Am Sonntag berichteten wir vom Fund eines bis dato unbekannten Humperdinckstücks - das "Weihnachtswiegenlied". Die Siegburger Vocalisten haben es gleich mal eingesungen. Auf YouTube gibt's die Hörprobe.
Wieso nicht die Bekanntheit des Komponisten nutzen und den Text über das kleine Weihnachtswunder der Deutschen Presseagentur (dpa) zusenden, auf dass sie die Entdeckung in die Republik trage? Und tatsächlich: Die Kollegen der dpa in Köln zeigten sich aufgeschlossen. Kaum ging die Meldung über die "Musikalische Sensation" am Mittwochmorgen über den Ticker, fragte auch schon ein Männerchor aus Boppard beim Musikwerkstattleiter und ausgewiesenem Humperdinckfachmann Dr. Christian Ubber nach den Noten. Ist bald Advent. Höchste Zeit, mit den Proben am Weihnachtswiegenlied zu beginnen.
Im Laufe des gestrigen Tages und heute früh sprach Christian Ubber dann mit WDR 3 und dem Deutschlandfunk. Die Süddeutsche Zeitung, die FAZ und der Bayrische Rundfunk berichteten online. Das Feuilleton der Pforzheimer Zeitung, sonst ohne Schnittmenge zu unserem Kulturleben, fragte nach Bildern von Humperdinck und den handschriftlichen Belegen seiner bislang unbekannten Arbeit (Foto). Humpi ging viral.
Bei dem Humpi-Hype um die jetzt aufgetauchten Noten wäre der neue "Humperdinck Park" in Bad Kreuznach fast untergegangen. Auf dessen Einweihung ist siegburgaktuell gestern per Zufall im Netz gestoßen. Der Komplex mit 200 modernen Wohneinheiten heißt so, weil er an der Humperdinckstraße liegt. "Ansonsten hatte Engelbert keine besondere Verbindung dorthin", weiß der Experte Christian Ubber. Zum Bauen jedoch schon. Seine Eltern verlangten Bodenständiges von ihm, schickten ihn für die Ausbildung zum Bauzeichner. Ausdruck dieses später nicht weiter verfolgten Berufseinstiegs ist das Kaldauer Spritzenhäuschen von 1875. Sozusagen sein Opus mit der Ordnungsnummer 1.

