siegburgaktuell 06.08.2026

Ein Abend mit Maffay pur
Siegburg. Genau vor 50 Jahren, 1976, veröffentlichte Peter Maffay sein sechstes Studioalbum: "Es war Sommer". Ein Titel, der auch über dem gestrigen Siegburg-Sommer-Live-Konzert steht. Bei perfektem Open-Air-Wetter präsentierte die Tributband "Maffay pur" genau das: Maffay pur. Drei Stunden lang erklangen bekannte und weniger bekannte Lieder des erfolgreichsten Künstlers der deutschen Charts. Besonderen Applaus erhielt natürlich "Über sieben Brücken musst du gehen" - ein Lied über die Hoffnung, nach einer schweren Zeit wieder Licht zu sehen. Und damit war auch der Bogen zum zweiten großen Thema des Abends geschlagen, der Registrierungsaktion der DKMS. Weiterlesen!

700 Perlen, die zu Tränen rühren
Siegburg. Ergreifende Minuten auf dem Marktplatz, als Sandra Weinert (2.v.r.), Vorsitzende der Bürgergemeinschaft Brückberg, vor dem gestrigen Maffay-pur-Auftritt zum Mikrofon greift. Gemeinsam mit Felix, dem Bruder von Max, Cosima Ott von der DKMS, Bürgermeister Stefan Rosemann und Jogy Reindorf in Vertretung von Siegburg-Sommer-Live-Veranstalter Markus Steffens (v.l.) hält sie eine neun Meter lange Perlenkette in die Höhe. "Das ist Max‘ Mutmachkette. Jede der über 700 Perlen steht für etwas, wofür er Mut brauchte. Sei es eine Chemotherapie, ein Medikament, eine Operation oder eine bestimmte Behandlung. Das hier ist Kette Nummer 1, Kette Nummer 2 wird gerade gefädelt. Wir wünschen uns, dass Max endlich seine Abschlussperle setzen kann!"
Der 15-jährige Max vom Brückberg leidet an Lymphdrüsenkrebs, ist dringend auf eine Stammzellenspende angewiesen (wir berichteten). Wie Tag 1 der dafür notwendigen Registrierung verlaufen ist? Weiterlesen!

"Stäbchen rein, Spender sein"
Siegburg. Auf unserem Foto sehen Sie Nico, Gitarrist der Band "Maffay pur". Wie seine Bandkollegen, "zumindest, sofern diese unter 55 sind", ließ er sich gestern im Stadtmuseum als potenzieller Stammzellenspender bei der DKMS, der Deutschen Knochenmarkspenderdatei, registrieren. Insgesamt 161 Personen kamen ins Stadtmuseum, um ihre Bereitschaft, Leben zu retten, mittels dreifachem Wangenabstrich in die Tat umzusetzen.
"Nur ein Prozent der Registrierten wird angefragt", erläutert Cosima Ott von der DKMS. Nicht, weil es so wenige Patienten gibt, die auf eine Spende angewiesen sind. Im Gegenteil: Im Schnitt erhält in Deutschland alle zwölf Minuten ein Mensch die Diagnose Lymphdrüsenkrebs. Das sind fast 44.000 Menschen jährlich. Doch meist fehlt der passende genetische Zwilling.
An den kommenden beiden Mittwochabenden, 12. und 19. August, öffnet das Stadtmuseum erneut jeweils von 17 bis 20 Uhr, um parallel zu den Siegburg-Sommer-Live-Konzerten Interessierten die Möglichkeit zu geben, sich ebenfalls registrieren zu lassen. Mitmachen kann, wer zwischen 17 und 55 Jahre alt ist. Sie haben noch Zweifel? Sie möchten wissen, wie die Registrierung abläuft? Weiterlesen!

Mein Weg zum Stammzellenspender
Siegburg. Es ist kurz vor 17 Uhr. Ich stehe vor dem Stadtmuseum. Ich bin dienstlich hier. Und irgendwie, das wird mir immer mehr bewusst, auch privat. Ich muss für mich eine Antwort finden auf eine Frage, die ich mir nun schon seit mehreren Wochen stelle: Bin ich bereit, mich als Stammzellenspender registrieren zu lassen?
Über die Notwendigkeit bin ich mir schon lange im Klaren. Als die Krankenkassen vor vielen Jahren die Organspendeausweise versendeten, zögerte ich keine Sekunde, um das Feld "Ja, ich gestatte, dass nach der ärztlichen Feststellung meines Todes meinem Körper Organe entnommen werden" anzukreuzen. Ohne Einschränkungen. Aber eine Blut- oder Knochenmarkspende? Beim Zahnarzt zahle ich gerne die Lachgassedierung, um die Behandlung nicht bei vollem Bewusstsein erleben zu müssen, vor Impfungen schlafe ich schlecht, während der Blutabnahme muss ich mehrmals daran erinnert werden, das Atmen nicht zu vergessen.
Doch ich kenne Max. Ein Teil seiner Familie ist auch ein Teil meiner Familie. Das letzte Mal, dass ich Max sah, es war im Frühling, stieg er mit einem Strahlen im Gesicht vom Fahrrad. Mir ist bewusst, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ich Max‘ Match bin, im Promillebereich liegt. Vielleicht. Vielleicht sogar noch darunter. Aber Max ist kein Einzelfall. Mein Entschluss steht fest: Ich besiege meine eigene Angst, um möglicherweise einem anderen Menschen das Leben retten zu können, um einer anderen Familie die Ängste um einen geliebten Menschen zu nehmen.
Nach kurzer Wartezeit bin ich an der Reihe. Zusammen mit den drei Teststäbchen und einem Mäppchen, in dem ich diese nach erfolgtem Abstrich verpacken soll, erhalte ich eine schnelle mündliche Einweisung. Die ist eigentlich überflüssig, denn mit dem Smartphone scanne ich einen ausliegenden QR-Code, der mich zu einem Fragebogen führt. Zunächst muss ich zustimmen, dass ich mich zumindest für eine "periphere Stammzellenentnahme", die in 90 Prozent der Fälle durchgeführt wird und bei der die Stammzellen dem Blut entnommen werden, oder eine Knochenmarkentnahme unter Vollnarkose aus dem Beckenknochen bereiterkläre. Noch einmal zögere ich kurz, klicke dann aber auf Ja.
Es werden noch Rahmendaten - Geburtsdatum, Kontaktmöglichkeiten - und mögliche Erkrankungen, die ein Ausschlusskriterium sind, abgefragt, dann werde ich Schritt für Schritt durch den Testvorgang, den ich selbst vornehmen darf, geführt. Eine Minute Abstrich an der linken Wange - die Stoppuhr läuft im Registrierungsprogramm -, dann an der rechten, dann beide mitsamt der Lippe. Ich gebe zu, das ist nicht immer angenehm, ich kämpfe zwischenzeitlich mit dem Würgereiz, aber es gelingt. Jetzt die Stäbchen noch zwei Minuten trocknen lassen, danach dürfen sie in die Verpackung.
Ein letztes Mal zögere ich kurz: Soll ich die Probe wirklich abgeben? Klar! Auch wenn ich insgeheim hoffe, zu den 99 Prozent der Registrierten zu gehören, die nicht als Spender benötigt werden ...
Meine Schwester bringt meine Gedanken heute Morgen auf den Punkt: "Ich bin schon seit Jahren registriert und hatte noch kein Match. Trotzdem bin ich froh, es gemacht zu haben und vielleicht jemanden eine Chance auf ein neues Leben zu geben."
Sollten Sie sich nicht wagen oder keine Spende abgeben dürfen: Jede Registrierung kostet 50 Euro. Die DKMS freut sich daher auch über finanzielle Zuwendungen, die ihre Arbeit unterstützt.

Radweg in Schreck deutlich markiert
Siegburg. Land und Kommune sind sich einig: Das Radfahren muss sicherer werden. Und wer aufs Velo steigt, soll auch das Gefühl haben, dass er sicher unterwegs ist. Daher wurde nun an der Einmündung der Schützenstraße in die Zeithstraße die Querung für Radfahrer rot markiert.
"Es handelt sich um eine präventive Maßnahme, um eine potenzielle Gefahrenstelle zu entschärfen", erläutert Johannes Breuer vom städtischen Amt für Mobilität und Infrastruktur, das die Maßnahme in Abstimmung mit dem Landesbetrieb Straßenbau NRW sowie der Kreispolizeibehörde durchgeführt hat. Potenziell, da es sich um keine sogenannte Unfallhäufungsstelle handelt, das Risiko für schwere Kollisionen jedoch gesehen wird. Dafür gibt es mehrere Gründe.
Der Radweg, der hier die Schützenstraße quert, darf in zwei Fahrtrichtungen genutzt werden. "Das ist innerorts eher unüblich", so Breuer, "hier aufgrund der Begebenheiten vor Ort jedoch nicht anders möglich". Autofahrer, die nach rechts auf die Zeithstraße abbiegen wollen, würden daher bei der Ausfahrt vor allem nach links schauen. Hinzu kommt, dass der Blick nach rechts durch eine Mauer eingeschränkt ist. Radfahrer, die aus dieser Richtung kamen, waren früher eher langsam, schließlich geht es bergauf. "Durch die Motorunterstützung sind diese nun aber auch mit Geschwindigkeiten von teilweise über 20 km/h unterwegs."
Wichtig ist: Rechtlich hat sich an der Verkehrsregelung vor Ort nichts geändert. Radfahrende (und Fußgänger) hatten auch bereits vor der Markierung Vorrang, die Vorschrift wurde lediglich verdeutlicht. Das richtige Verhalten bei der Ausfahrt aus der Schützenstraße erklärt Breuer wie folgt: "Vorsichtig in den sichteingeschränkten Bereich vortasten, um eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auszuschließen." Nicht nur an die Radfahrenden appelliert er: "Gegenseitige Rücksichtnahme und passive Fahrweise sorgen wie immer für die höchste Sicherheit."

Nicht abladen, sondern Alternative suchen
Siegburg. Wütende Mail vom städtischen Baubetriebshof: "Das ist ja nicht mehr normal. Voll heißt doch nicht, dass man davor abladen darf! Dann nimmt man die Sachen wieder mit oder fährt direkt zur AWO oder zum nächsten Standort ... Der Sinn der Container wird dadurch auch hinfällig, da alles, was davor liegt, am Ende auf Kosten der Allgemeinheit im Müllcontainer landet." Hinzu kommt, dass sich Ratten und anderes Ungeziefer in ausgedienten Jacken, Hosen oder Röcken pudelwohl fühlen. Deshalb unsere dringende Bitte: Legen Sie Altkleider nicht vor dem Container ab, sondern kommen Sie wieder, wenn die Sammelbehälter geleert sind.
Generell geschieht das einmal wöchentlich. Allerdings räumt die RSAG, die die Container in Kooperation mit der AWO betreibt, ein, dass es derzeit aus verschiedenen Gründen zu Engpässen kommen kann. In einer Pressemitteilung von Mitte Juni heißt es: "Bundesweit sorgen ein steigendes Sammelaufkommen, hohe Fehlwurfquoten, rückläufige Vermarktungsmöglichkeiten sowie wirtschaftliche Schwierigkeiten einzelner Marktteilnehmer für erhebliche Herausforderungen. Die aktuellen Verkehrsprobleme" - gemeint ist die Sperrung der Nordbrücke - "verschärfen die Situation zusätzlich."

Menschliche Freiheit im Licht der modernen Naturwissenschaften
Siegburg. "Menschliche Freiheit im Licht der modernen Naturwissenschaften - Von der Quantenphysik zu Geist, Bewusstsein und Seele" ist der Titel eines wissenschaftlichen Symposiums, zu dem sich in der kommenden Woche 16 Referenten und sechs Diskutanten aus den Fachgebieten Mathematik, Physik, Philosophie und Theologie im Katholisch-Sozialen Institut (KSI) einfinden.
Um was geht es genau? Früher glaubten viele Naturwissenschaftler, die Welt bestehe nur aus Materie und alles würde nach festen Regeln ablaufen. Doch die Quantenphysik hat gezeigt, dass dieses Bild nicht vollständig stimmt. Dadurch haben sich viele Vorstellungen über die Welt und den Menschen verändert. Bis heute erforschen und diskutieren Forschende, was das genau bedeutet. Besonders wichtig ist dabei die Frage: Kann der Mensch frei entscheiden? Oder ist jede Entscheidung schon vorher festgelegt?
Die Teilnehmer tagen in einem geschlossenen Kreis, das Symposium öffnet sich jedoch am Mittwoch, 12. August, um 19 Uhr der interessierten Öffentlichkeit. Prof. Dr. Godehard Brüntrup von der Hochschule für Philosophie München, ein international renommierter Vertreter der Philosophie des Geistes und der Metaphysik, der unter anderem das Vorwort zur deutschsprachigen Ausgabe der päpstlichen Enzyklika "Magnifica humanitas" schrieb, hält dann den Vortrag "Der Ort der Freiheit in der Natur". Anmeldung unter www.ksi-institut.de.

Pärchen beim Parfümdiebstahl erwischt
Siegburg. Am Dienstag beobachtet der Ladendetektiv eines Drogeriemarktes ein Pärchen, wie es die Warensicherung von mehreren Parfüms im Gesamtwert von rund 300 Euro entfernt und die Flakons dann in eine Tasche steckt. Beim Verlassen des Geschäfts spricht er das Duo an und hält es bis zum Eintreffen der Polizei fest. Der 29-Jährige gibt an, dass er die Duftwasser verkaufen wollte, um den Sprit fürs Fahrzeug bezahlen zu können. Gegen ihn und seine 23-jährige Begleiterin werden Strafverfahren wegen gemeinschaftlichen Ladendiebstahls eingeleitet.

Sperrung unter der Vorlandbrücke
Siegburg/Bonn. Morgen beginnt der Abriss der Vorlandbrücke der A565-Rheinquerung auf Bonner Stadtgebiet. Gearbeitet wird dann rund um die Uhr. Daher ist die Anschlussstelle Auerberg von heute bis voraussichtlich Dienstag, 11. August, 5 Uhr gesperrt, ab morgen früh, 6 Uhr, auch die Graurheindorfer/Herseler Straße im Bereich der Auffahrten. Die Umleitung erfolgt über die Kölnstraße. Betroffen sind neben dem Kfz-Verkehr auch Radfahrer und Fußgänger, die Buslinien 600, 601 und N1 sowie der Bahnersatzverkehr der Straßenbahnlinie 61. ÖPNV-Nutzer werden unter www.swb-busundbahn.de über die Änderungen informiert.

... zauberten Farbe in den Himmel
Siegburg. "Leider nur ein paar Tropfen", so Achim Binte, fielen am Dienstagabend vom Himmel. Zum Füllen der Flüsse und Wiederergrünen von Rasenflächen hat es nicht gereicht - aber immerhin für einen Regenbogen.

Stadtnachrichten online
Siegburg. Nachrichten und Veranstaltungen, Bürgerservice und Digitale Verwaltung, Mängelmelder und Umfragen. Mit der App Citykey lernen Sie die Kreisstadt neu kennen und erledigen Behördengänge bequem über das Smartphone. Ganz einfach, unabhängig von Zeit und Ort. Download über nachfolgenden Link.
Videos, Bilder, Informationen, oftmals direkt vom Ort des Geschehens: Wer die städtische Facebookseite Kreisstadt Siegburg oder den Instagram-Account kreisstadt_siegburg liked, der ist quasi mittendrin. Mehr zu spannenden Ausflugszielen und Freizeittipps für Klein und Groß erfahren Sie auf dem Instagram-Account visit.siegburg der Tourist Information.
Ihre Stimme zählt! Unter mitmachen.siegburg.de laden wir Sie herzlich ein, sich mit der Stadtverwaltung über anstehende Themen in Siegburg auszutauschen, Ihr Wissen und Ideen einzubringen oder an Umfragen und Beteiligungen teilzunehmen. Der Vorteil: Eine einmalige Registrierung reicht aus, um bei sämtlichen Projekten mitzumachen.

Donnerstag, 6. August 2026
ganztägig, Kulturkiosk, Markt:
Uta Rings: "In den Farbräumen" (bis Sonntag, 30. August)
10 bis 13 Uhr, Spiel- und Sportplatz Arndtstraße:
Spielmobil Armin
10 bis 17 Uhr, Stadtmuseum, Markt 46:
Paolo Porelli & Mattia Vernocchi: "Werden - zwischen Materie, Geschichte und Natur" (Foto, bis Sonntag, 30. August)
14 bis 17 Uhr, Stadtmuseum, Markt 46:
Die Artothek hat geöffnet
15 Uhr, Caritas, Wilhelmstraße 74:
Trauergesprächskreis von "Sonare"
17.30 Uhr, Kleiberg:
Sport im Park: "Wirbelsäulengymnastik"
18.30 Uhr, Kleiberg:
Sport im Park: "Body-Workout"
Freitag, 7. August 2026
ganztägig, Kulturkiosk, Markt:
Uta Rings: "In den Farbräumen" (bis Sonntag, 30. August)
9.30 Uhr, Kleiberg:
Sport im Park: "Kraft- & Balancetraining 65+"
10 bis 13 Uhr, St. Hedwig, Katharinenstraße 66:
Spielmobil Armin
10 bis 17 Uhr, Stadtmuseum, Markt 46:
Paolo Porelli & Mattia Vernocchi: "Werden - zwischen Materie, Geschichte und Natur" (bis Sonntag, 30. August)
14 bis 16 Uhr, Gemeinschaftsgarten, Cecilien-/Wellenstraße:
Der Gemeinschaftsgarten hat für Besucher geöffnet
15 bis 19 Uhr, Marienheim, Bambergstraße 39:
Blutspende (bitte Termin reservieren)
16 bis 17 Uhr, Stadtbibliothek, Griesgasse 11:
Silent Reading
ab 18 Uhr, anno17, Bergstraße 26:
Freitagswein
18.30 Uhr, Kleiberg:
Sport im Park: "Core Stabilität & Tiefenmuskulatur"

Das aktuelle Kinoprogramm entnehmen Sie bitte den Webseiten von
Capitol, Augustastr. 20, Tel.: +49 2241 62288, https://www.capitol-siegburg.de und
Cineplex, Europaplatz 1, Tel.: +49 2241 958080, https://www.cineplex.de.
Donnerstag, 6. August, der 218. Tag in 2026
Wetter: Wir können heute endlich einmal durchatmen. Doch blicken wir noch einmal nach Österreich. Erst in dieser Woche zeigten wir Leserbilder vom verschwindenden Pasterze-Gletscher. Am Dienstag, als in der Alpenrepublik ein neuer Hitzerekord aufgestellt wurde, der bereits am nächsten Tag wieder fiel (gestern kletterte das Thermometer in Bad Deutsch-Altenburg auf 41,2 Grad), sorgte der Wettermoderator Manuel Kelemen in einem TV-Auftritt für Aufsehen: "Wir haben es tatsächlich geschafft, in allen drei Sommermonaten die 40-Grad-Marke zu knacken. Das ist meteorologischer Irrsinn. Das ist statistisch gar nicht möglich - und gleichzeitig sehen wir: Es passiert! Die heißeste Region in Europa ist der Alpenraum, nicht Spanien oder Süditalien oder Griechenland. Das, was sich im System verändert hat, nennt man Klimakrise!"
Sonnenuntergang heute: 21.09 Uhr
Sonnenaufgang morgen: 6.06 Uhr
Monduntergang heute: 15.38 Uhr
Mondaufgang heute: 23.42 Uhr
Hermann (Judäus, um 1110 in Köln als Jude geboren, nahm nach langem Schwanken und unter dem Einfluss des Rupert von Deutz den katholischen Glauben an, wurde um 1131 im Kölner Dom getauft; später Prämonstratenser in Cappenberg, dann Propst in Scheda, wo er am 6. August 1173 gestorben sein soll), auch: Haro, Hermi, Menzel, Manes; Gilbert (von Maria Laach, um 1127 erster selbständiger Abt des 1093 am wassergefüllten Eifelkrater gegründeten Benediktinerklosters, starb vermutlich am 6. August 1152); Berta; Jaqueline.

Johann Bernoulli (1667-1748), schweizerischer Mathematiker; Hans Moser (1880-1964), österreichischer Volksschauspieler ("Rosen in Tirol", "Wiener Blut", "Maske in Blau"); ab 1937 lässt Moser sich auch für Propagandafilme der Nazis einspannen, von seiner jüdischen Frau muss er sich trennen - sie wird nach Budapest ausgewiesen; Alexander Fleming (1881-1955), britischer Bakteriologe, Entdecker des Penicillins, Medizinnobelpreis 1945 (Foto, Fleming in der Bildmitte, links der schwedische König Gustaf V.); Charles Crichton (1910-1999), englischer Regisseur ("Ein Fisch namens Wanda"); Robert Mitchum (1917-1997), amerikanischer Schauspieler ("Die Nacht des Jägers"); Andy Warhol (1928-1987), amerikanischer Pop-Art-Künstler, Maler, Grafiker und Fotograf; Sir Christian Bonington (1934), britischer Alpinist, 19 Expeditionen in den Himalaya, unter seiner Leitung gelang 1975 erstmals die Durchsteigung der Everest-Südwand; Baden Powell de Aquino (1937-2000), brasilianischer (Bossa-Nova)-Gitarrist; Stefanie Kramer (1956), amerikanische Schauspielerin ("Hunter") und Musikerin; Michelle Yeoh (1962), malaysische Schauspielerin ("Everything, Everywhere All At Once") Cherno Jobatey (1965), Fernsehmoderator; M. Night Shyamalan (1970), Regisseur, Drehbuchautor und Produzent ("The Sixth Sense", "Split"); Vera Farmiga (1973), US-amerikanische Schauspielerin mit ukrainischen Wurzeln, erst im Alter von sechs Jahren lernte sie Englisch; seit 2013 spielt sie die Dämonologin Lorraine Warren in der "Conjuring"-Filmreihe: Die echte Lorraine starb 2019 im Alter von 92 Jahren, 13 Jahre nach ihrem Mann Ed, gemeinsam waren sie die führenden "Spukforscher" der USA und hielten Vorlesungen an Hochschulen und Universitäten zu parapsychologischen Themen.

1221: Dominikus, der in Altkastilien geborene und später heilig gesprochene Gründer des Dominikanerordens stirbt ungefähr 50-jährig in Bologna; 1890: William Kemmler, der amerikanische Mörder, er erschlug seine Freundin Tillie Ziegler mit einer Axt, stirbt 50-jährig in Auburn als erster Mensch auf dem elektrischen Stuhl; die Methode hält man für "schneller, effektiver, schmerzfreier und humaner" als das übliche Erhängen, erweist sich bei der Premiere jedoch als Schauerstück: 17 Sekunden lang 700 Volt, dann wird der Generator abgestellt, der Delinquent lebt und windet sich, er krampft und stöhnt, es stinkt nach verschmorter Haut; neuer Versuch: 70 Sekunden, Blutgefäße platzen, Haare und Fleisch verschmoren unter den Elektroden, dann ist Kemmler förmlich "gegrillt", wie die Autopsie erweist; George Westinghouse, einer der Pioniere der US-Elektrifizierung und Gegner des Stromtods, bemerkte lapidar: "Mit einer Axt hätten sie das besser hingekriegt", die "New York Times" schreibt, Kemmler sei "langsam zu Tode geröstet" worden; 1913: Reginald Robinson Lee, der Ausguck der "Titanic", in der Nacht der Eisberg-Kollision vom 14. auf den 15. April 1912 mit Kollege Frederick Fleet im Krähennest und im Rettungsboot 13 mit 46 anderen Passagieren dem Tod entkommen, stirbt ein Jahr nach der Katastrophe in Warwickshire 43-jährig an Herzversagen nach einer schweren Lungenentzündung; 1936: Willi Ostermann, der Kölner Dichter von Heimat- und Karnevalsliedern, Schöpfer der Gänsehaut-Hymne "Heimweh nach Köln", stirbt 59-jährig in seiner Heimatstadt; bei der Beisetzung vier Tage später säumen Zehntausende den Trauerzug vom Neumarkt über die Aachener Straße nach Melaten; sein Freund Thomas Liessem trägt am offenen Grab den Refrain des letzten und größten Ostermann-Liedes vor, das er noch bei seinem zweimonatigen Klinikaufenthalt verfasst hatte, kölsche Melancholie, tief ins Herz, tief unter die Haut: "Wenn ich su an ming Heimat denke, un sin d'r Dom su vör mir ston, mööch ich direk op Heim an schwenke, ich mööch zo Foß no Kölle jon"; Foto: "zo Foß jon" muss man auch, um zum Ostermanndenkmal im Nachtigallental bei Königswinter zu gelangen; 1969: Theodor W. Adorno, der Mitbegründer der Frankfurter Schule stirbt 65-jährig im schweizerischen Visp; 1978: Papst Paul VI., das Oberhaupt der katholischen Kirche - bürgerlicher Name: Giovanni Battista Enrico Antonio Maria Montini - stirbt 80-jährig in der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo; 1991: Schapur Bachtiar, der frühere iranische Premierminister nach dem Sturz des Schah, der vor den islamistischen Terrorköpfen um Religionsdiktator Chomeini das Land verlassen musste, wird im französischen Exil in Paris 77-jährig brutal in seinem Haus von drei Mördern niedergestochen; Bachtiar ist auf dem Friedhof Montparnasse bestattet; 2009: John Hughes, der amerikanische Drehbuchautor ("Kevin - Allein zu Haus") und Regisseur ("The Breakfast Club") stirbt 59-jährig in New York; 2011: Rudolf Rohlinger, der Fernsehjournalist (ARD-Wahlberichterstattung, Korrespondent in New York) stirbt 86-jährig in Pulheim; seine "Kreuzfeuer"-Interviews mit Claus Hinrich Casdorff in "Monitor" gerieten oft zu Verhören, der CSU-Grande Franz-Josef Strauß schnaubte einst angefressen: "Diese Überfallfragen liebe ich nicht, bitte lassen Sie das"; 2011: Kuno Klötzer, der Fußball-Trainer, mit dem HSV 1977 Europa-Cup-Sieger, als unbeugsamer "Ritter Kuno" bekannt, stirbt 89-jährig in Norderstedt; 2014: Olaf Buhl, der ZDF-Journalist ("Kennzeichen D") und Auslandskorrespondent (Afghanistan, Irak) stirbt 61-jährig in Wiesbaden; 2016: Pete Fountain, der Jazzklarinettist ("A Closer Walk") stirbt 86-jährig in New Orleans, 2018: Joel Robuchon, der französische Meisterkoch, 32 Michelin-Sterne, für den "Gault-Millau" 1990 der "Koch des Jahrhunderts", stirbt 73-jährig in Genf an Bauchspeicheldrüsenkrebs; mit den Löffelakrobaten der "Nouvelle Cuisine" hatte er nicht viel am Hut, den "SPIEGEL" überzeugte er mit seinem Kartoffelbrei: "Der Meister hatte einen Weg gefunden, aus gestampften Kartoffeln mit Unmengen von Butter eine locker-flockige, hochkalorische Gaumenfreude zu kreieren, die selbst hartgesottene Gourmets in Wallung versetzte".
Vor 235 Jahren - 6. August 1791
Das Brandenburger Tor wird für den Verkehr freigegeben.
Vor 220 Jahren - 6. August 1806
Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation nach 844 Jahren. Franz II. legt den Titel nieder und erklärt das Reich für erloschen. Damit will er eine Wahl Napoleons zum Nachfolger ausschließen. 1804 hatte Franz die österreichischen Erblande zum Kaisertum erklärt und amtierte dort bis 1835 als Kaiser Franz I.
Vor 100 Jahren - 6. August 1926
Die 19-jährige Amerikanerin Gertrude Caroline Ederle durchschwimmt als erste Frau den Ärmelkanal, in 14:31 Stunden. Sie ist damit zwei Stunden schneller als die fünf Männer, die es vor ihr geschafft hatten. Nach einer Maserninfektion litt die Tochter deutscher Auswanderer an Schwerhörigkeit. Das Salzwasser im Ärmelkanal schädigte ihre Trommelfelle, sie begann taub zu werden. 1924 hatte Ederle bei Olympia in Paris bei den Schwimmwettbewerben Gold und zweimal Bronze geholt.
Vor 15 Jahren - 6. August 2011
Im Londoner Stadtteil Tottenham eskaliert eine Demonstration vor einer Polizeistation wegen eines ungeklärten Todesfalls bei einem Polizeieinsatz in den Abendstunden zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, die in den folgenden Tagen auf andere Stadtteile sowie Birmingham, Bristol, Liverpool und Manchester übergreifen. Es kommt zu Brandanschlägen und Plünderungen. Insgesamt sterben fünf Menschen.
Vor 115 Jahren - 6. August 1911
"Der Siegburger Radfahrer-Verein 1894 feiert am Sonntag, 13. August, im Hotel Herrengarten sein 17. Stiftungsfest. Dasselbe beginnt mit Gartenkonzert. Von 8 Uhr abends ab wird sich ein Ringen um die Meisterschaft im Reigenfahren abspielen. Da sich hierzu auf diesem Gebiete die hervorragendsten Vereine aus der Umgegend sowie Bonn und Köln gemeldet haben, wird der Kampf ein besonders heißer werden. Mit Spannung kann man daher wohl erwarten, wer die vom Siegburger Radfahrerverein 1894 ausgesetzten hohen Preise erringen wird."
Vor 115 Jahren - 6. August 1911
Anzeige: "Nähmaschinen und Strickmaschinen beste und billigste Bezugsquelle seit 1870. Prinz Heinrichwerk Gebr. Kraemer Maschinenfabrik und Eisengießerei. Inhaber goldener Medaillen und höchster Ehrenpreise. Wir gestatten uns, noch besonders darauf hinzuweisen, daß unsere Maschinen nicht durch hohe Ladenmiete, Hausierer etc. verteuert werden, daher unsere billigen Preise bei Fabrikaten allerersten Ranges."

Vor 115 Jahren - 6. August 1911
"In der letzten Stadtratssitzung kam die Vorlage wegen einer Verbindungsstraße zwischen der Kaiserstraße und Holzgasse zur Verhandlung und zur vorläufigen Annahme. Bei dieser Besprechung zeigte sich wieder, wie nur die persönlichen Vorteile und nicht die Allgemeinheit in den Vordergrund geschoben werden. 58 Unterschriften von der Kaiserstraße dagegen, 45 Unterschriften aus der Holzgasse dafür. Zwei Geschäftsstraßen können nur gewinnen, wenn sie sich nicht in langem Zuge radial entwickeln, sondern durch gute Verbindungsstraßen ineinander übergehen. Was den beiden Straßen in Siegburg, der Kaiserstraße und Holzgasse fehlt, ist eben ein gut angelegter Verbindungsweg. Aussprüche wie 'die Holzgasse will die Kaiserstraße angeln', müssen als kleinlich bezeichnet werden. Man begegnet hier demselben kleinlichen Wesen, das so viele Nachteile schon im Laufe der Zeit unserer Stadt gebracht hat." (Siegburger Kreisblatt)
Foto: Blick vom oberen Markt in die Holzgasse.

Vor 115 Jahren - August 1911
Als schwierig erweisen sich die städtischen Versuche, Grundstücke neben der Schule Bonner Straße zu kaufen oder zu tauschen, um den zu kleinen Schulhof mit Spielplatz zu erweitern. Da schlägt der Stadtverordnete Justizrat Mielcke vor, an eine Verlegung der Schule zu denken, sie erweise sich jetzt schon als fast zu klein. Das kann sich auch Kollege Schallenberg vorstellen. Ein besserer Platz werde sich schon finden. Bürgermeister Carl Plum hält gegen: So schlecht liege die Schule auch für den Stadtteil Zange nicht. Doch auch Kommerzienrat Keller macht den Vorschlag, sich nach einem Alternativ-Grundstück für ein zu errichtendes Schulgebäude umzusehen. Jedenfalls sei es heute billiger zu erwerben als in einigen Jahren. Jedenfalls mache es für ihn keinen Sinn, in Sachen Erweiterung des Schulhofs zu verhandeln, erklärt Plum. Foto: Die 1898 erbaute Schule Zange gehörte bis 1906 wie der ganze Stadtteil nicht zu Siegburg, sondern noch zur Bürgermeisterei Menden.
Vor 100 Jahren - August 1926
"Auf der Siegburg-Mülldorfer Siegbrücke entgleisten am nachmittag zwei Wagen eines Rhein-Sieg-Eisenbahnzuges, wodurch eine Verkehrsstockung entstand; die Bonner Elektrische war gezwungen, an der Siegbrücke die Fahrgäste aus- und einsteigen zu lassen, die Fuhrwerke mußten über die Brücke bei Buisdorf fahren. Nachdem gegen Abend das Verkehrshindernis beseitigt war, mußten erst noch die Geleise der elektrischen Bahn in Ordnung gebracht werden, sodaß sie am selben Abend bis zum Bahnhof Siegburg verkehren konnten."

Vor 100 Jahren - August 1926
Alte Kameraden, die "Siegburger Zeitung" berichtet über Krieger-Treffen und ein Fahnen-Heiligtum:
"Das 60jährige Jubelfest des Kameradschaftlichen Vereins Siegburg in Verbindung mit dem 25jährigen Bestehen des Kreis-Kriegerverbandes "Sieg" nahm einen überaus glänzenden Verlauf. Zu dem Fackelzug am Samstag abend erstrahlten die Straßen unserer Stadt in buntestem Lichterglanze und ein großartiges Feuerwerk auf dem Markte bildeten den Mittelpunkt dieser Abendveranstaltung. Nach dem Besuch der einzelnen Festgottesdienste und den Festakten zog der stattliche Zug nach dem Gedenken der gefallenen Kameraden an dem Kriegerdenkmal mit Niederlegung eines Kranzes durch die in reichem Flaggenschmuck stehende Stadt. An dem Festzug beteiligten sich über 60 Vereine mit ihren Fahnen und besonders stachen die Schützen, Radfahrer, Metzger und Ruderer durch die ihnen eigene Aufmachung hervor; der Marineverein führte sein Heiligtum, die von einem Kameraden beim Versenken der ausgelieferten deutschen Flotte bei Scapa flow gerettete Marineschiffsfahnen die er auch durch seine ganze Gefangenschaft in England verbarg, mit. Die Abendveranstaltungen in den einzelnen Sälen der Stadt nahm einen abwechslungsreichen Verlauf bei gut besetzten Häusern."
Foto: Zehn Jahre später, 1936 - Aufmarsch vor dem Denkmal zu Nazi-Zeiten.

Vor 70 Jahren - 6. August 1956
"Das Fahnenrondell vor dem Landratsamt, an dem die Besatzer tagtäglich ihre Fahnenzeremonie begingen, ist verschwunden. Im Kreisausschuss hat sich keine einzige Stimme dafür gefunden, dieses Rondell beizubehalten und dort deutsche Fahnen bei Gelegenheit zu hissen. Das hat einen tieferen Grund: Das Rondell war von Ketten umsäumt und diese Ketten haben es bewirkt, daß die Anlage vor dem Landratsamt den Namen `Deutschland in Ketten` bekam. Nicht nur die Abgeordneten des Siegkreises, sondern auch das Personal der Verwaltung hat sich dagegen ausgesprochen, daß man diese Anlage in die Zukunft retten sollte. Die Fahnen werden künftig anderswo gehißt, nämlich am Balkon. Dort werden vier Masten angebracht, an denen die Fahnen des Bundes, des Landes, des Kreises und der Stadt Siegburg gehißt werden, wenn es nötig erscheinen sollte. Die Beseitigung des Rondells soll ein symbolsicher Beitrag zu der Tatsache sein, daß einige der unbeliebten Ketten inzwischen gefallen sind."
Foto: Vier Jahre später, 1960, wehen die Fahnen am Balkon des Landratsamtes.

Vor 15 Jahren - 6. August 2011
Mit der Geschichte des Ortsteils Stallberg und seiner Löschgruppe hat sich Frank Pritz, Oberbrandmeister der Feuerwehr und Löschgruppenführer im Stadtteil, befasst. siegburgaktuell bringt seine Abhandlung in Ausschnitten:
Der Stallberg bestand vor über 600 Jahren aus mehreren Hofgütern. So wie die Dörfer Wolsdorf und Troisdorf gehörte der Ortsteil Stallberg zur Vogtei Siegburg, die von 1064 bis 1676 der abteilichen und bis 1806 der bergischen Landesherrschaft unterstand. In der folgenden preußischen Zeit bildeten die Ortsteile Wolsdorf und Stallberg die Gemeinde Wolsdorf, die zur Bürgermeisterei Siegburg gehörte. Am 1. April 1899 wurde Wolsdorf mit dem Ortsteil Stallberg in die Stadt Siegburg eingegliedert. Das Gebiet des Stallberges wurde jahrhundertelang landwirtschaftlich genutzt. Dort lagen die Höfe Winterbergerhof, Rothenbacherhof, Flögerhof, Seidenbergerhof und der Deutzerhof.
Der Abbau der reichhaltigen Tonlager im Gebiet des Stallberges war seit alter Zeit neben der Landwirtschaft bedeutsam. Er lieferte bis zum 17. Jahrhundert den Ton für die Töpferbetriebe der Vorstadt Aulgasse. Der Stallberg war schon früh an den öffentlichen Verkehr angeschlossen. Ein Fernhandelsweg, der zugleich als Botenweg Verwendung fand, führte von Köln nach Frankfurt und zwar in unserem Bereich von der Aggerbrücke über den alten Steinweg (Steinbahn), die alte Poststraße, den Stallberg, Kaldauen, Seligenthal über die Sieg nach Hennef-Warth. Um 1858 wies der Stallberg 103 Bewohner und 35 Häuser auf.
In den 1920er-Jahren setzte auch auf dem Stallberg die Industrialisierung ein. Am 1. Juni 1929 wurde die alte Zünderfabrik an der Barbarastraße an die Chemische Fabrik Kepec in Bonn verkauft, die dann mit dem gesamten Fabrikbetrieb zum Stallberg zog. Damals einer der größten Arbeitgeber dort. Zur gleichen Zeit begann die Firma der Gebrüder Seiler mit der fabrikmäßigen Herstellung von Sperrholz. Bald spezialisierte man sich auf die Herstellung von Küchenmöbeln. Die Firma Hermes gründete dann später eine Firma zur Herstellung von Fensterrollläden. Weiterhin gab es noch die Firma Lichtenberg Feuerfest, die sich auf die Herstellung von Schamotsteinen und allem was dazu gehört spezialisierte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand in Siegburg durch den Zuzug von Vertriebenen, Ausgebombten und Flüchtlingen eine große Wohnungsnot. Zur Linderung gab die Stadt Siegburg das Gelände auf dem Stallberg zu beiden Seiten der Zeithstraße zur Bebauung frei. Ab dem Jahr 1948 setzte nun auf dem Stallberg ein richtiger Bauboom ein. Anfang der 1960er-Jahre begann auch die Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft Sozialwohnungen zu bauen. 1961 verschwanden die letzten Baracken an der Kaldauerstraße. Mit dem Abbruch der sogenannten Elendsviertel verschwand auch das zweckentfremdete und für den Brandschutz ungeeignete alte Gerätehaus, welches nach seiner Brandschutzbestimmung zuerst als kleine Bäckerei und zuletzt als Geschäftsraum einer Dame des ältesten Gewerbes genutzt wurde (Fortsetzung folgt).
Foto: Die Firma Lichtenberg Feuerfest an der Zeithstraße, später eröffnete dort in einem Neubau "Rolfs Gartenbedarf".

Vor 15 Jahren - 6. August 2011
Hinten geht's schon los. Wie ein gefräßiges Tier mit langem Hals reißt dieser Bagger erste Löcher in die alte Kaufhalle. Von innen hört man in den letzten Tagen lautes Hämmern, "entkernen" nennen die Experten die vorbereitenden Schritte. Übermorgen stürzen die großen Brocken - dann lassen die Abräumer keinen Stein auf dem anderen. Im späteren Neubau sollen Ladeneinheiten und 17 Wohnungen entstehen. Standhaft blieb gestern noch das Banner mit der Aufschrift "Sportpalast" an der Front. Foto: Bagger beißt Wand. Gesehen aus der Elisabethstraße.

Vor 15 Jahren - 6. August 2011
Vorn herrscht noch trügerische Ruhe: Blick auf Kaufhalle und Elisabethstraße.
Für einen Besuch der Stadtverwaltung gilt: Erst hier Termin vereinbaren, dann vorbeikommen.
Tourist Information (+49 2241 102-7533 oder tourismus@stadtbetriebe-siegburg.de) und Stadtmuseum (+49 2241 102-7410 oder stadtmuseum@stadtbetriebe-siegburg.de), Markt 46, haben dienstags bis samstags zwischen 10 und 17 Uhr, sonntags zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet (die Tourist Information auch montags von 10 bis 17 Uhr). Die Stadtbibliothek, Griesgasse 11, kann dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr besucht werden, Inhaber eines Büchereiausweises erhalten darüber hinaus während der Open-Library-Zeiten (dienstags bis sonntags von 8 bis 10 sowie 17 bis 20 Uhr) Zugang.
Aktuelle Öffnungszeiten des Oktopus Freizeitbad, Zeithstraße 110, können hier abgerufen werden. Der Zugang zum Bad ist mit einem Online-Ticket möglich, das hier erworben werden kann. Sie können das Online-Ticket auch mit Hilfe der Kolleginnen und Kollegen im Eingangsbereich des Hallen- und Freibades sowie im Stadtmuseum am Markt erwerben. Im Stadtmuseum ist der Ticketverkauf mit Bargeld möglich, ansonsten nur bargeldlos mit allen digitalen Zahlungsmitteln einschließlich der IBAN. Zusätzlich können Schwimmbadtickets vor Ort auch mit dem Siegburg-Gutschein (Karte oder App) erworben werden.
Polizei: 110
Feuerwehr/Notarzt/Rettungsdienst: 112
Krankentransport: +49 2241 19222
Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116117
Zahnärztlicher Bereitschaftsdienst: +49 1805 986700
Giftnotruf-Informationszentrale der Universitätsklinik Bonn: +49 228 19240
Apotheken-Notruf: +49 800 0022833
Apotheken-Notdienst: https://www.aponet.de
Telefonseelsorge: +49 800 1110111 oder +49 800 1110222
Sorgentelefon für Kinder und Jugendliche: 116111 oder +49 800 1110333
Bundesweites Hilfstelefon "Gewalt gegen Frauen": 116016
Opferschutzbeauftragter der Kreispolizeibehörde Siegburg: +49 2241 5413812
Beratungsstelle sexualisierte Gewalt: +49 228 635524
Zentraler Karten-Sperr-Notruf: 116116
Tierärztlicher Bereitschaftsdienst: Abrufbar über die Anrufbeantworter der Tierarztpraxen
