Michaelsberg
© Kreisstadt Siegburg

Feyerabend im Ruhestand

Siegburg. Zwölf Jahre war Ulrich Feyerabend Direktor des Amtsgerichts Siegburg. Gestern wurde er feierlich verabschiedet - und sein Nachfolger Dr. Stephan Ebeling in sein neues Amt eingeführt. 
Dr. Bernd Scheiff, Präsident des Oberlandesgerichts Köln, blickt in seinem Grußwort auf zwei juristische Lebensläufe zurück. Zunächst auf den des Abschiednehmenden. Feyerabend begann 1990 als Richter im Landesgerichtbezirk Bonn, richtete seine Karriere dann ganz aufs Amtsgericht aus. "Das war dein Ding, das hat dir Freude bereitet." Ebeling ist seit 1998 Richter, Scheiff bezeichnet ihn als "Amtsrichter aus Leidenschaft". Er wechselt von Düren nach Siegburg.
Beide Direktoren - der scheidende wie der folgende - betonen in ihren Reden die Bedeutung einer unabhängigen Justiz für den Rechtsstaat. Bestrebungen, diesen Grundpfeiler unserer Demokratie aus ideologischen Interessen einzureißen, bereiten ihnen Sorgen. Ebenso wie der Personalmangel. "Im Mittleren Dienst müssen 100 Prozent der Beschäftigten 125 Prozent der Arbeit leisten", so Ebeling. Feyerabend berichtet von Erfahrungen, dass das nicht jeder Mitarbeitende auf Dauer aushält. "Und eine personell nicht ausreichende Ausstattung der Gerichte kann das Vertrauen der Menschen in den Rechtsstaat zerstören." Noch ein Anliegen wird geäußert: Die Sanierung des Gebäudes sei dringend notwendig, um zumindest so für bessere Arbeitsbedingungen zu sorgen.
Doch: Die Atmosphäre unter den rund 230 Kolleginnen und Kollegen am Amtsgericht Siegburg sei gut, das betonen nicht nur der alte und der neue Direktor, sondern auch die weiteren Redner. Darunter sind Stefanie Rüntz, Präsidentin des Landgerichts Bonn, die Leitende Oberstaatsanwältin Monika Volkhausen, Richterin Alice Weisman und Justizamtsrätin Doris Ludewig für den Richter- und Personalrat des Amtsgerichts sowie Rechtsanwältin Marie Baronin von Maydell und Notar Dr. Dirk Solveen, die ihren Berufsstand vertreten.
Einen anderen Schwerpunkt legt Stefan Rosemann, der von außen auf die Justiz blickt. Er betont, dass das Amtsgericht für die Stadt von großer Bedeutung sei. Bei Feyerabend bedankt er sich für eine stets gute Zusammenarbeit. Sei es bei der Orangenen Bank, die vor dem Justizgebäude ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzt, oder bei der Queerbeflaggung am Internationalen Tag gegen Homophobie, als der Stadtverwaltung während des Rathausumbaus die Möglichkeit dazu fehlte. Auch bei der Durchführung von Veranstaltungen auf der Neuen Poststraße - beispielhaft seien hier Wein- und Stadtfest genannt - wurde immer zielführend nach Lösungen im beiderseitigen Interesse gesucht. "Ich bin mir sicher, dass dieses Miteinander auch in Zukunft funktionieren wird", zeigt sich der Bürgermeister überzeugt. "Wir müssen und wollen als Kommune ein verlässlicher Partner sein."
Foto: Der neue Direktor des Amtsgerichts Siegburg, Dr. Stephan Ebeling, links, und dessen Vorgänger Ulrich Freytag nehmen Bürgermeister Stefan Rosemann in ihre Mitte.

Siegburg. Zwölf Jahre war Ulrich Feyerabend Direktor des Amtsgerichts Siegburg. Gestern wurde er feierlich verabschiedet - und sein Nachfolger Dr. Stephan Ebeling in sein neues Amt eingeführt. 

Dr. Bernd Scheiff, Präsident des Oberlandesgerichts Köln, blickt in seinem Grußwort auf zwei juristische Lebensläufe zurück. Zunächst auf den des Abschiednehmenden. Feyerabend begann 1990 als Richter im Landesgerichtbezirk Bonn, richtete seine Karriere dann ganz aufs Amtsgericht aus. "Das war dein Ding, das hat dir Freude bereitet." Ebeling ist seit 1998 Richter, Scheiff bezeichnet ihn als "Amtsrichter aus Leidenschaft". Er wechselt von Düren nach Siegburg.

Beide Direktoren - der scheidende wie der folgende - betonen in ihren Reden die Bedeutung einer unabhängigen Justiz für den Rechtsstaat. Bestrebungen, diesen Grundpfeiler unserer Demokratie aus ideologischen Interessen einzureißen, bereiten ihnen Sorgen. Ebenso wie der Personalmangel. "Im Mittleren Dienst müssen 100 Prozent der Beschäftigten 125 Prozent der Arbeit leisten", so Ebeling. Feyerabend berichtet von Erfahrungen, dass das nicht jeder Mitarbeitende auf Dauer aushält. "Und eine personell nicht ausreichende Ausstattung der Gerichte kann das Vertrauen der Menschen in den Rechtsstaat zerstören." Noch ein Anliegen wird geäußert: Die Sanierung des Gebäudes sei dringend notwendig, um zumindest so für bessere Arbeitsbedingungen zu sorgen.

Doch: Die Atmosphäre unter den rund 230 Kolleginnen und Kollegen am Amtsgericht Siegburg sei gut, das betonen nicht nur der alte und der neue Direktor, sondern auch die weiteren Redner. Darunter sind Stefanie Rüntz, Präsidentin des Landgerichts Bonn, die Leitende Oberstaatsanwältin Monika Volkhausen, Richterin Alice Weisman und Justizamtsrätin Doris Ludewig für den Richter- und Personalrat des Amtsgerichts sowie Rechtsanwältin Marie Baronin von Maydell und Notar Dr. Dirk Solveen, die ihren Berufsstand vertreten.

Einen anderen Schwerpunkt legt Stefan Rosemann, der von außen auf die Justiz blickt. Er betont, dass das Amtsgericht für die Stadt von großer Bedeutung sei. Bei Feyerabend bedankt er sich für eine stets gute Zusammenarbeit. Sei es bei der Orangenen Bank, die vor dem Justizgebäude ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzt, oder bei der Queerbeflaggung am Internationalen Tag gegen Homophobie, als der Stadtverwaltung während des Rathausumbaus die Möglichkeit dazu fehlte. Auch bei der Durchführung von Veranstaltungen auf der Neuen Poststraße - beispielhaft seien hier Wein- und Stadtfest genannt - wurde immer zielführend nach Lösungen im beiderseitigen Interesse gesucht. "Ich bin mir sicher, dass dieses Miteinander auch in Zukunft funktionieren wird", zeigt sich der Bürgermeister überzeugt. "Wir müssen und wollen als Kommune ein verlässlicher Partner sein."

Foto: Der neue Direktor des Amtsgerichts Siegburg, Dr. Stephan Ebeling, links, und dessen Vorgänger Ulrich Freytag nehmen Bürgermeister Stefan Rosemann in ihre Mitte.

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