Die Besuchergruppe durfte einen Gottesdienst miterleben. Ute Krämer-Bönisch berichtet:
"Schon im letzten Jahr war Kula Iliadou im Vorbereitungsteam des Interkulturellen Stadtrundgangs. Damals hatte sie den Teilnehmenden von den legendären Gottesdiensten erzählt - mit dem dringenden Hinweis, dass man diesen selbst erleben muss, um mitreden zu können. Das stimmt!
Am Eingang werden von allen (auch von uns Gästen) ein oder mehrere Kerzen mit in den mit Ikonen und Gold geschmückten Kirchenraum genommen, wir zünden diese an und stecken sie in eine oder mehrere Behälter, die mit Sand gefüllt sind. Wir nehmen auf der Empore Platz und haben damit einen guten Überblick.
Während des Gottesdienstes kommen immer wieder neue Besucher - Einzelpersonen, Familien, Jugendliche -, doch das wirkt harmonisch und nicht etwa störend. Ist die Kirche zu Beginn zu einem Viertel besetzt (Foto), sind am Ende fast alle Reihen gefüllt. Die jeweils Neuen begrüßen und umarmen bekannte oder verwandte Personen. Kinder müssen nicht komplett stillsitzen.
Die Ankommenden nehmen Platz. Verwandte eines Verstorbenen verteilen an diesem Morgen im Verlauf des Gottesdienstes erneut Kerzen an alle Anwesenden, diese werden ebenfalls entfacht und aufgestellt. Der Priester spricht und singt ohne Pause die Liturgie - weitgehend auf Altgriechisch. Das wird zwar von der Gemeinde nicht verstanden, aber sehr gerne gehört. Sein Gesang wird von einem weiteren Theologen ergänzt. Ansonsten singt niemand, kein Instrument wird gespielt.
Im Anschluss an den Gottesdienst werden alle zu Gebäck und Getränken ins Gemeindehaus eingeladen. Die Ehefrau des Priesters hat herzhafte und süße Spezialitäten gebacken - und das macht sie als gute Seele im Hintergrund an jedem Sonntag."
Ein weiterer Interkultureller Stadtrundgang führt am Freitag, 2. Oktober, von 14 bis 18.30 Uhr durch Deichhaus und Zange. Anmeldung unter www.vhs-rhein-sieg.de. Der Spaziergang am Samstag, 3. Oktober, durch die Innenstadt ist bereits ausgebucht.

