Besonders entlang der Sieg, der Agger und kleinerer Bäche finden sich faszinierende Lebensräume, Heimat zahlreicher, oft wenig bekannter Arten von skurrilen Insektenlarven über den Europäischen Edelkrebs bis hin zu verschiedenen Fischen. Die sensiblen Bereiche sind zunehmend gefährdet. Vor allem die Kiesbänke verlieren an Qualität. Früher galten sie als natürliche Hotspots der Biodiversität, heute geht ihr Artenreichtum eher zurück. Für Fische sind saubere Kiesbänke essenzielle Laichgründe. Ohne den sauerstoffreichen Untergrund können sie keine Nachkommen produzieren. Zudem bieten die Steinchen spezialisierten Insekten und kleinen Wirbellosen eine überlebenswichtige Grundlage. Vögel rasten und brüten dort.
Warum ist das Paradies in Gefahr? Die Antwort führt vom Tier- ins Menschenreich. Der Freizeitdruck in unserer dicht besiedelten Region ist immens. Wanderer, Badende und Kanuten verdichten den Kies, zertrampeln die im Substrat verborgenen Fischeier und Larven, schrecken Vögel auf, die im Schilf oder an Ufer-Hecken ihre Nester bauen. Was man tun kann? Auf offiziellen Wegen bleiben, besagte Zonen nicht durchqueren, auch wenn's verlockend ist. Kanuten helfen, indem sie nur an ausgewiesenen Bootsanlegestellen ein- und aussteigen. Foto: Gestreifte Quelljungfer

