Selma Oestreicher
Beschreibung
Selma Oestreicher, geb. Hoffmann
* 2. August 1881 in Aurich
† 9. Oktober 1944 in Auschwitz
Selma Hoffmann wird am 2. August 1881 in Aurich geboren, dem Zentrum jüdischen Lebens in Ostfriesland. Ihr Vater Simon Hoffmann ist Getreidehändler, der in der Synagoge das Amt eines Mohels innehat. Er ist zuständig für die Beschneidungen des männlichen Gemeindenachwuchses. Selmas erster Ehemann, Salomon „Sally“ Peiser, stirbt 1918 als Soldat im Ersten Weltkrieg. Nach seinem Tod heiratet sie um 1930 den ebenfalls verwitweten Siegburger Geschäftsmann Felix Oestreicher, der erst in der Kaiserstraße 21 und ab 1927/28 in der Ringstraße 2, an der Ecke zur Bahnhofstraße, ein Haushaltswarengeschäft führt und dort auch lebt.
Am frühen Morgen des 10. November 1938 zertrümmern die Geschosse staatlich gelenkter Steinewerfer die Auslagen des Ladens. Ein halbes Jahr nach der Pogromnacht, im Mai 1939, ziehen Selma und Felix nach Köln-Lindenthal in die Kerpener Straße 41. Recherchen des NS-Dokumentationszentrums zufolge werden sie im Mai 1941 zum Umzug in die Kölner Cäcilienstraße 18-22 gezwungen, eines der sogenannten "Judenhäuser", von denen die Verfolgten - auf engstem Raum zusammengepfercht und einer ungewissen Zukunft entgegenblickend - deportiert werden. Im Gedenkbuch des Bundesarchivs ist außerdem eine zwischenzeitliche Internierung im Sammellager Müngersdorf vermerkt.
Der Weg in den Tod beginnt am 15. Juni 1942: Sie besteigen den Zug ins Ghetto Theresienstadt. Felix stirbt dort am 19. Januar 1944. Selma wird am 9. Oktober 1944 ins Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz weitertransportiert. Es ist stark davon auszugehen, dass sie unmittelbar nach ihrer Ankunft ermordet wird.
Foto: Angehörige der Familien Hoffmann und Löwenstein (Paula Löwenstein war Felix‘ erste Frau) wohnten der Stolpersteinverlegung am 10. April 2026 bei und legten nach jüdischer Tradition Steinchen ab. Felix ältere Tochter aus erster Ehe, Marga, überlebte den Holocaust durch Emigration nach Uruguay. Ihr noch lebender Enkelsohn in Montevideo sprach sich gegen einen Stolperstein für den Urgroßvater aus.
Adresse
Ringstraße 2, 53721 SiegburgKategorie
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