"Koptisch" bedeutet ursprünglich "ägyptisch". Die heutigen Kopten leben weiterhin überwiegend in Ägypten, dort gibt es beispielsweise 80 Klöster. Aber auch in anderen Ländern sind Kopten ansässig - so auch in Deutschland. Die Liturgie wird traditionell auf Koptisch und Deutsch gefeiert. Der Papst der weltweit organsierten Kirche trägt den Namen Tawadros II. In den 2010er-Jahren war er mehrfach in Deutschland.
Jeden Sonntag wird von 9.30 bis 12.30 Uhr Gottesdienst gefeiert, im Anschluss folgen die Agape (das gemeinsames Essen), die Sonntagsschule, die Bibelstunde und ein Treffen der Jugendlichen. Die Interessierten fühlten sich an den zuvor absolvierten Aufenthalt bei den Griechisch-Orthodoxen erinnert, und tatsächlich ist das äußere Erscheinen in Sachen Ikonographie und Liturgie ähnlich. Inhaltlich jedoch, in der theologischen Ausrichtung, unterscheidet man sich grundlegend, was an der Entfernung der Herkunftsgebiete liegt. Alexandria hier, Byzanz dort. Gäste sind laut Mikel Karieks herzlich willkommen, denn das tatsächliche Erleben und Auf-Sich-Wirken-Lassen eines Gottesdienstes seien nur schwer in Worte fassen.
Der Einfachheit halber und wegen des größeren Fassungsvermögens stellten die Kopten ihr Programm in der evangelischen Auferstehungskirche in der Annostraße vor, in der Pfarrer Matthias Lenz inmitten der Erntedankkulisse zum Gotteshaus und zum Gemeindeleben referierte. Die Kirche selbst, 1957 errichtet, nachdem der weitaus mächtigere Vorgängerbau im Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs untergegangen war, erinnert an ein Zelt, was die unmittelbare Nähe zu Gott symbolisiert. Dem eher zweckmäßigen Charakter verleihen die bunten Fenster, die indirekte Beleuchtung und das verrückbare Mobiliar eine warme Atmosphäre.
Neben den Gottesdiensten und den Angeboten für Kinder, Jugendliche und Familien nutzt die Kantorei die Räumlichkeiten für ein großes Spektrum musikalischer Ausrichtungen. Bekannt ist die Auferstehungskirche für ihre aufwendigen chorsinfonischen Werke sowie für Auftritte des Gospelchors Rising Voices. Außerdem treffen sich die jeweiligen Altersgruppen bei den Young Voices oder in der Seniorenkantorei. Es gibt einen Posaunenchor und Konzerte auf der Flentrop-Orgel.

