Die Zahlen sind die eine Seite des Abends, die Geschichten, die rund um die Aktion gesammelt werden können, eine andere. Da ist Sandra Weinert, Vorsitzende der Bürgergemeinschaft Brückberg, die auf der Siegburg-Sommer-Live-Bühne steht und ein weiteres Mal die Mutmachkette von Max präsentiert. Neun Meter lang, gebildet aus mehr als 700 Perlen, die jeweils für eine Behandlung stehen, die der 15-Jährige an Leukämie Erkrankte über sich ergehen lassen musste. "Gerade entsteht die zweite Mutmachkette, die hat auch schon mehr als zwei Meter." Gestern stand eine Knochenmarkspunktion an, morgen muss der junge Brückberger ins MRT.
Da ist das junge Paar, das, vom Regen durchnässt, im Eingang des Stadtmuseums steht: "Wir sind eigentlich nur zum Musikhören gekommen und haben erst gerade von der Möglichkeit, sich hier als Knochenmarkspender registrieren zu lassen, erfahren. Wir würden das jetzt gerne machen." Da ist die junge Mutter, deren Tochter, vielleicht vier Jahre alt, beim Blick auf das Foto von Max in Tränen ausbricht: "Deshalb sind wir heute hier, damit ich dem Jungen hoffentlich helfen kann."
Und da sind die vielen Helfer, die unermüdlich vor dem Stadtmuseum die Werbetrommel rühren, Passanten ansprechen, über die Aktion informieren. Nicht selten haben sie Erfolg. Aber auch Sätze wie "Interessiert mich nicht" oder "Die wollen nur meine DNA" müssen sie sich anhören.
Ich selbst komme mit einem älteren Ehepaar ins Gespräch. "Wir sind seit 35 Jahren registriert, wir wurden noch nie von der DKMS kontaktiert. So dringend kann das gar nicht sein ..." Aber es ist genau dieses Beispiel, das zeigt, wie wichtig es ist, dass sich möglichst viele Menschen zur Knochenmarkspende bereiterklären. "Die Wahrscheinlichkeit auf ein Match liegt bei einem Prozent", erklärt mir Gabriel Mayer, der die Aktion für die DKMS begleitet. "Von 100 Menschen, die sich registrieren lassen, kommt nur einer für eine Transfusion in Frage." Demgegenüber stehen jedes Jahr 1.300.000 Neuerkrankungen weltweit, allein in Deutschland wird alle zwölf Minuten eine entsprechende Diagnose gestellt.
Wer jetzt noch unterstützen möchte, kann die Probe online anfordern und in den eigenen vier Wänden durchführen. Auch Geldspenden sind willkommen.

