Das Setting von 1796 sei hier grob skizziert. Auf der einen Seite das revolutionäre Frankreich, das die Ideen von 1789 über den Rhein trägt. Auf der anderen das ins Wanken geratene Heilige Römische Reich Deutscher Nation. Die Fürsten und Herzöge des noch bestens aus der Schule bekannten Flickenteppichs überlassen den Kampfjob dem österreichischen Vielvölkerheer um Erzherzog Karl. Dazwischen die Bevölkerung und der Magnet Abtei, auf ewig wichtig wegen der strategischen Lage.
In den Städten und Dörfern sind die Franzosen gefürchtet, weil sie keine Feldküchen mitführen. "Holt euch von den Menschen, was ihr braucht", lautet die Ansage der Feldherren zur Motivationssteigerung. Die Träger der Trikolore holen sich längst nicht nur Lebensmittel. Es geht grausam zu.
Am 1. Juni kommt es zur Schlacht in den Siegauen zwischen Menden und Buisdorf. Die Österreicher sind nummerisch deutlich unterlegen, keine 4.000 Mann gegen 20.000 Anstürmende unter dem genialen General Jean-Baptiste Kléber aus Straßburg. Die Franzosen siegen, kommen bis Wetzlar, dann werden sie zurückgedrängt. Im wesentlich bekannteren Gemetzel bei Uckerath, das am 19. Juni 1796 folgt, wechselt das Kampfglück vollends die Seiten.
Unterdessen macht in Norditalien ein Befehlshaber von sich reden, dessen Körpergröße im krassen Missverhältnis zu seinem Erfolg steht: Napoleon Bonaparte. Die Kriege gehen bis 1815 weiter. Austerlitz, Jena-Auerstedt, Leipzig und Waterloo - all diese blutgetränkten Namen warten noch auf Eingang in die Geschichtsbücher.
Erstaunlich der Besuch des Museumsgesprächs. Knapp 100 Personen saßen im Forum.

