Siegburg. Am 25. August 1984 wurde an den Resten des Ulrather Hofs an der Agger eine Tafel enthüllt, die auf das Schicksal von Camille Körner, Marcel Charpantier und Jean Bück aufmerksam machte. Die drei Freiheitskämpfer aus Luxemburg hatten im Zweiten Weltkrieg den Wehrdienst für die deutschen Besatzer verweigert. Dafür wurden sie zunächst zum Tode verurteilt, die Strafe dann in lebenslange Haft umgewandelt. Im Frühjahr 1944 kamen sie ins Siegburger Gefängnis. Später, nach dem tödlichen Attentat auf einen NS-Statthalter in ihrer Heimat, wurden die Männer dann doch noch durch Gewehrkugeln hingerichtet. Die Exekution am 23. August 1944 am Ulrather Hof erfolgte willkürlich und diente ausschließlich der Befriedigung von Rachegelüsten der nationalsozialistischen Herrscher. Es gab keinen direkten Zusammenhang zwischen den in Siegburg Eingesperrten und denjenigen, die in Luxemburg den Anschlag verübten. Die Inschrift der Tafel lautete:
Hier wurden am 23.8.1944
drei junge Luxemburger erschossen:
Jean Bück 23 Jahre
Marcel Charpantier 20 Jahre
Camille Körner 19 Jahre
Mit ihnen wurden sieben weitere
luxemburgische Geiseln an
anderen Orten hingerichtet
Sie wurden Opfer des Faschismus
Mögen nie wieder Gewalt und Terror
in unserem Lande herrschen!
Gestiftet von der Stadt Siegburg
Heute Morgen wurde dem Ordnungsamt von der Polizei mitgeteilt, dass die bronzene Gedenktafel gestohlen wurde. Foto: Leere Wand statt ewige Mahnung - hier hing die Erinnerung an die drei Hingerichteten ...