In Siegburg "besitzt" Schurz seit dem Amerika-Geburtstag 1976 eine eigene Straße im Norden der Stadt sowie einen großen Fan. Hans-Günther Rottland hält eine zeitgenössische Federzeichnung in Ehren, die Schurz als jungen Mann zeigt. Sie hängt in seinem Wohnzimmer. Das Mitglied im Geschichts- und Altertumsverein schreibt uns zum legendären Sturm der Revolutionäre Carl Schurz und Gottfried Kinkel auf das Siegburger Zeughaus im Mai 1849, der noch vor Erreichen der Sieg von preußischer Reiterei (Ulanen) aufgehalten wurde:
"Zwischen den 30 Ulanen aus Bonn und den Aufständischen ist es in der Nähe von Hangelar zu keinerlei Kampfhandlungen gekommen. Die meisten Aufständischen hatten sich in die Büsche geschlagen. Carl Schurz ließ die Ulanen passieren, die dann das Zeughaus besetzt haben. Es ist niemand verhaftet worden, auch Carl Schurz nicht.
Er hat sich vielmehr am nächsten Tag nach Siegburg begeben und versucht, mit dem dortigen Demokratischen Verein, der im Reichenstein am oberen Markt tagte, die Revolution in Siegburg anzufeuern, was nicht gelang. Er ist von Siegburg nach Elberfeld gegangen, einem weiteren Schauplatz der Revolution. Hier war das Geschehen allerdings schon abgeflaut, deshalb ging es weiter zu den Revolutionären nach Baden, wo auch Kinkel wirkte. Teile der regulären badischen Armee waren zu den Aufständischen übergegangen. Schurz hat mit Kinkel die letzte Bastion, die Festung Rastatt, verteidigt. Die Preußen nahmen Kinkel gefangen, verurteilten ihn sogar zum Tode. Später wurde daraus eine lebenslange Festungshaft.
Schurz gelang es, durch die Kanalisation aus Rastatt zu fliehen. Im Rheinland lebte er danach im Untergrund, ehe er seinen Gefährten Kinkel aus der Festung Spandau befreite. Beide entkamen auf abenteuerliche Weise nach England. Schurz emigrierte in die USA, kämpfte gegen die Sklaverei, stieg bis zum Innenminister auf." Foto: Der Student Carl Schurz, wie er aus Rottlands Wohnzimmer grüßt. Es handelt sich um eine Originallithografie hinter Glas, 24 mal 30 Zentimeter groß. Gedruckt ist sie bei Henry & Cohen, der seinerzeit führenden Universitätsverlagsbuchhandlung in Bonn am Hof, direkt gegenüber der Universität gelegen. Der Abgebildete war Mitglied der noch heute bestehenden Burschenschaft Frankonia.

