siegburgkulturell 26.04.2026
Liebe Leserinnen und Leser,
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siegburgkulturell? Ja, Sie haben richtig gelesen! Keine Sorge, siegburgaktuell ist nicht Geschichte. Wir machen nur zukünftig einmal im Monat - in der Regel am letzten Sonntag - Pause und geben den Kolleginnen und Kollegen der Stadtbetriebe die Gelegenheit, Wissenswertes aus den Kulturinstitutionen zu berichten. In der zweiten Hälfte ändert sich nichts. Unsere Terminvorschau, das Wetter und eine Übersicht über historische Ereignisse finden Sie wie gewohnt im hinteren Teil. Viel Freude beim Lesen!
Wie gefällt Ihnen siegburgkulturell? Verraten Sie es uns gerne per Mail an presse@siegburg.de!

Sprechendes Sofa beim Internationalen Museumstag
Siegburg. Nicht alles, was nach einem Sofa aussieht, ist auch eins. Am 17. Mai 2026 lädt das Stadtmuseum von 10 bis 18 Uhr zum Internationalen Museumstag ein. Die Besucherinnen und Besucher erwartet ein abwechslungsreiches Programm, der Eintritt ist frei. Highlight ist die "Lebende Couch". Was wie ein gewöhnliches Sitzmöbel aussieht, entpuppt sich als interaktive Performance. Die Couch beginnt zu flüstern, wartet auf Antwort.
Während die einen also mit dem Sofa reden, gehen die anderen in die Oper. Ein liebevoll gestaltetes Papiertheater lädt zum Staunen ein. Gezeigt wird die 1910 an der Metropolitan Opera in New York uraufgeführte Oper Engelbert Humperdincks "Die Königskinder", die für das Papiertheater bearbeitet, behutsam gekürzt und mit historischen Kulissen- und Figurenbögen unterhaltsam und märchenhaft für Kinder und Erwachsene auf die kleine Bühne gebracht wird. Darüber hinaus stehen kreative Mitmachangebote wie Basteln mit Papier in der mobilen Buchbinderei und Töpfern auf dem Programm.
Neben interessanten Führungen durch das Haus ist auch der beliebte Akt- und Portraitzeichenkurs wieder vor Ort. Der vom Förderverein unterstützte Internationale Museumstag ist zugleich der letzte Tag der Ausstellung "MuseumMobil". Das "Haus der Geschichte NRW" lädt dazu ein, sich mit eigenen Objekten am Aufbau der Sammlung zu beteiligen. Wer mag, kann - am Museumstag ab 14 Uhr - eigene Dinge von historischem Wert aus der Zeit von 1946 bis 2026 mitbringen. Mehr dazu im nächsten Artikel!

Was macht unser Bindestrichbundesland aus?
Siegburg. Es gibt das Stadtmuseum für die Siegburger Lokalhistorie. Es gibt das Haus der Geschichte in Bonn, das unserem Staat seit 1945 ein Gesicht verleiht. Was bislang fehlt, ist das "Dazwischen". Ein Museum für NRW. Die Dinge sind im Werden, um es in der Sprache der Menschen im Westen Deutschlands zu sagen. Das Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen tourt seit drei Jahren zwischen Nordmünsterland und Südeifel. MuseumMobil heißt das Fahrzeug, das nicht nur "zeigt", sondern zukünftige Exponate der Menschen ein Rhein, Ruhr und Rur auch aufliest. Vom 7. bis zum 17. Mai steht das mobile Haus der Geschichte vor dem Stadtmuseum auf dem Siegburger Marktplatz.
Eröffnet wird das MuseumMobil am 6. Mai um 18 Uhr mit der Übergabe eines Siegburger Objekts. Anschließend spricht Prof. Dr. Jürgen Wilhelm, Erster Stellvertretender Vorsitzender der Landschaftsversammlung Rheinland, im Forum im Rahmen eines Museumgespräches. Ab dem 7. Mai können Interessierte jeweils von 10 bis 18 Uhr die Ausstellung erkunden. Gezeigt werden Erinnerungsstücke aus allen Landesteilen. Interviews mit Zeitzeugen sowie der interaktive Zugang über Tablets lassen Geschichte lebendig werden.
Wie gesagt: Das MuseumMobil sammelt auch. Und zwar am "Sammelsonntag" von 14 bis 17 Uhr. Der fällt zusammen mit dem Internationalen Museumstag am 17. Mai. Alle Siegburger sind eingeladen, sich mit einer persönlichen Gabe am Aufbau des NRW-Gedächtnisses zu beteiligen. Wer einen Schatz auf dem Dachboden versteckt, hebt ihn und gibt ihn ab.

Die Bibliothek der Dinge
Siegburg. In großen orangen Lettern am Übergang von Stadtbibliothek zu Stadtmuseum prangt seit gut zwei Monaten der Schriftzug "Bibliothek der Dinge". In den ehemaligen Zeitschriftenfächern darunter erwartet die Bibliotheksnutzer eine stetig wachsende Auswahl an Gegenständen aus den Bereichen Haushalt, Freizeit und Heimwerken. Dahinter steht die Idee, um nicht zu sagen die Weisheit des Leihens: Dinge gemeinschaftlich und nachhaltig zu nutzen.
Wer zum Beispiel den Haushalt aufwerten möchte, findet Akkuschlagbohrschrauber, Werkzeugset oder Laser-Entfernungsmesser. Wer die Kinder sinnvoll bespaßen und eventuell sogar fürs Coding begeistern möchte, sollte mal einen Blick auf den Dash-Roboter oder das MakeyMakey-Set werfen. Und wer die Kids analog unterhalten möchte, kann das japanische Erzähltheater "Kamishibai" ausleihen.
Bei der Instax-Sofortbildkamera, dem Bollerwagen oder auch dem Boule-Set müssen Interessierte sich mit dem Ausleihen allerdings beeilen. Das sind aktuell die Renner, die zwischen ihren Einsätzen immer nur wenige Tage in der Bibliothek bleiben. Zugleich wird der Bestand stetig erweitert, demnächst zum Beispiel, passend zum schönen Wetter, durch Wikingerschach oder Spikeball.
Voraussetzungen, die Bibliothek der Dinge zu nutzen, sind das vollendete 18. Lebensjahr und ein gültiger Bibliotheksausweis. Die Gegenstände könne jeweils für zwei Wochen ausgeliehen werden. Verlängerungen sind möglich. Die Rückgabe erfolgt zwischen 10 und 17 Uhr an der Infotheke in der Bibliothek. Erwartet wird, das versteht sich von selbst, Vollständigkeit und Sauberkeit.
Der Bestand nährt sich aus Spenden. Einfach ein Foto der potenziellen Abgabe und eine kurze Beschreibung an info@stadtbibliothek-siegburg.de schicken, die Kolleginnen der Stadtbibliothek melden sich zeitnah zurück!

Warum ist Silent Reading so schön?
Siegburg. Lesen kann man doch eigentlich überall. Draußen, drinnen. In der Bahn, im Park, im Bett oder auf der Couch. Und ist es zuhause nicht sowieso am gemütlichsten? So oder ähnlich mögen die Skeptiker denken. Dennoch boomen Silent Reading-Konzepte im In- und Ausland: Menschen treffen sich in Cafés, in Buchhandlungen oder Bibliotheken, um still zu lesen. Gemeinsam, aber jeder für sich. Fragt man sie nach dem Grund einer solchen Zusammenkunft, erhält man überraschende Antworten: Man ist bei sich selbst und fühlt sich dennoch verbunden mit den anderen Mitlesern. In einer lauten, hektischen, digitalisierten Welt bietet Silent Reading einen geschützten Raum, um abseits von familiären und beruflichen Verpflichtungen zur Ruhe zu kommen, abzuschalten und einzutauchen in die wunderbare Welt der Bücher. Im Anschluss kann man sich mit den anderen Teilnehmern austauschen, muss es aber nicht. Man teilt die (gemeinsame) Freude am Lesen und freut sich auf den nächsten Termin, an dem das Smartphone schweigt: Freitag, 15. Mai, von 16 bis 17 Uhr in der Stadtbibliothek.

Die Stadtführungen der Tourist Info
Siegburg. Die Stadtführungen der Tourist Information sind ein sehr erfolgreicher Beitrag zum kulturellen Leben in Siegburg. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 127 von ihnen durchgeführt, 98 privat gebucht und 21 öffentlich, achtmal ging es allein in den letzten beiden Monaten, in denen diese neue Attraktion auf dem Markt war, "Mit dem Henker durch Siegburg". Insgesamt nahmen über 2.600 Personen an den Führungen teil. Besonders gefragt waren "KSI und Abtei", "Siegburg für Entdecker" sowie der "Kriminalistische Stadtrundgang". Ausnahmslos gaben die befragten Teilnehmer an, das Erlebte weiterzuempfehlen.
2026 wird das Stadtführungsprogramm fortgeführt und erweitert. Geplant ist u.a. eine neue Themenführung zur ehemaligen "Irrenheilanstalt" auf dem Michaelsberg, die im Herbst 2026 startet. Bereits im Juni ist Premiere der Tour "Europäische Dialoge zu Kunsthandwerk und Kunst: Spuren des gemeinsamen Gedankens". Hinter dem durchaus epischen Titel verbirgt sich die Kombination aus Bewegung und Begegnung. Die Angemeldeten lernen lokale Kunsthandwerker und Künstler persönlich kennen, darunter auch die Siegburgerin Kerstin Am Ende (Foto).
13. Juni 2026, 11 bis 13 Uhr, Anmeldung unter kunsthandwerk@stadtbetriebe-siegburg.de.

Internationaler Preis trägt Siegburgs Namen in die Welt
Siegburg. Die Siegburger Keramik genoss seit dem Mittelalter internationales Ansehen. Hochwertiger Ton und eine präzise, werkstattbasierte Verarbeitung machten das "Siegburger Steinzeug" zu begehrter Handelsware, die über Köln und die Hanse bis in den Ostseeraum gelangte. In der Renaissance zählten kunstvoll verzierte Gefäße zu den Prestigeobjekten von Adel und Bürgertum.
Das große Erbe wird im Stadtmuseum sichtbar. Neben der bedeutenden Sammlung historischer Objekte liegt der Fokus mehr und mehr auf zeitgenössischen Stücken. Internationale Ausstellungen und der renommierte Markt im Sommer bilden die Bühne für aktuelle Entwicklungen - gekrönt vom Internationalen Keramikpreis.
Der Preis wird seit 2015 alle zwei Jahre vergeben und würdigt herausragende Arbeiten zwischen funktionalem Gefäß und freier Kunst. In 2026 wurde er zum sechsten Mal verliehen: 335 Bewerbungen aus 23 Ländern gingen ein, 70 Künstler wurden von der Jury ausgewählt. Die Ausstellung zeigte die beeindruckende Vielfalt - von filigranen Objekten bis hin zu raumgreifenden Installationen, von strenger Geometrie bis zu expressiven Formen. Rund 200 Gäste, buchstäblich aus aller Welt, nahmen an der Eröffnung teil, über 1.500 begeisterte Besucher sahen die Schau. Mit anderen Worten: Mit dem Keramikpreis hat Siegburg eine echte internationale Marke geschaffen, die den Namen der Stadt auf alle Kontinente trägt.
Zugleich konnte das Stadtmuseum dank engagierter Sponsoren seine Sammlung um acht ausgestellte Werke erweitern. Der nächste Höhepunkt ist in Sichtweite: Der Internationale Keramikmarkt mit mehr als 90 Ausstellern am 11. und 12. Juli 2026.

Siegburg bei den europäischen Kunsthandwerkertagen
Siegburg. ETAK steht für Europäische Tage des Kunsthandwerks, an denen sich die Keramikstadt Siegburg am 11. und 12. April beteiligte. 20 Ateliers und Werkstätten boten Einblicke in das breite Spektrum handwerklicher Fertigkeiten. 19 Aussteller des Kunsthandwerkermarktes im Kulturhaus begeisterten rund tausend Besucher mit ihrem Können. Sowohl bei den Kunstschaffenden in der Stadt als auch im Museum durfte fleißig ausprobiert werden. Save the Date: ETAK 2027 am 3. und 4. April 2027. Hier zu weiterer Information.

Stadtmuseum philosophiert über Langlebigkeitswahn
Siegburg. Diskussionen ums Gendern, um Trump, um Wahrheit und Moral - darum geht es im Veranstaltungsformat "Philosophische Stunde" mit Martin Booms im Stadtmuseum. Zuletzt lag die Langlebigkeit, "Longevity", auf der Anrichte des Bonner Professors.
Es gibt Luxuskreuzfahrten für mehrere Millionen Dollar, die Langlebigkeit versprechen. Und Hotels mit entsprechendem Schwerpunkt, in denen Prävention, Diagnostik und Wellness wild durcheinanderpurzeln - ganz egal, die Generation der Selbstoptimierer wird schon anbeißen. Der Verbraucher, so Booms, könne sich je nach Portemonnaie zwischen drei Produktgruppen entscheiden: Das rein optische Anti-Aging, Longevity, um gut und gesund zu altern, sowie Reserving Age, mit dem experimentell und spekulativ das Leben verlängert werden soll.
Aber: Soll wirklich jeder Mensch die Chance erhalten, ewig zu leben? Genügt vielleicht schon ein langes Leben. Oder soll man einfach nur gut leben? Wer bezahlt für die Überbevölkerung durch die Alten, wenn jeder mit 67 in Rente ginge? Schon mit dem vom Wissenschaftler Steve Horvath vermuteten biologischen Maximum von 150 Jahren würde die heutige Gesellschaft zusammenbrechen. Nicht nur monetär, sondern auch sozial durch die Koexistenz von Lang- und (eventuell unfreiwillig) Normallebigen. Langes Leben gäbe es schließlich nur für Reiche.
Der Blick hinter das Schlagwort "Longevity" offenbare Angebote für eine kleine, finanzstarke Gruppe. Achtung, Professorensatz: „In der technizistischen und elitaristischen Weltsicht vieler sogenannter Transhumanisten, die den Tod als lösbares Problem ansehen, wird der Mensch zum Herrscher über das Leben und die Natur.“
Bryan Johnson, ein 1977 geborener Tech-Investor, ordnet beispielsweise sein ganzes Leben dem Ziel unter, für immer 18 Jahre alt zu sein. In seinem radikalen Selbstexperiment schluckt er täglich 100 Pillen, nimmt um 11 Uhr die letzte Mahlzeit ein, gibt jährlich zwei Millionen Dollar aus. Googlen Sie gern, wie er mit knapp 50 aussieht.
Neugierig geworden? Dann sei zum Schluss die Warnung ausgesprochen, dass Sie sich mit dem Besuch der "Philosophischen Stunde" dem Risiko eines möglicherweise lebensverändernden Denkprozesses aussetzen. Der nächste Vortragstermin ist Mittwoch, 20. Mai, wieder im Stadtmuseum. Die Reihe wird veranstaltet von der Engelbert-Humperdinck-Apotheke.

Ausgerechnet Saxophone eröffneten Klassikreihe
Siegburg. Wer meint, die klassische Musik sei ein für allemal festgeschrieben und bewege sich nur in vergleichsweise engen Interpretationsrahmen, hat nicht richtig hingehört. Auch die Klassik erfindet sich immer wieder neu. Ein besonders gutes Beispiel dafür ist das Saxophonquartett Kebyart, dessen Repertoire von Bach bis in die Gegenwart reicht, ungeachtet der Tatsache, dass das Saxophon erst 1840 erfunden wurde und zum Melodieinstrument des gänzlich anderen Jazz wurde. Welch buchstäblich unerhörten Sound das Saxophon in der klassischen Anwendung entfalten kann, bewiesen Kebyart beim Auftakt der diesjährigen Resonanzenreihe im Museum.
Schon die Bach Sonatina aus der Kantate "Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit" zu Beginn war ein Ereignis. Selten vermag Musik so zu schweben wie in diesem kurzen Stück, das wie ein Intro zu dem Konzertabend wirkte. Ein großes Ereignis dann das Streichquartett Nr. 2 a-Moll von Felix Mendelssohn. Für ein Saxophonquartett mit Sopran-, Alt-, Tenor- und Baritonsaxophon liegt es nahe, auf Streichquartettliteratur zurückzugreifen, wodurch Neues entseht. Betörend wirkt der Klang, spürbar wärmer als bei einem Streichquartett, nicht nur in den Choralpassagen. Entsprechend groß war schon der Applaus zur Pause.
Im zweiten Teil ging es ins 20. und 21. Jahrhundert. Die "Pavane pour une infante défunte" von Maurice Ravel - eigentlich ein Stück für Klavier solo - verwandelte sich hier in einen süffigen Choral mit ersten Anklängen an den Jazz. Caroline Shaws mit dem Pulitzer-Preis geehrtes Werk "Entr'acte", aus dem Jahr 2011 und ebenfalls für Streichquartett, war ein fulminanter Spaß voller Humor und Sehnsucht, der zugleich zu einer Demonstration der technischen Möglichkeiten des Saxophons geriet. Wer hätte geahnt, dass es wie gezupft klingen kann?
Zum Schluss ein Wiederhören mit Gershwin. "Echoing Rhapsodies" nennt Dani López Pradas seine Homage to Gershwin aus dem Jahr 2025. Das Werk ist eigens für Kebyart entstanden, und noch einmal wussten die vier Saxophonisten mit ihrer unbändigen Spielfreude das Publikum zu begeistern. Viel Gershwin klang heraus, aber es war doch ein ganz eigenes Werk, das stellenweise an Strawinski erinnerte. Ein echter Mitreißer jedenfalls. Das Publikum danke mit langanhaltendem Applaus, der erst endete, als Kebyart zur Zugabe ansetzte. Diesmal Gershwin selbst: Mit "Summertime" endete ein großartiger Konzertabend standes-, wenn auch noch nicht jahreszeitgemäß.

Lars Kretschmann ist der neue wissenschaftliche Volontär
Siegburg. "So etwas hatte ich einfach nicht erwartet!", entfuhr es Lars Kretschmann bei der Frage nach seinem ersten Eindruck. Er könne sich noch gut daran erinnern, wie er für sein Vorstellungsgespräch im November 2025 staunend durch das Museum streifte. Seit Januar ist er der neue wissenschaftliche Volontär des Museums. Wie viele Großstädter vor ihm war er beeindruckt von Größe, Ästhetik und dem modernen Ausstellungskonzept. Er habe schon viele Stadtmuseen besucht, das Siegburger sei mit Sicherheit eines der besten. Für zwei Jahre darf er diesen schönen Ort täglich aufsuchen und daran mitarbeiten, ihn noch etwas besser zu machen.
Vielfältig und überraschend verlief sein bisheriger Lebensweg. Nach dem Bachelor in Siegen folgte ein dreijähriges Intermezzo in der Fernsehwelt, von der "Heute Show" zur Künstlerauswahl für Kochshows. 2019 dann der Amerikastudien-Master in Köln. Der geriet anders als geplant. Gerade als er sich auf die Zielgerade machen wollte, überrannte ein Virus aus Fernost die Welt. Seine zweite Fremdsprache Niederländisch konnte er nicht wie beabsichtigt 2020 abschließen, sondern erst 2023. Erst danach durfte er seine Abschlussarbeit anmelden. Kretschmann reagierte flexibel, arbeitete beim LVR im für Museen sehr wichtigen Bereich Fördermittel. Außerdem wechselte er zu einem digitalen Thema für seine Masterarbeit. Die Studie drehte sich - ein brandaktuelles Thema - um das Aufzeigen netzwerkartiger Strukturen in der Verbreitung von Verschwörungserzählungen in Social Media.
Der Neu-Siegburger ist gut angenommen. Herzlich war die Aufnahme durch das Museumsteam, großartig sei die Anzahl der Sportangebote in der Stadt. Konkret unterstützt er bereits den Aufbau der neuen paläontologischen Abteilung im Erdgeschoss. Vor allem aber hofft er, die NS-Abteilung historisch-kritisch aktualisieren und ergänzen zu können. Geschichte vor Ort anfassbar zu machen - das hat er sich fest vorgenommen. Wie haben sich die großen Themen lokal dargestellt? Gerade die menschlichen Dramen, die die NS-Diktatur in Siegburg angerichtet hat, ermöglichen im lokalen Kontext eine ganz andere Qualität der Auseinandersetzung.
Bereits in wenigen Wochen ist er für eine Museumsführung eingeplant. Bis dahin muss alles sitzen. Neugierige können sich Sonntag, 17. Mai, notieren.

Was will das "Kommunale Gesamtkonzept Kulturelle Bildung"?
Siegburg. Die Stadtbibliothek wurde im vergangenen Jahr nicht zuletzt wegen ihres breiten Angebotes im Bereich der Kulturellen Bildung zur Bibliothek des Jahres gekürt. Ob Musikschule oder Museum - die Geschwister-Institutionen befassen sich ausführlich mit dem Thema, dazu kommen die Studiobühne, Jugendzentren, Integrationsagentur, Volkshochschule, Vereine, natürlich alle Schulen und Kitas. Aber was ist Kulturelle Bildung überhaupt?
Im Kern ist die Vermittlung von Kompetenzen gemeint, am kulturellen Leben teilzuhaben. Es geht um den Zugang und darüber hinaus um die Befähigung, aktiv mitzuwirken, eigene Ausdrucksmöglichkeiten zu entdecken. Kulturelle Bildung hilft Menschen, die Welt und sich selbst besser zu verstehen und fördert die Persönlichkeitsentwicklung. Um es in Anlehnung an Schillers "Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen" zu sagen: In der Kunst, im Spiel gelingt es dem Menschen, das Sinnliche und das Vernünftige zum Ausgleich zu bringen - für Schiller erst die Voraussetzung für eine moralische und soziale Handlung.
Vor diesem Hintergrund hat der Fachbereich Theater und Kulturprojekte der Stadtbetriebe unter der Leitung von Frank Baake mit der Entwicklung eines "Gesamtkonzepts Kulturelle Bildung" für Siegburg begonnen. Ziel ist es, das vorhandene Angebot noch deutlicher sichtbar zu machen und die Akteure miteinander zu verknüpfen. Es soll ein Netzwerk entstehen, das die Bedeutung der Kulturellen Bildung für die Stadtgesellschaft veranschaulicht und Neues schafft. Angesprochen sind nicht allein Kinder und Jugendliche, auch wenn auf ihnen das Hauptaugenmerk ruht. Das Konzept übersteigt Musik, Malerei, Literatur, Theater, Tanz oder Film. Angestrebt wird die Teilhabe an der demokratischen Gesellschaft.

Dichtkunst auf Instagram
Siegburg. "Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe/ so müd geworden, daß er nichts mehr hält./ Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe/ und hinter tausend Stäben keine Welt./ Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,/ der sich im allerkleinsten Kreise dreht,/ ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,/ in der betäubt ein großer Wille steht./ Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille/ sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,/ geht durch der Glieder angespannte Stille -/ und hört im Herzen auf zu sein."
"Der Panther". Eins der berühmtesten Gedichte von einem der berühmtesten Dichter, Rainer Maria Rilke. Gedichte gelten einigen als Königsdisziplin der Literatur, anderen sind sie ein Rätsel. Vor allem dürften Gedichte abseits von Panther, Glocke & Co. eine Literaturgattung mit einer besonders hohen Dunkelziffer sein. Mit seinem Instagram-Projekt "Flusslaut" holt das Netzwerk Literatur Rheinland, zu dem auch die Stadtbibliothek gehört, moderne Lyrik ans Tageslicht, genauer gesagt in die Öffentlichkeit der sozialen Medien. Arbeiten können laufend eingereicht werden.
"Flusslaut" versteht sich als Plattform für zeitgenössische Lyrik aus dem Rheinland und bietet Autorinnen und Autoren eine niedrigschwellige, gut sichtbare Bühne auf Instagram. Ziel ist es, eine möglichst große Vielfalt an Stimmen und poetischen Positionen abzubilden. Thematische Vorgaben gibt es nicht. Dichterinnen und Dichter ab 16 Jahren, die einen Bezug zum nordrhein-westfälischen Teil des Rheinlandes haben, können sich beteiligen. Es können bis zu bis zu fünf Gedichte zur Auswahl (max. 17 Zeilen, je Zeile max. 48 Zeichen inkl. Leerzeichen) eingereicht werden. Beizufügen ist eine Kurzvita (max. 500 Zeichen), ein honorarfreies Portraitfoto inkl. Copyright-Angabe und, wenn vorhanden, der Instagram-Name. Für jedes veröffentlichte Gedicht wird ein Honorar in Höhe von 50 Euro gezahlt. Einsendungen sind fortlaufend möglich. Beiträge sind einzureichen an info@literatur-rheinland.de.

Stadtnachrichten online
Siegburg. Nachrichten und Veranstaltungen, Bürgerservice und Digitale Verwaltung, Mängelmelder und Umfragen. Mit der App Citykey lernen Sie die Kreisstadt neu kennen und erledigen Behördengänge bequem über das Smartphone. Ganz einfach, unabhängig von Zeit und Ort. Download über nachfolgenden Link.
Videos, Bilder, Informationen, oftmals direkt vom Ort des Geschehens: Wer die städtische Facebookseite Kreisstadt Siegburg oder den Instagram-Account kreisstadt_siegburg liked, der ist quasi mittendrin. Mehr zu spannenden Ausflugszielen und Freizeittipps für Klein und Groß erfahren Sie auf dem Instagram-Account visit.siegburg der Tourist Information.
Ihre Stimme zählt! Unter mitmachen.siegburg.de laden wir Sie herzlich ein, sich mit der Stadtverwaltung über anstehende Themen in Siegburg auszutauschen, Ihr Wissen und Ideen einzubringen oder an Umfragen und Beteiligungen teilzunehmen. Der Vorteil: Eine einmalige Registrierung reicht aus, um bei sämtlichen Projekten mitzumachen.

Sonntag, 26. April 2026
10 bis 18 Uhr, Stadtmuseum, Markt 46:
Ute Bartel: "Only Half A Picture" (Foto, bis Sonntag, 28. Juni)
11 bis 17 Uhr, Markt:
Antikmarkt
14 bis 16 Uhr, Im Brückberger Veedel, Luisenstraße 150:
Café Regenbogen
14 bis 17 Uhr, Café T.o.d., Nordfriedhof:
Das Café hat geöffnet
15 bis 18 Uhr, Pumpwerk, Bonner Straße 65:
"En Cours - Im Prozess" (bis Sonntag, 10. Mai)
15.30 Uhr, Hans Alfred Keller-Schule, Chemie-Faser-Allee 5:
"Richtung - und wohin gehst du?"
16 Uhr, Bürgerhaus Stallberg (Pfarrer-Rupprecht-Saal), Kaldauer Straße 29:
Siegburger Musikanten: "Cinema in Sound" (Achtung: Gestern notierten wir versehentlich 14 Uhr!)
16 Uhr, Pumpwerk, Bonner Straße 65:
Georg Schnitzler und Harald Gesterlamp: "Kunst- und andere Geschichten" (Lesung)
16.30 Uhr, Saal der Gaststätte "Zum Turm", Braschosser Straße 442:
BraVoices: "Da sind wir wieder!"
18 Uhr, Stadtmuseum, Markt 46:
Klangfarben in Concert - Benefizkonzert für den Ambulanten Hospizdienst
18 Uhr, Studiobühne im ehemaligen Kaufhof, Grimmelsgasse 4:
Ü59 Silber Rock Party
abgesagt:
Führung über den Alten Friedhof (14 Uhr)
Montag, 27. April 2026
10 bis 12 Uhr, St. Elisabeth, Chemie-Faser-Allee 2:
Lotsenpunkt Siegburg
14 bis 16 Uhr, Gemeinschaftsgarten, Cecilien-/Wellenstraße:
Der Gemeinschaftsgarten hat für Besucher geöffnet
15 bis 18 Uhr, Pumpwerk, Bonner Straße 65:
"En Cours - Im Prozess" (bis Sonntag, 10. Mai)
15 bis 18 Uhr, Spielplatz Haydnstraße:
Spielmobil Armin
18 Uhr, Pauline, Jakobstraße 22:
Vorstellung des Projekts "Joline. Miteinander in Wolsdorf" und Mitsingkonzert mit Jröös an de Fööss

Das aktuelle Kinoprogramm entnehmen Sie bitte den Webseiten von
Capitol, Augustastr. 20, Tel.: +49 2241 62288, https://www.capitol-siegburg.de und
Cineplex, Europaplatz 1, Tel.: +49 2241 958080, https://www.cineplex.de.
Sonntag, 26. April, der 116. Tag in 2026
Wetter: Interessiert uns heute nicht, schließlich geht Kultur bei jedem Wetter!
Sonnenuntergang heute: 20.44 Uhr
Sonnenaufgang morgen: 6.13 Uhr
Mondaufgang heute: 15.01 Uhr
Monduntergang morgen: 4.37 Uhr
Helene (Leuther, Aachener Franziskanerschwester, starb 1662), auch: Helena, Elena, Jelena, Ilona, Ilka, Eileen, Eleni, Helen; Pedro (de Betancur, Bauernsohn aus Teneriffa, arbeitete als Missionar in Guatemala, pflegte Kranke, gründete den Orden der Bethlehemiten, der sich über ganz Lateinamerika ausbreitete, starb 1667), auch: Peter.

Marcus Aurelius (121-180), römischer Kaiser, regierte von 169 bis 177 alleine, zuvor teilte er sich den Thron mit Lucius Verus, ab 177 mit seinem Sohn und Nachfolger Commodus; seine Regierungsphase läutete den Niedergang des römischen Reichs ein, zahlreiche Grenzkriege tobten, doch Marcus Aurelius praktizierte gleichwohl eine liberale Politik; mit 25 Jahren Hinwendung zur stoischen Philosophie, schrieb die zwölfbändigen "Selbstbetrachtungen"; Ludwig Uhland (1787-1862), Lyriker; Alfred Krupp (1812-1887), Industrieller; Ludwig Wittgenstein (1889-1951), österreichischer Philosoph ("Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen"); Eugène Delacroix (1798-1863), französischer Maler, ("Die Freiheit führt das Volk"); Ma Rainey (1886-1939), amerikanische Sängerin, "Mutter des Blues"; Charles Richter (1900-1985), amerikanischer Seismologe, ohne den es nicht die Richter-Skala gäbe; Douglas Sirk (1897-1987), amerikanischer Regisseur deutscher Herkunft ("Was der Himmel erlaubt"); Ieoh Ming Pei (1917-2017), amerikanischer Architekt chinesischer Herkunft, einer der bedeutendsten Vertreter seines Berufs, dessen Bauwerke auf drei Kontinenten zu finden sind, unter anderem die Glaspyramiden am Grand Louvre in Paris, den er umbaute und erweiterte; Walter Radant (1922-1969), Fußballspieler, erzielte am 15. Februar 1948 beim 8:2 gegen Nippes das erste Tor in der Historie des 1. FC Köln; Dietrich Mattausch (1940), Schauspieler ("Der Fahnder", "Die Piefke-Saga"); Giorgio Moroder (1940), italienischer Komponist und Musikproduzent, im Südtiroler St. Ulrich/Grödnertal aufgewachsen, heute im kalifornischen Beverly Hills lebend, schrieb zahlreiche Soundtracks für bekannte Filme ("Top Gun", "Flashdance") und unzählige Lieder für bekannte Künstler, von Elton John und Freddy Mercury über Barbara Streisand bis David Bowie; komponierte die Olympia-Hymnen für Los Angeles ("Reach Out") und Seoul sowie das Lied der Fußball-WM 1990 in Italien: Gianna Nanninis "Un'estate Italiana", mit Edoardo Bennato zur Eröffnung im Mailänder Giuseppe-Meazza-Stadion aufgeführt; Arved Fuchs (1953), Abenteurer, Forscher und Autor mit zahlreichen Nordpolexpeditionen; Peter Neururer (1955), Fußballtrainer, war schon bei zahlreichen Vereinen, die dann immer die waren, zu denen er schon immer und ganz besonders hingewollt zu haben sein wollte - jetzt gibt's keine mehr; Ingolf Lück (1958), Moderator und Comedian; Roger Taylor (1960), britischer Schlagzeuger bei Duran Duran; John Isner (1985), amerikanischer Tennisriese (2,09 Meter), einst Platz 8 der Weltrangliste, schlug bis zum Rücktritt 2023 in offiziellen Matches 14.470 Asse (Weltrekord); sorgte am 24. Juni 2010 mit Wimbledon-Erstrundengegner Nicolas Mahut (Frankreich) für einen Ewigkeitsrekord: Das Match wurde erst nach einer Gesamtspielzeit von elf Stunden und fünf Minuten vom Amerikaner gewonnen, allein der letzte Satz (70:68) brauchte über acht Stunden.

1731: Daniel Defoe, der englische Schriftsteller ("Robinson Crusoe") stirbt wohl 73-jährig in London, Bild: Portrait durch einen unbekannten Künstler; 1865: John Wilkes Booth, der Mörder von US-Präsident Abraham Lincoln wird in einer Scheune bei Bowling Green/Virginia 26-jährig von Unionssoldaten umzingelt und erschossen, Mitverschwörer David Herold ergibt sich; 1940: Carl Bosch, der Industrielle und Chemienobelpreisträger stirbt 65-jährig in Heidelberg; 1976: Carol Reed, der britische Regisseur ("Der dritte Mann") stirbt 69-jährig in London; 1984: Count Basie, der amerikanische Bandleader und Jazzpianist stirbt 79-jährig in Florida; 1986: Lou van Burg, der niederländische Showmaster ("Der Goldene Schuss") stirbt 68-jährig in München; 1999: Jill Dando, die britische Journalistin der BBC stirbt 37-jährig durch einen Kopfschuss auf den Stufen zu ihrem eigenen Haus, die Ermittlungen zeigen: Der Täter hatte die Frau gezwungen, sich niederzuknien, streckte sie dann eiskalt mit einem einzigen Schuss nieder; die genaueren Umstände werden nie geklärt: Tattheorien sind ein serbischer Racheakt - wenige Tage zuvor wurde von Nato-Kräften ein serbischer Sender bombardiert, 16 Journalisten starben - oder Berichte Dandos über albanische Flüchtlinge; Dando, zwei Jahre zuvor von den Briten als die Person gewählt, die sie am liebsten zur Nachbarin hätten, moderierte "Crimewatch", das britische Gegenstück zu "Aktenzeichen XY ... ungelöst"; 2004: Hubert Selby, der amerikanische Schriftsteller ("Letzte Ausfahrt Brooklyn") stirbt 75-jährig in Los Angeles; 2005: Maria Schell, die österreichische Schauspielerin ("Die glückliche Familie") stirbt 79-jährig in Preitenegg/Kärnten; 2007: Frank Jürgen "Eff.Jott" Krüger, der Rockmusiker stirbt 58-jährig in Berlin; 2012: Helmut Jedele, der Filmproduzent und Präsident der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film stirbt 91-jährig in der bayrischen Landeshauptstadt, unter seiner Leitung produzierte die Bavaria Klassiker wie "Raumpatrouille", unter seinen Studenten waren spätere Regie-Größen wie Bernd Eichinger, Roland Emmerich oder Wim Wenders; 2016: Arne Elsholtz, der Autor, Schauspieler und Synchronsprecher (unter anderem die deutsche Stimme von Jeff Goldblum, Tom Hanks, Kevin Kline und Bill Murray) stirbt 71-jährig in Berlin; 2017: Jonathan Demme, der Hollywood-Regisseur und Oscar-Preisträger ("Das Schweigen der Lämmer") stirbt 73-jährig in New York an Speiseröhrenkrebs; 2017: Andreas von der Meden, der Schauspieler und Synchronsprecher (die Stimme von Kermit, dem Frosch aus "Sesamstraße" und "Muppet Show", auch von David Hasselhoff in "Knight Rider" oder von Skinny Norris in "Die drei ???") stirbt 74-jährig; 2019: Ellen Schwiers-Jacob, die Schauspielerin stirbt 88-jährig in Berg am Starnberger See; 2022: Klaus Schulze, der Pionier der elektronischen Musik, einst Schlagzeuger bei Tangerine Dream, stirbt 74-jährig.
Vor 115 Jahren - April 1911
Ein Haus mit 30 Stockwerken und ein Turm mit 25 Stockwerken auf ihm wird in New York errichtet.
Vor 110 Jahren - 26. April 1916
"Auf Grund der Anordnung des Herrn Reichskanzlers und mit seiner Genehmigung bestimmen wir: Die Kommunalverbände haben den Kartoffelerzeugern für die aus ihrer Wirtschaft zu verpflegenden und naturalberechtigten Feldarbeitern einschließlich der ausländischen Arbeiter und Kriegsgefangenen bis zu 3 Pfund Kartoffeln für den Kopf und Tag bis zum 31. Juli 1916 zu belassen, sofern durch andere Nahrungsmittel kein ausreichender Ersatz beschafft werden kann. Der Minister für Landwirtschaft, gez. Frhr. Von Schorlemer/Der Minister des Innern gez. V. Loebell."

Vor 95 Jahren - April 1931
"Methusalem kommt nach Deutschland". So kündigt die Presse den Besuch von Zaro Agha an. Der älteste Mensch der Welt will er sein und 157 Jahre auf dem Buckel haben. Andere Quellen besagen: 154 Jahre. Ist der Kurde aus Ostanatolien tatsächlich der legitime Nachfolger von Metuschelach, der es nach biblischer Sage auf 969 Jahre gebracht haben soll? Oder, wenn auch tatsächlich steinalt, ein Rekordopafake? Papiere hat er jedenfalls, wenn auch keine amtlichen. Und die Begründung für sein weit fortgeschrittenes Lebensalter: Kein Alkohol, kein Kaffee, in der Regel Brot und Zwiebel. Medizinisch möglich scheint es, ob es sich lohnt, muss jeder selbst entscheiden. Jedenfalls wird Agha, der anatolische Altvordere mit 36 Kindern und 13 Ehefrauen - über die Jahrzehnte - jetzt zu Propagandazwecken um die Welt geschleift. Erst Amerika, jetzt Deutschland. Drei Jahre bleiben ihm noch auf Methusalems Spuren, im Juni 1934 stirbt er in Istanbul.
Übrigens: Bei seiner offiziellen Geburt in Mutki am Vansee 1774, im Jahr nach der Boston Tea Party, startete James Cook zu seiner zweiten Südseereise, nahm Ludwig XVI. nach dem Tod von Opa Ludwig XV. auf dem französischen Thron Platz, während in Österreich Erzherzogin Maria Theresia regierte und Johann Wolfgang von Goethe "Die Leiden des jungen Werther" schrieb.
Vor 75 Jahren - April 1951
In Frankfurt wird eine vom Uhrmacher Lothar M. Loske entworfene und von den Heddernheimer Metallwerken zwei Jahre gebaute Äquatorialsonnenuhr eingeweiht. Sie gilt damals als die größte ihrer Art in der Welt.
Vor 60 Jahren - 26. April 1966
München können sie sich gut vorstellen: Das Internationale Olympische Komitee vergibt in Rom die Olympischen Sommerspiele 1972 in die bayerische Landeshauptstadt.

Vor 40 Jahren - 26. April 1986
Im Kernkraftwerk von Tschernobyl in der heutigen Ukraine nahe der Stadt Prypjat kommt es zum bis heute schwersten Unfall in der zivilen Nutzung der Atomenergie. Bei einem Brand wird 40-mal so viel Radioaktivität freigesetzt wie bei der Atombombe von Hiroshima. Ein Super-GAU, doch die Informationen fließen nur sehr schleppend. Hunderttausende Menschen werden der Strahlung ausgesetzt. Viele Orte innerhalb eines Zehn-Kilometer-Radius werden unbewohnbare Geisterstädte bleiben. Die sowjetischen Politbonzen wiegeln lange ab, versuchen, die Welt in vermeintlicher Sicherheit zu wiegen. Foto: Blick von Prypjat zum Kernkraftwerk Tschernobyl.
Vor 30 Jahren - 26. April 1996
Einer der spektakulärsten Entführungsfälle endet nach heftiger Lösegeldzahlung nach über vier Wochen mit Freilassung des Hamburger Prominenten Jan Philipp Reemtsma.
Vor 145 Jahren - April 1881
Anzeigen im "Kreisblatt":
"Die Schönfärberei und Druckerei von W. Buchheim, Mühlenstraße 40, empfiehlt sich im Auffärben von Damenkleidern, Herrenanzügen, Damenmänteln, auch ganze Costumes werden gefärbt ohne auseinander zu trennen.
Die Handlung von Gebr. Werth in Siegburg, Markt No 10, empfiehlt ihr Lager in Fensterglas, Glasdachpfannen etc. zu den billigsten Preisen.
Carl Gressler, Holzgasse 66. Den geehrten Bewohnern Siegburgs und der Umgegend erlaube mir ergebenst darauf aufmerksam zu machen, daß ich alle Gattungen von Polstermeubles nach den neuesten Facons unter Garantie selbst verfertige. Empfehle mich ferner im Tapezieren und Decorieren, sauber und geschmackvoll. Reparaturen sowie auch neue Polstermeubles, Springfedermatrazen, lose Matrazen und alle in mein Fach einschlagende Arbeiten werden nach Wunsch in und außer dem Hause verfertigt und sämmtliche Zuthaten zu Einkaufspreisen berechnet.
Ferner empfehle mich im Teppichlegen und Decorieren der Fenster und Thüren und lege auf Verlangen die neuesten Musterkarten zur Ansicht vor. Gefl. Aufträgen entgegensehend, zeichne ich in aller Hochachtung Carl Gressler, Tapezierer, Polsterer und Decorateur."

Vor 115 Jahren - 26. April 1911
In das Gymnasium wurden von 42 Knaben, die sich der Aufnahmeprüfung unterzogen, 36 aufgenommen. In die Realschule von 23 Knaben 21.
Vor 115 Jahren - April 1911
"Theater Siegburg. 20 möblierte Zimmer gesucht. Offerten mit Preisangebe. Hotel Glocke."
Vor 110 Jahren - 26. April 1916
"Spargel als Volksnahrung: Während der Spargel in Friedenszeiten als Delikatesse angesehen und in der Regel nur auf dem Tisch wohlhabender Leute als Gemüse öfters erscheint, soll das im Kriege anders werden. Der Spargel soll ein Gemüse für die breiten Massen werden. Das hat seinen Grund darin, daß in diesem Jahre wegen Mangel an Weißblech die Konservenfabriken nur einen sehr geringen Teil der Ernte erarbeiten können. In früheren Jahren wurde nur der fünfte Teil der Spargelernte dem Frischabsatz zugeführt. Naturgemäß ist es nötig, den Verkauf des frischen Spargels zu organisieren. Zu dem Zweck hat sich der Gemüsebauverein in Braunschweig mit den Städten in Verbindung gesetzt, damit diese den Spargel in großen Mengen abnehmen und unter ihre Einwohner verteilen." (Siegburger Kreisblatt)
Vor 105 Jahren - April 1921
"Der Gewerbe- und Verkehrsverein hielt am Freitag seine Jahresversammlung im Reichenstein ab. Eingangs der Versammlung gedachte der Vorsitzende Herr Olbertz in ehrenden Worten des verdienstvollen Gründers und Ehrenvorsitzenden des Vereins, Herrn W.P.Kraemer. Den Wechsel der Zeiten richtig anerkennend, gründete derselbe im Jahr 1901 den Verein und hat ihm bis ins hohe Alter in uneigennütziger Weise vorgestanden. Herr Oberbahnhofsvorsteher Mirgel gab Erläuterungen über den Bahnverkehr und betonte, daß im Verein mit dem Vorsitzenden manche gute Verbindung trotz der bekannten Schwierigkeiten geschaffen worden sind. Zu begrüßen ist die Autoverbindung Siegburg-Much. Wenn bei dieser Einrichtung auch noch Wünsche bestehen, so darf man die durch die Verhältnisse geschaffene Lage der Post nicht verkennen und ist der Verein überzeugt, daß die Post tunlichst allen Wünschen nachkommt, abgesehen davon, daß bei der teuren Unterhaltung eine Rentabilität nicht errechnet werden kann." (Kreisblatt)

Vor 70 Jahren - April 1956
"An der Stützmauer der Abtei am Osthang des Michaelsbergs sind wieder erhebliche Schäden festgestellt worden. Die Stützmauer zeigt bedenkliche Risse, die sich durch die Frostperioden im Winter noch vergrößert haben. Die unter der Stützmauer vorbeiführende Seufzerallee mußte deshalb gesperrt werden. Die entstandenen Schäden wurden in jüngster Sitzung des Finanzausschusses besprochen. Dabei wurde überlegt, wie man die Gefahren, die durch die Schäden in der Mauer entstehen, abwenden können. Die Beseitigung würde 24.000 DM kosten. Die Abtei hat sich bisher noch nicht darüber ausgelassen, wie sie die Stützmauer wieder herstellen könne. Die Stadt hat zwar in den letzten Jahren mehrere Male bei der Beseitigung von Schäden auf dem Michaelsberge geholfen, obwohl sie nicht dazu verpflichtet war. Der Ausschuß kam überein, zunächst zu klären, wie die Schäden beseitigt werden können und die sich die Abtei zu den Kosten stellt." (Siegburger Zeitung)
Foto: Abteiweg um 1955.

Vor 15 Jahren - 26. April 2011
Tropisches Wetter verwöhnte die Siegburger gestern und vorgestern: Es waren die spätesten Osterfeiertage seit 1854. Zum strahlend blauen Himmel passte die Palme am Stallberger Kreisel.

Vor 10 Jahren - 26. April 2016
Sirenenalarm um 14.30 Uhr, Brand im Wohn- und Geschäftshaus der Kaiserstraße 44. Eine Wohnung im 2. Obergeschoss steht in Flammen. Mit einem großen Aufgebot von 40 Kräften und einem halben Dutzend Einsatzfahrzeugen ist die Feuerwehr schnell vor Ort, bringt den Brand rasch unter Kontrolle. Die Retter kümmern sich um eine 94-jährige Frau in einer anderen Wohnung des Hauses. Die Leitung des angrenzenden Krankenhauses wird informiert, da der Rauch in Richtung Klinik zieht. Im Einsatz: 40 Feuerwehrleute aus Siegburg und Troisdorf, die mit sieben Fahrzeugen anrückten. Foto: Links das Krankenhaus, in der Bildmitte die geöffneten Fenster der Brandwohnung.
Für einen Besuch der Stadtverwaltung gilt: Erst hier Termin vereinbaren, dann vorbeikommen.
Tourist Information (+49 2241 102-7533 oder tourismus@stadtbetriebe-siegburg.de) und Stadtmuseum (+49 2241 102-7410 oder stadtmuseum@stadtbetriebe-siegburg.de), Markt 46, haben dienstags bis samstags zwischen 10 und 17 Uhr, sonntags zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet (die Tourist Information auch montags von 10 bis 17 Uhr). Die Stadtbibliothek, Griesgasse 11, kann dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr besucht werden, Inhaber eines Büchereiausweises erhalten darüber hinaus während der Open-Library-Zeiten (dienstags bis sonntags von 8 bis 10 sowie 17 bis 20 Uhr) Zugang.
Aktuelle Öffnungszeiten des Oktopus Freizeitbad, Zeithstraße 110, können hier abgerufen werden. Der Zugang zum Bad ist mit einem Online-Ticket möglich, das hier erworben werden kann. Sie können das Online-Ticket auch mit Hilfe der Kolleginnen und Kollegen im Eingangsbereich des Hallen- und Freibades sowie im Stadtmuseum am Markt erwerben. Im Stadtmuseum ist der Ticketverkauf mit Bargeld möglich, ansonsten nur bargeldlos mit allen digitalen Zahlungsmitteln einschließlich der IBAN. Zusätzlich können Schwimmbadtickets vor Ort auch mit dem Siegburg-Gutschein (Karte oder App) erworben werden.
Polizei: 110
Feuerwehr/Notarzt/Rettungsdienst: 112
Krankentransport: +49 2241 19222
Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116117
Zahnärztlicher Bereitschaftsdienst: +49 1805 986700
Giftnotruf-Informationszentrale der Universitätsklinik Bonn: +49 228 19240
Apotheken-Notruf: +49 800 0022833
Apotheken-Notdienst: https://www.aponet.de
Telefonseelsorge: +49 800 1110111 oder +49 800 1110222
Sorgentelefon für Kinder und Jugendliche: 116111 oder +49 800 1110333
Bundesweites Hilfstelefon "Gewalt gegen Frauen": 116016
Opferschutzbeauftragter der Kreispolizeibehörde Siegburg: +49 2241 5413812
Beratungsstelle sexualisierte Gewalt: +49 228 635524
Zentraler Karten-Sperr-Notruf: 116116
Tierärztlicher Bereitschaftsdienst: Abrufbar über die Anrufbeantworter der Tierarztpraxen
