Die Studiobühne hat sich dem antiken Stoff, der bis heute nichts von seiner Aktualität verloren hat, angenommen, und bringt die Geschichte zur Aufführung: Während die Männer Krieg führen, sitzen die Frauen zu Hause, bangen um ihre Gatten und Söhne. Sie möchten im Frieden leben. Doch wie kann das gelingen? Lysistrata (dargestellt von Zoe Johanna Coupette, 2.v.r.) - zu Deutsch: die Heeresauflöserin - hat eine Idee: Die Frauen verweigern den Männern jedwede Zärtlichkeit. Sie findet Mitstreiterinnen in Athen, wo sie auch die Akropolis, in der die Kriegskasse aufbewahrt wird, besetzen, und Sparta. Doch unter dem Liebesentzug leiden nicht nur die, die man zur Besinnung bringen möchte ... Ob ihr Plan Erfolg haben kann?
Die Inszenierung unter der Leitung von René Böttcher ("Das Stück hat mich schon seit langem fasziniert - jetzt hatte ich endlich die richtige Darstellerin und durch den Krieg in der Ukraine leider auch den richtigen Zeitpunkt") hält sich an die historische Vorlage und transportiert diese gleichzeitig mit viel Witz (oft eindeutig zweideutig) und Schwung ins Heute. Den Besucher erwartet ein kurzweiliger Theaterabend, der aber auch Fragen aufwirft: Wie schwer ist es, Opfer zu bringen, damit es uns sowohl als Individuum wie auch im Kollektiv besser geht? Warum führen wir eigentlich Kriege? Und wo fängt ein Krieg an, wann hört er auf?
Der Peloponnesische Krieg endete sieben Jahre nach der ersten Aufführung. Premiere in der Studiobühne im ehemaligen Kaufhof ist heute Abend um 19.30 Uhr, die zweite Aufführung findet morgen Abend zur selben Zeit statt. Weitere Termine und Kartenvorbestellung unter www.theaterseite.de.

