Die Kurdische Gemeinschaft ist Trägerin und Arbeitgeberin für die kreisweit tätige und vom Land finanzierte "Servicestelle Antidiskriminierungsarbeit". Die hier angesiedelten Fachkräfte gehen regelmäßig in Schulen, um in Workshops Wissen weiterzugeben und auf Konfliktszenarien hinzuweisen. Über das Projekt "Zeichen setzen! Für Menschlichkeit, Vielfalt und Toleranz" gestalten Coaches ein bedarfsgerechtes Konzept für alle Jahrgangsstufen weiterführender Bildungseinrichtungen. Auch Teams aus Betrieben und Behörden können das Angebot anfragen, um sich und ihre Kompetenz im Umgang mit den Kulturen, auf die sie treffen, zu reflektieren. Ansprechpartnerin Lena Biesenbach ist unter +49 2241 83614 erreichbar.
Im abgehaltenen Mini-Kursus wurden unsere Stadtrundgänger mit einem Klassiker konfrontiert, nämlich den an eine Frau mit Kopftuch gerichteten Satz des Erstaunens: "Sie sprechen ja gutes Deutsch!" Ein Kompliment? Ein Kompliment auf der Grundlage von massiven Vorurteilen? Gut gemeint, ganz schlecht gemacht? Die Teilnehmenden wurden aufgefordert, ihre Einschätzung auf einer Eins-bis-zehn-Skala zu hinterlegen. Im Anschluss wurden die getroffenen Entscheidungen erörtert.
Als Fazit bleibt: Die unbewusste Diskriminierung - auch von Queeren oder Menschen mit Beeinträchtigungen - ist noch immer an der Tagesordnung. Die bewusste Aus- und Abgrenzung nimmt wieder zu. Solange "Let's Dance"-Jurorin Motsi Mabuse in einem Hamburger Uhrengeschäft mit der Bemerkung zur Tür gewiesen wird, für sie habe man bestimmt nicht das Richtige, ist eine Servicestelle Antidiskriminierungsarbeit bitter vonnöten.

