Das Wort "Lichtverschmutzung" beschreibt ein Zuviel an Licht zur falschen Zeit. Denn wenn Straßenlaternen, Werbeschilder oder private Außenleuchten unnötig in den Himmel strahlen, verschwindet nicht nur der Sternenhimmel, auch das natürliche Gleichgewicht wird gestört: Viele Tiere, insbesondere Insekten und Zugvögel, verlieren durch künstliche Lichtquellen ihre Orientierung, Fortpflanzungszyklen werden massiv beeinträchtigt, nachtaktive Lebewesen werden durch die übermäßige Beleuchtung geblendet, abgelenkt und irritiert, was Verhaltensänderungen zur Folge hat und das Verhältnis zwischen Jäger und Beute stört. Lebensräume und Bestände werden auf diese Weise unnatürlich verringert.
Bereits kleine Änderungen im Alltag können einen großen Unterschied machen. Leuchten lassen sich so installieren, dass der Strahl nur nach unten gerichtet ist. Mit Hilfe geschirmter Gehäuse oder LED-Reflektorlampen lässt sich eine unerwünschte Streuung vermeiden. Mehrere schwache Lichtquellen mit geringerer Lumenzahl, möglichst niedrig montiert, reichen im Außengelände oft aus. Es hilft zudem, die Farbtemperatur anzupassen und niedrige Werte bis maximal 2.700 Kelvin zu wählen. Warmweiße LEDs sind weniger störend für Mensch und Tier als kaltweißes oder blaues Licht. Der Einsatz von Bewegungsmeldern und Zeitschaltuhren verhindert überflüssige Dauerbeleuchtung. Außenlicht sollte nur zur Wegesicherung und Orientierung dienen, nicht zu dekorative Zwecken.
"Indem wir verantwortungsbewusst mit künstlichem Licht umgehen, sparen wir Energie, schützen die lokale Artenvielfalt und bewahren uns den Blick auf die Sterne", so Tim Halen, Umweltdezernent des Rhein-Sieg-Kreises, abschließend.

