Geschichte kann aber auch sehr lebendig sein! Das beweisen die Anno-Gymnasiasten Aileen Zulauf, Mira Aldudak und Elian Wolff. Das Trio hat sich ein Schuljahr lang im Rahmen der Lemas-Begabtenförderung unter der Leitung von Lehrer Nico Thieme mit historischen Themen auseinandergesetzt - und dafür ganz eigene Wege gefunden. Welche, zeigt eine Ausstellung, die ab heute im Museumsschaufenster zu sehen ist.
"Die Mumifizierung und die Totenrituale der alten Ägypter" heißt ein Hörspiel, das die zwölfjährige Aileen eingespielt hat. Auf die Idee brachte sie der Ausflug von Asterix und Obelix in das nordafrikanische Land. "Seit ich den Film gesehen habe, habe ich mich für diese Epoche interessiert, viel mehr als für die Römer." Acht Minuten dauert der selbst eingesprochene Text, dem man an einer Hörstation lauschen kann. Gut aufpassen lohnt sich, um am Ende die beiden Quizfragen beantworten zu können. (Der siegburgaktuell-Redakteur ist übrigens durchgefallen ...)
Ein Quiz entwarf auch Mira, die sich mit der Heilkunst im alten Griechenland beschäftigte. Wer mit dem richtigen Lösungswort zur Museumskasse geht, darf sich auf eine süße Überraschung freuen. Die benötigten Hinweise finden sich auf zehn Plakaten, mit denen die Zwölfjährige neun verschiedene Aspekte aufgreift. Beispielsweise stellt sie Asklepios, den Gott der Heilkunst, die Vier-Säfte-Lehre oder die vor 2.000 Jahren im Mittelmeerstaat verwendeten Heilkräuter vor. "Manchmal war es gar nicht so leicht, die Infos, die ich haben wollte, zu finden", berichtet die Tochter eines Kinderarztes, "man weiß gar nicht so viel zur Heilkunst der alten Griechen".
Elian ging der Frage nach, wieviel wahre Geschichte in Belletristik steckt. Dafür las er vier Erzählungen: "Octavia - Tochter Roms", das kurz nach Christi Geburt im Herzen des Imperiums spielt, "Die Helden des Olymp", in dem die griechische Mythologie ins Heute übertragen wurde, sowie zwei aus dem Buch "Vor uns das Meer", die die Flucht von Kindern/Jugendlichen aus Kuba beziehungsweise Syrien - für einen Elfjährigen ist der Bürgerkrieg in der arabischen Republik bereits Geschichte! - aufgreifen. "Ich wollte wissen, was wirklich passiert ist oder passiert sein könnte - und was sich die Autoren einfach nur ausgedacht haben." Auch er präsentiert seine Ergebnisse auf Plakaten.
Zu sehen und hören ist die Ausstellung bis Sonntag, 29. November, bei freiem Eintritt.
Lemas steht für "Leistung macht Schule". Die ausgewählten Schülerinnen und Schüler trafen sich ein Jahr lang jeweils eine Schulstunde wöchentlich, um frei an den von ihnen gewählten Projekten zu arbeiten. Darüber hinaus beschäftigten sie sich auch in ihrer Freizeit mit den Themen, beispielsweise, um in der Stadtbibliothek zu recherchieren.
Foto, v.l.: Elian Wolff, Nico Thieme, Aileen Zulauf, Stefanie Kemp vom Stadtmuseum und Mira Aldudak nahmen sich während des Ausstellungsaufbaus kurz Zeit für ein Gruppenbild.

