Seit einem halben Jahr hat das Siegburger Urhandwerk eine neue Adresse: die Holzgasse 52, nahe dem einstigen Holztor. Hier empfängt die Keramikerin Menschen verschiedenen Alters und unterschiedlicher Kenntnisstufen zum Formen, Drehen und Modellieren des Tons, den sie aus dem Westerwald herbeischafft.
Die Menge der Gefäße im Regal deuten darauf hin, wie viel vor den Ferien los war: "Das muss alles noch gebrannt werden." Schülers "Drehpunkt" will vor allem eins sein: Ein Ort der Handarbeit, der meditative Muße abseits von digitaler Dauerbeschäftigung und erdrückender Zeitnot verspricht. Jeder und jede kann kommen, das Angebot ist niederschwellig - was man vom arg ramponierten Holzgassenpflaster vor ihrer Tür nicht behaupten kann. "Wird zum Glück bald saniert", grinst sie uns lässt sich von der kommenden Großbaustelle die Laune nicht verderben. Was gib es Schöneres als das konzentrierte Werkeln des Vater-Sohn-Gespanns an den schnittigen Rundungen eines Spielzeugautos? Oder die Extravaganz einer Dame, die sich in den Kopf gesetzt hat, einen Stopfen für ihren Schirmständer nach der Art einer Milchkuh zu kreieren?
Schüler, Mutter von fünf Söhnen und Leiterin des Kindertöpferns im Stadtmuseum, legt Wert auf die Tatsache, dass die Arbeit mit dem, was uns der Boden gibt, zwar die Hände fordert, der Kopf dabei aber niemals ausgeschaltet ist. "Geometrie und mehrdimensionales Denken, dazu Chemie und Physik - das ist eine Rundumbildung."
Die Wege, die zu ihr führen, sind mannigfach. Die einen lassen sich vom Do-it-Yourself-Hype auf Social Media leiten. Die anderen haben sich bei der Volkshochschule Bonn angemeldet und kommen kursweise über den Rhein. Den Kontakt zur Bonner VHS bahnte sie auf dem Keramikmarkt an. Eine Armee an Siegburger Schnellen bildet das sehenswerte Resultat der Kooperation.
Online buchbar sind Einheiten an der Drehscheine oder der Platz beim Late-Night-Töpfern. Das weibliche Geschlecht ist fast immer in der Überzahl, die Waage darf laut Schüler ruhig ein wenig mehr ins Gleichgewicht geraten. Männer vor!
Sie suchen nach einer ausgefallenen Aktion für ihre Weihnachtsfeier im Kollegenkreis, bevor es auf den Mittelaltermarkt oder ins Restaurant geht? Hier klicken und anmelden. Foto: Keramikerin Silja Schüler lernte ihr Handwerk einst in der Töpferei am Kirchplatz, jetzt ist sie es, die Wissen weitergibt. Im Hintergrund die gesammelten Werke der von ihr Angeleiteten. Nach den Herbstferien geht ihr Programm weiter.

