Michaelsberg

Gretel tauchte wieder auf

Siegburg. Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer: Die Hänsel-und-Gretel-Skulptur am Michaelsberg ist weg. Gestohlen. Die Füße der aus Bronze bestehenden Kinder, die der Bildhauer Karlheinz Goedtke (1915-1995) in Anlehnung an Humperdincks Welterfolg schuf und die die Phrix der Stadt zum 900. Geburtstag im Jahr 1964 schenkte, ist von Unbekannten demontiert und abtransportiert worden. Am gestrigen Sonntag wurde der Diebstahl entdeckt, die Stadt erstattet Anzeige. 


Der Schaden lässt sich schwer beziffern, weil er sich nicht nur am Metallpreis festmachen lässt. Der immaterielle Wert wie auch der kulturelle Verlust sind hoch, ebenso die Betroffenheit in der Bürgerschaft. Auf den Instagram-Post von Bürgermeister Stefan Rosemann gab es in kurzer Zeit zahlreiche Rückmeldungen. "Wieso macht man so etwas?", "unfassbar" oder "unglaublich" schrieben die Kommentatoren. Ein User erinnerte sich an seine Jugend: "Die haben mich schon als Kind fasziniert. Das ist 50 Jahre her." 


Hänsel und Gretel standen zunächst an der Stadthalle, der Aula des Gymnasiums Alleestraße, zogen nach der Einweihung 1968 vor das Rathaus. Im Zuge der grundlegenden Erneuerung des Bergstraßen-Spielplatzes, dessen Gestaltung sich am Märchenopernmotiv orientierte, wanderte das Kunstwerk 2021 an den Treppenaufgang zum KSI. 


Andere Werke Goedtkes stehen beispielsweise in Mölln ("Till Eulenspiegel"), am Timmendorfer Strand ("Die Badende") und in Husum ("Pole Poppenspäler"). Seine Figuren sind schlank, grazil, häufig in leichtfüßiger Bewegung. Genau diese Leichtfüßigkeit wurde dem Siegburger Objekt nun zum Verhängnis. Die Beine, an denen sich der oder die Täter zu schaffen machten, sind sehr schmal.


Wer etwas gesehen hat, was zur Aufklärung beitragen kann, meldet sich bei der Polizei unter +49 2241 541-3121. So sollte unsere Berichterstattung enden, bis wir um 13 Uhr einem Hinweis nachgingen ... 


Der Hinweis kam um 13 Uhr über Social Media: Im Gebüsch an der Ilse-Hollweg-Brücke könnte eine der Figuren liegen. Richtiger Tipp. Die Kollegen Martin Rosorius, Ordnungsdezernent, und Nico Novacek aus dem Bürgermeisterbüro zogen los und hatten Erfolg (Foto). Gretel ruhte tatsächlich nahe des Mühlengrabens, leider in arg ramponiertem Zustand. Die Täter müssen ihr rohe Gewalt angetan haben. 


Bei allem Ärger: Martin Rosorius war doppelt froh. Der Ur-Siegburger hatte gestern bei der Polizei die Anzeige aufgegeben. Heute, an seinem 54. Geburtstag, machte er bei der eilig eingeleiteten Umfeldfahndung abseits des Weges den entscheidenden Fund. Die Grünflächenabteilung des Bauhofs sucht derzeit nach dem noch verschollenen Bruder der Wiederaufgetauchten. die Strömungsretter werden in den Mühlengraben steigen.

Siegburg. Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer: Die Hänsel-und-Gretel-Skulptur am Michaelsberg ist weg. Gestohlen. Die Füße der aus Bronze bestehenden Kinder, die der Bildhauer Karlheinz Goedtke (1915-1995) in Anlehnung an Humperdincks Welterfolg schuf und die die Phrix der Stadt zum 900. Geburtstag im Jahr 1964 schenkte, ist von Unbekannten demontiert und abtransportiert worden. Am gestrigen Sonntag wurde der Diebstahl entdeckt, die Stadt erstattet Anzeige. 

Der Schaden lässt sich schwer beziffern, weil er sich nicht nur am Metallpreis festmachen lässt. Der immaterielle Wert wie auch der kulturelle Verlust sind hoch, ebenso die Betroffenheit in der Bürgerschaft. Auf den Instagram-Post von Bürgermeister Stefan Rosemann gab es in kurzer Zeit zahlreiche Rückmeldungen. "Wieso macht man so etwas?", "unfassbar" oder "unglaublich" schrieben die Kommentatoren. Ein User erinnerte sich an seine Jugend: "Die haben mich schon als Kind fasziniert. Das ist 50 Jahre her." 

Hänsel und Gretel standen zunächst an der Stadthalle, der Aula des Gymnasiums Alleestraße, zogen nach der Einweihung 1968 vor das Rathaus. Im Zuge der grundlegenden Erneuerung des Bergstraßen-Spielplatzes, dessen Gestaltung sich am Märchenopernmotiv orientierte, wanderte das Kunstwerk 2021 an den Treppenaufgang zum KSI. 

Andere Werke Goedtkes stehen beispielsweise in Mölln ("Till Eulenspiegel"), am Timmendorfer Strand ("Die Badende") und in Husum ("Pole Poppenspäler"). Seine Figuren sind schlank, grazil, häufig in leichtfüßiger Bewegung. Genau diese Leichtfüßigkeit wurde dem Siegburger Objekt nun zum Verhängnis. Die Beine, an denen sich der oder die Täter zu schaffen machten, sind sehr schmal.

Wer etwas gesehen hat, was zur Aufklärung beitragen kann, meldet sich bei der Polizei unter +49 2241 541-3121. So sollte unsere Berichterstattung enden, bis wir um 13 Uhr einem Hinweis nachgingen ... 

Der Hinweis kam um 13 Uhr über Social Media: Im Gebüsch an der Ilse-Hollweg-Brücke könnte eine der Figuren liegen. Richtiger Tipp. Die Kollegen Martin Rosorius, Ordnungsdezernent, und Nico Novacek aus dem Bürgermeisterbüro zogen los und hatten Erfolg (Foto). Gretel ruhte tatsächlich nahe des Mühlengrabens, leider in arg ramponiertem Zustand. Die Täter müssen ihr rohe Gewalt angetan haben. 

Bei allem Ärger: Martin Rosorius war doppelt froh. Der Ur-Siegburger hatte gestern bei der Polizei die Anzeige aufgegeben. Heute, an seinem 54. Geburtstag, machte er bei der eilig eingeleiteten Umfeldfahndung abseits des Weges den entscheidenden Fund. Die Grünflächenabteilung des Bauhofs sucht derzeit nach dem noch verschollenen Bruder der Wiederaufgetauchten. die Strömungsretter werden in den Mühlengraben steigen.

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