Definitiv warm, ja zu warm war es im Rekordsommer in einigen öffentlichen Gebäuden, in denen Sonnenexposition und Gebäudebeschaffenheit zu einem verbesserungswürdigen Raumklima führten. Schon im Herbst letzten Jahres hatte sich das Immobilienmanagement im Verbund mit einem Energieberater an die Bestandsaufnahme aller städtischen Liegenschaften gemacht. Die Verantwortlichen wissen mittlerweile bis ins Detail, wo die eigenen Objekte Schwachstellen aufweisen, die das schnelle Aufheizen begünstigen. Aus dem Status quo erwächst ein Maßnahmenbündel von 60 Punkten, das in mehrere Kategorien einzuordnen und abzuarbeiten ist.
Die Frage nach einer Folierung von Fenstern und Lichtkuppeln stellte sich schon vor der 2026er-Heißzeit, weil sich aber die Sommervorteile des Verdunkelns und Herabkühlens als Winternachteile herausstellten, wurden die Beschichtungen bisher eher zurückhaltend aufgebracht. Eine neue Foliengeneration mache den Einsatz nun deutlich wahrscheinlicher, so Amtsleiter Daniel Schreiter. Der nächstgrößere Schritt sind bauliche Nachbesserungen, etwa der Einbau neuer Fenster und Außenjalousien. Als Beispiel für einen Fall, in welchem der Denkmalschutz mitberücksichtig werden muss, wird in der Debatte die Wolsdorfer Grundschule genannt.
Die dritte Dimension des Maßnahmenpakets ist die tiefgreifende Modernisierung von Haustechnik und die Montage von Lüftungsanlagen, die aufgrund von ökologischen und auch finanziellen Gründen den Klimaanlagen vorzuziehen sind. Ganz wichtig dabei ist der ganzheitliche Blick. Kühle Luft in eine energieineffiziente Immobilie zu leiten, bringt wenig und ruft nach (voriger) Sanierung.
Manchmal liegen die Gründe für plötzlich stickige Schul- oder Kitaräume in der verwandelten Gebäudeumgebung. Wenn Trockenheit und Schädlingsbefall Bäume derart schädigen, dass die Motorsäge knattert, fällt der Schatten, den sie spenden, weg. So verstärkt ein Klimawandeleffekt den nächsten.
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Nachtrag: Zwei Tage nach der Sitzung, am vergangenen Freitag, hatte es in Siegburg erneut 24 Grad im Schatten. Denjenigen, die an diesem 16. Oktober ihr Eis am Markt schleckten, war keinesfalls zu kalt.

