Kleiner Rückblick: Für Wolfgang Overath war der Sommer 1966, in dem er Karin Koffer das Jawort gab, "ereignisreich", um es ganz vorsichtig auszudrücken. Vor der Hochzeit spielte er die erste von insgesamt drei Weltmeisterschaften, stand im Endspiel in Wembley auf dem Platz, die Queen saß auf der Tribüne. Danach der Riesenbahnhof beim Empfang in Siegburg. Jeder wollte ihm die Hand schütteln, ein Foto schießen mit dem schüchternen Jungstar von 22 Jahren, der mit seinem Team nur denkbar knapp und mit gnädiger Schiedsrichterunterstützung geschlagen wurde.
Zurück zur Familie als Anker im Sturm der Jahrzehnte. Beim Sparkassen-Fußballtalk im Stadtmuseum mit WDR2-Moderator Sven Pistor Mitte Mai erklärte Overath, dass zu dem Zeitpunkt, als die Weltstars seines Sports auf den Zug in die USA aufsprangen - Stichwort Cosmos New York mit Beckenbauer und Pelé - ein Verein aus Chicago bei ihm vorstellig wurde und sehr viel Geld für ein Engagement bot. "Der Manager flog mehrfach über den Teich, wir verhandelten in der Winterscheider Mühle. Aber am Ende war mir die Familie und unser Wohlergehen wichtiger. Ich habe abgelehnt."

