Giftnotruf-Informationszentrale der Universitätsklinik Bonn: +49 228 19240
Apotheken-Notruf:  +49 800 0022833
Apotheken-Notdienst:  https://www.aponet.de
Telefonseelsorge: +49 800 1110111 oder +49 800 1110222
Sorgentelefon für Kinder und Jugendliche: 116111 oder +49 800 1110333
Bundesweites Hilfstelefon "Gewalt gegen Frauen": 116016
Opferschutzbeauftragter der Kreispolizeibehörde Siegburg: +49 2241 5413812
Beratungsstelle sexualisierte Gewalt: +49 228 635524
Zentraler Karten-Sperr-Notruf: 116116
Tierärztlicher Bereitschaftsdienst: Abrufbar über die Anrufbeantworter der Tierarztpraxen

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