siegburgaktuell 09.11.2025

Hauskauf führte zu Film über Holocaust
Siegburg. Als die Stralsunderin Friederike Fechner mit ihrem Mann 2012 ein historisches Giebelhaus kauft, ahnt sie nicht, worauf sie sich eingelassen hat. Wer hat einmal in diesem alten Haus gelebt? Was steckt hinter dem ehemaligen jüdischen Lederwarengeschäft? Fechner macht sich auf die Suche und gerät in einen Sog. Die Cellistin stößt auf das Schicksal der jüdischen Großfamilie Blach im Nationalsozialismus.
Ein Sohn der Blachs hat den Holocaust überlebt: Friedrich. Von diesem Fund ausgehend beginnt Fechner mit einer jahrelangen Detektivarbeit. Davon erzählt die NDR-Eigenproduktion "Wo seid ihr? Die Blachs. Die Geschichte einer jüdischen Familie". Oft sind Erinnerungen an Opferschicksale aus der Nazi-Zeit ausgelöscht oder niemand spricht über sie. Der Film ist ein Plädoyer gegen das Vergessen und eine Annäherung für Hinterbliebene und Nachfahren.
Fechners aufwühlende Reise führt durch Archive, von Stralsund über Amsterdam nach New York und auch in das ehemalige Konzentrationslager Ravensbrück. Am Ende kommt es zu bewegenden Begegnungen von Verwandten, die bisher nichts voneinander wussten und sich ohne diese akribische Spurensuche nie gefunden hätten.
Fechner erzählt, dass auch sie in ihrer Familie Sprachlosigkeit erfahren habe - zum Thema Holocaust sei geschwiegen worden. "Das hat vielleicht auch ein besonderes Interesse hervorgerufen, weil ich immer fand, da muss ich irgendwie nachhaken. Man hat geschichtliche Fakten totgeschwiegen oder nur einseitig betrachtet. Genau deshalb ist es wichtig, diese Geschichte zu erzählen."
Einer der Protagonisten im Film ist der KZ-Überlebende Peter Weishut, der im April 2023 verstorben ist. Er hat sich für den Film zum ersten Mal überwunden, über das zu sprechen, was er als Kind in Bergen-Belsen erlebt hat: "Es ist jetzt erst ein Thema geworden, nachdem ich Kontakt habe mit Friederike. Sonst hätten wir überhaupt nicht darüber geredet."
Der Förderverein der Gedenkstätte Landjuden an der Sieg hat Fechner eingeladen. Am Freitag, 14. November, wird im Stadtmuseum der NDR-Film gezeigt, und diejenige, die den Stein ins Rollen brachte, hält einen Vortrag. Los geht es um 18.30 Uhr, der Eintritt kostet fünf Euro. Kartenvorverkauf an der Museumskasse, Restkarten vor der Veranstaltung.
Nicht vergessen: Gedenken an die Pogromnacht in der Brauhofpassage heute um 18.30 Uhr, anschließend Schweigemarsch zum jüdischen Friedhof. Foto: Innenaufnahme der am 10. November 1938 ausgebrannten Siegburger Synagoge. Wo sie stand, beginnt der Gedenkgang.

Kabarett zum Weihnachtswahnsinn
Siegburg. Und schon wieder steht Weihnachten vor der Tür. Und schon wieder lauern die gefürchteten Weihnachtsfeiern auf uns. Ja, da sollten wir aufpassen, denn so manch einer hat beim Schrottwichteln seinen Ehepartner gewonnen. Wie viele Punkte würden Sie Ihren Weihnachtsfeiern auf einer Skala von eins bis zehn geben, und warum sind es nur eine Drei? Schade eigentlich. Aber geht es nicht besser? Lustiger? Origineller? Doch, es geht. Er ist gekommen, um uns die Freude an der Verwandtschaft zurückzubringen: C.Heiland. Er gibt sich uns ganz und gar hin.
Mit Haut, Haaren und Omnichord. Diesem seltsamen japanischen Kult-Instrument ohne Saiten und Tasten. Der Heiland kommt, spricht, singt und überschüttet uns mit Liebe und Humor. Und ja, manchmal tanzt er sogar. Der Weg zu Ihrer persönlichen Heiland-Erscheinung ist nah. Banal oder besinnlich - lassen Sie sich vom ganzen Weihnachtswahnsinn erlösen und haben einfach einen richtig guten Abend im städtischen Kleinkunstprogramm. Auftritt am Freitag, 28. November, um 20 Uhr im Museum. Es sind noch wenige Karten verfügbar. Reservierungen bitte unter stadtmuseum@siegburg.de.

Einraumwohnung der Muttergottes
Siegburg. In der Mühlenstraße, unmittelbar an der Befestigungs- und Stützmauer zum Michaelsberg, ließ Abt Johann Christoph von Hagen im Jahre 1755 eine der Muttergottes geweihte Wegekapelle errichten. Sie lag in Blickachse zum Mühlentor. Johann Christoph von Hagen ging als sogenannter Reformabt in die Geschichte ein. Er versuchte, durch eine Änderung der Aufnahme-Statuten auch Bürgerlichen den Eintritt in den Konvent zu ermöglichen, um sowohl die Anzahl der Mitglieder zu vergrößern als auch ein strengeres, an den Regeln des heiligen Benedikt orientiertes Leben wiedereinzuführen, weg vom adeligen Prunk. Außerdem versuchte er, die katastrophale Finanzlage der Abtei aufzufangen. Dazu hoffte er, Siegburg wieder zum Wallfahrtsort zu machen. Im Zuge dieser Bestrebungen wurde die kleine Wegekapelle gebaut.
Die Freunde und Förderer sowie die Stiftung Benediktinerabtei Michaelsberg, vertreten durch die jeweiligen Vereinsvorsitzenden Dr. Andrea Korte-Böger und Prof. Dr. Ulrich Herkenrath, arbeiten derzeit mit Anja Göbel von der Unteren Denkmalbehörde der Stadt daran, den Blickfang zu erhalten. Das Dach wird neu gedeckt, der Fassadenputz saniert, der Anstrich erneuert.
Die Kapelle steht im Eigentum der Stadt. Sie wird heute im Ehrenamt von zwei Frauen gepflegt.

siegburgaktuell rief Wolsdorfer Vereine zusammen
Siegburg. Nachrichten aus Wolsdorf klingen immer gut. Diese noch besser. "Ihr Artikel in siegburgaktuell vor dem Hubertusfest hat dazu geführt, dass viele Vereinsvertreter und Wolsdorfer an dem Gottesdienst teilgenommen haben. Herzlichen Dank dafür." Gern geschehen, lieber Stefan Groß!
Der Andrang war, so wurde uns berichtet, so groß, dass etliche Teilnehmer das Geschehen von draußen verfolgten. Da aber die Kapelle über eine gute Akustik verfügt, hat das gut funktioniert. "Nur die Kommunion wurde knapp, sodass Pfarrer Wahlen vor der Kapelle zum Teilen aufrief. Der Gottesdienst wurde für die auf den Gedenktafeln verzeichneten Opfern der beiden Weltkriege gefeiert."

Stadtnachrichten online
Siegburg. Nachrichten und Veranstaltungen, Bürgerservice und Digitale Verwaltung, Mängelmelder und Umfragen. Mit der App Citykey lernen Sie die Kreisstadt neu kennen und erledigen Behördengänge bequem über das Smartphone. Ganz einfach, unabhängig von Zeit und Ort. Download über nachfolgenden Link.
Videos, Bilder, Informationen, oftmals direkt vom Ort des Geschehens: Wer die städtische Facebookseite Kreisstadt Siegburg oder den Instagram-Account kreisstadt_siegburg liked, der ist quasi mittendrin. Mehr zu spannenden Ausflugszielen und Freizeittipps für Klein und Groß erfahren Sie auf dem Instagram-Account visit.siegburg der Tourist Information.
Ihre Stimme zählt! Unter mitmachen.siegburg.de laden wir Sie herzlich ein, sich mit der Stadtverwaltung über anstehende Themen in Siegburg auszutauschen, Ihr Wissen und Ideen einzubringen oder an Umfragen und Beteiligungen teilzunehmen. Der Vorteil: Eine einmalige Registrierung reicht aus, um bei sämtlichen Projekten mitzumachen.

Sonntag, 9. November 2025
10 bis 18 Uhr, Stadtmuseum, Markt 46:
Fotokurs der VHS Rhein-Sieg: 7 Perspektiven (bis Freitag, 28. November)
11 bis 17 Uhr, Café T.o.d., Nordfriedhof:
Winterfest
ab 11.11 Uhr, Marktplatz:
große Karnevalssessionseröffnung
11.30 Uhr, Stadtmuseum, Markt 46:
Udo Zembok "Durchlichtungen - Objekte und Installationen" (Ausstellungseröffnung, bis Sonntag, 18. Januar)
13.30 Uhr, Treffpunkt am Stadtmuseum, Markt 46:
Führung: "Auf den Spuren jüdischen Lebens" mit Bertrand Stern
13 bis 18 Uhr, Innenstadt:
Verkaufsoffener Sonntag
15 Uhr, Studiobühne im ehemaligen Kaufhof, Grimmelsgasse 4:
"Peter Pan" (Foto)
15 Uhr, Stadtmuseum, Markt 46:
Kindertheater: "Der Mumpel"
17 Uhr, Auferstehungskirche, Annostraße 14:
Orgelmusik jüdischer Komponisten und Lieder des Saxophonquartettes Sans Paroles
ab 17 Uhr, Seligenthal:
Martinszug (Heimatverein Seligenthal)
19.30 Uhr, Rhein Sieg Forum, Bachstraße 1:
Schäl Sick & TroJazz: "Big Band Tribute to Peter Herbolzheimer"
Montag, 10. November 2025
10 bis 12 Uhr, St. Elisabeth, Chemie-Faser-Allee 2:
Lotsenpunkt Siegburg
14 bis 16 Uhr, Gemeinschaftsgarten, Cecilien-/Wellenstraße:
Der Gemeinschaftsgarten hat für Besucher geöffnet
ab 17 Uhr, Kaldauen/Siegburg-Nord/Zange:
Martinszug (BG Kaldauen/Kita St. Anno/Kita Kinderreich)
ab 17.30 Uhr, Innenstadt:
Martinszug (Kita St. Servatius)
ab 18 Uhr, Deichhaus:
Martinszug (Freie Christliche Schulen)

Das aktuelle Kinoprogramm entnehmen Sie bitte den Webseiten von
Capitol, Augustastr. 20, Tel.: +49 2241 62288, https://www.capitol-siegburg.de und
Cineplex, Europaplatz 1, Tel.: +49 2241 958080, https://www.cineplex.de.
Sonntag, 9. November, der 313. Tag in 2025
Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, offizieller und internationaler Holocaust-Gedenktag ist der 27. Januar.
Der 9. November gilt als "Schicksalstag der Deutschen". Historische Ereignisse fallen auf das Datum, etwa die Ausrufung der deutschen Republik im Zuge der Novemberevolution 1918, der Tiefpunkt der zwei Tage zuvor begonnenen organisierten Nazi-Pogrome gegen die jüdischen Mitbürger 1938 oder der Mauerfall 1989.
Wetter: Sie wissen hoffentlich noch, wo ihr Regenschirm steht!? Vereinzelt sind Schauer möglich.
Sonnenuntergang heute: 16.53 Uhr
Sonnenaufgang morgen: 7.38 Uhr
Mondaufgang heute: 18.42 Uhr
Monduntergang morgen: 13.26 Uhr
Roland (Benediktinerabt im nordfranzösischen Rasnon, sein Kloster blühte derart auf, dass - anders als heutzutage - mächtig angebaut werden musste, um alle Patres aufnehmen zu können, starb um 1084); Theodor (von Euchaita, Soldat im Heer Kaiser Maximians, starb 306 den Märtyrertod), auch: Theo, Ted, Bogdan.
Iwan Turgenjew (1818-1883), russischer Schriftsteller ("Väter und Söhne"); Hermann Weyl (1885-1955), Mathematiker ("Raum-Zeit-Materie"); Snub Pollard (1889-1962), australischer Schauspieler, der schnauzbärtige Stummfilmstar spielte mit Größen wie Harold Lloyd, Charley Chase sowie Stan Laurel und Oliver Hardy; Martin Benrath (1926-2000), Schauspieler ("Die Buddenbrooks", "Schtonk", "Stalingrad"); Werner Veigel (1928-1995), "Tagesschau"-Sprecher; Marco Bellocchio (1939), italienischer Regisseur ("Knallt das Monster auf die Titelseite"); Ulrich Schamoni (1939-1998), Filmregisseur ("Chapeau Claque"); Björn Engholm (1939), SPD-Politiker, von 1988 bis 1993 Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, zuvor auch Bundesminister; Tom Fogerty (1941-1990), amerikanischer Gitarrist, mit Bruder John Gründer von Creedence Clearwater Revival ("Proud Mary", "Down On The Corner"); Michael Kunze (1943), Schriftsteller, Liedtexter ("Griechischer Wein", "Ein Bett im Kornfeld", "Du", "Ich war noch niemals in New York"), Musical-Autor ("Tanz der Vampire") und Talente-Entdecker (1966 Peter Maffay); Dietrich Thurau (1954), Radrennfahrer, 1977 bei der Tour de France 14 Tage im gelben Trikot und Sportler des Jahres; Sonja Kirchberger (1964), österreichische Schauspielerin ("Die Venusfalle"); Karoline Eichhorn (1965), Schauspielerin ("Der Sandmann", "Das letzte Schweigen"); Axel Schulz (1968), Boxer; Sven Hannawald (1974), Skispringer; Alessandro del Piero (1974), italienischer Fußballer, Weltmeister 2006, manche nannten Altstar Ronaldo "Il Fenemeno", das "Phänomen", bei Juve war del Pierro "Il Fenemeno Vero", das "wahre Phänomen"; Paula Kalenberg (1986), Schauspielerin ("Krabat").
1848: Robert Blum, der Kölner Politiker und Publizist, führendes Gesicht der liberalen Bewegung des Deutschkatholizismus, engagierter Abgeordneter des ersten demokratisch gewählten Parlaments (Paulskirche), wird wegen seiner Teilnahme am Oktoberaufstand und der Hilfe zur Verteidigung Wiens gegen die kaiserlichen Truppen hingerichtet, der Demokrat und Republikaner stirbt einen Tag vor seinem 42. Geburtstag morgens um 9 Uhr beim Jägerhaus in der Brigittenau nahe der österreichischen Hauptstadt "unter Pulver und Blei", wie es das Todesurteil besagte; Stunden zuvor schrieb er zum Abschied an seine Frau: "Mein teures, gutes, liebes Weib, lebe wohl, wohl für die Zeit, die man ewig nennt, die es aber nicht sein wird. Erziehe unsere - jetzt nur Deine Kinder zu edlen Menschen, dann werden sie ihrem Vater nimmer Schande machen. Unser kleines Vermögen verkaufe mit Hilfe unserer Freunde. Gott und gute Menschen werden Euch ja helfen. Alles, was ich empfinde, rinnt in Tränen dahin, daher nochmals: leb wohl, teures Weib! Betrachte unsere Kinder als teures Vermächtnis, mit dem Du wuchern mußt, und ehre so Deinen treuen Gatten. Leb wohl, leb wohl! Tausend, tausend, die letzten Küsse von Deinem Robert. Wien d. 9. Nov. 1848 morgens 5 Uhr, um 6 Uhr habe ich vollendet. Die Ringe habe ich vergessen; ich drücke Dir den letzten Kuß auf den Trauring. Mein Siegelring ist für Hans, die Uhr für Richard, der Diamantknopf für Ida, die Kette für Alfred als Andenken. Alle sonstigen Andenken verteile Du nach Deinem Ermessen. Man kommt! Lebe wohl! Wohl."; 1952: Chaim Weizmann, der erste Präsident und Mitbegründer des Staates Israel stirbt 77-jährig in Jerusalem; 1953: Dylan Thomas, der walisische Schriftsteller ("Unter dem Milchwald") stirbt 39-jährig in New York; 1970: Charles de Gaulle, der ehemalige General und französische Staatspräsident stirbt 79-jährig in Colombey-les-Deux-Eglises; seine letzten Worte, bevor er wegen eines Aorta-Risses vor seiner Frau zusammenbricht: "O wie tut das weh", sein letzter Wille: "Bei meiner Beisetzung weder Politiker noch Minister!"; 1991: Yves Montand, der französische Schauspieler ("Lohn der Angst") stirbt 70-jährig in Paris; 2002: Heinrich Schliemann, der Wissenschaftsjournalist, populär durch seine Berichte über die Apollo-Mondlandungen und seine ZDF-Reihe "Aus Forschung und Technik", stirbt 86-jährig in Berlin; 2010: Robin Day, der englische Designer, Erfinder des stapelbaren Polypropylen-Stuhls (14 Millionen verkaufte Exemplare) und Raumgestalter in Uni-Sälen, der Londoner U-Bahn oder Flugzeugen der BOAC, stirbt 95-jährig; 2010: Vitus B. Dröscher, der populäre Naturpublizist, Sachbuchautor und TV-Filmer ("Dröschers Tierwelt") stirbt 85-jährig in Hamburg; 2015: Allen Toussaint, der amerikanische Komponist und Pianist, der den "New Orleans Soul" prägte, mit dessen Songs die Rolling Stones ("Fortune Teller"), die Pointer Sisters ("Yes We Can Can"), Glen Campbell ("Southern Nights") oder La Belle ("Lady Marmelade") Erfolge feierten, und der mit Größen wie Paul McCartney und Paul Simon spielte, stirbt 77-jährig nach einem Tournee-Auftritt in Madrid; 2016: Jörg Zink, der evangelische Theologe und profilierte Vertreter der Friedens- und Ökobewegung, bekannt durch seine rund 200 Bücher in einer Gesamtauflage von 20 Millionen sowie durch über 100 Ansprachen beim ARD-"Wort zum Sonntag", stirbt 93-jährig in Stuttgart; 2017: John Hillerman, der amerikanische Schauspieler, populär vor allem durch seine Rolle des Jonathan Higgins an der Seite des von Tom Selleck verkörperten Privatdetektivs "Magnum", stirbt 84-jährig in Houston; 2020: Bruno Barbey, der in Marokko geborene französische Fotograf, Pionier der farbigen Bildberichterstattung, von 1992 bis 1995 Präsident der Agentur Magnum, der er seit 1968 angehörte, stirbt 79-jährig in Orbais-l'Abbaye nahe Reims; 2022: Werner Schulz, der profilierte DDR-Bürgerrechtler, nach der Wende Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen und später Mitglied des Europäischen Parlaments, stirbt 72-jährig in Berlin, als er auf Einladung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an einer Tagung in Schloss Bellevue teilnimmt und plötzlich zusammenbricht; vergeblich versuchten Josef Schuster, Mediziner und Chef des Zentralrats der Juden und ein Notarzt, ihn zu reanimieren; 2022: Bao Tong, der chinesische Politiker, einst mächtiges Mitglied im Zentralkomitee und Vertrauter von Parteichef Zhao Zyang, stirbt 90-jährig in Peking; zusammen mit Ziyang hatte er vergeblich versucht, bei den Studentenprotesten 1989 auf dem Platz des Himmlischen Friedens ein Blutvergießen zu vermeiden; doch die Panzer rollten und Zhao wurde bis zu seinem Tod unter Hausarrest gestellt, Bao Tong saß sieben Jahre in einem berüchtigten Gefängnis, stand danach unter Dauerbewachung, doch blieb ungebrochen: Er unterzeichnete die Charta 08, trat für Meinungs- und Versammlungsfreiheit ein.
Vor 60 Jahren - 9. November 1965
Ein Baby-Boom wird neun Monate danach die Folge sein: Ein großflächiger Stromausfall legt das - öffentliche - Leben im Nordosten der Vereinigten Staaten und auch in Teilen Kanadas über Stunden hinweg lahm. 30 Millionen Menschen sind vom "Blackout" betroffen.
Vor 40 Jahren - 9. November 1985
Der Russe Garri Kasparow besiegt in Moskau Titelverteidiger und Landsmann Anatoli Karpow und wird 13. und bis dahin jüngster Weltmeister der Schachgeschichte.
Vor 35 Jahren - 9. November 1990
In Berlin konstituiert sich der erste gesamtdeutsche Bundesrat. Zuletzt hatte der Bundesrat dort 1959 getagt.
Vor 115 Jahren - 9. November 1910
Bekanntmachung: "In das Handelsregister ist bei der Firma Waisenhaus mit beschränkter Haftung in Siegburg eingetragen: Der Kaufmann Jean Fußhöller in Siegburg ist zum stellvertretenden Geschäftsführer ernannt. Siegburg, der 9. November, Königliches Amtsgericht."
Vor 110 Jahren - 9. November 1915
Bekanntmachung betreffend den Wagenladungsverkehr auf dem Bahnhof Siegburg: "Der Wagenladungsverkehr auf dem hiesigen Bahnhof hat zufolge Mitteilung des Königlichen Eisenbahn-Verkehrsamtes Gießen eine derartige Steigerung erfahren, daß die Freiladegleise ständig überfüllt sind und die Aufrechterhaltung eines geordneten Betriebes bei den ohnehin schwierigen und beschränkten Bahnverhältnissen in Frage gestellt sind. Dieser Übelstand soll vorwiegend durch die säumige Ent- und Beladung durch die Verfrachter verursacht werden. Die Verzögerung in der Ent- oder Beladung jedes einzelnen Wagens bedeutet eine Schwächung der militärischen und wirtschaftlichen Kraft. Es liegt im nationalen und insbesondere aber auch im Interesse der Gewerbetreibenden selbst den Wagenumlauf nach Möglichkeit zu beschleunigen und so die Aufrechterhaltung eines geregelten Betriebes der Eisenbahnverwaltung zu fördern. Ich ersuche daher die Verfrachter in deren eigensten Interesse, alles aufzubieten, um eine ordnungsgemäße Ver- oder Entladung der Wagen zu ermöglichen, da andernfalls die Königliche Eisenbahnverwaltung Maßnahmen zur Beschränkung des Güterwagenverkehrs in Erwägung ziehen müßte. Der Bürgermeister, Plum."

Vor 110 Jahren - 9. November 1915
Rittergut Zur Mühlen, großer Vieh- und Inventarverkauf: Wegen Übergabe des Gutes und gänzlicher Aufgabe der Ackerwirtschaft lassen die Erben des Hauptmanns Bruch ab 9.30 Uhr das gesamte lebende und tote Inventar versteigern, unter anderem "drei sehr gute in jedem Geschirr gehende Pferde, 16 gute Milchkühe, 8 teilfette Rinder, sieben Kälber, ein angekörter Zuchtstier, 6 fette und vier Faselschweine, zwei sehr schöne Schwäne, 3 fette Gänse, Enten und Hühner, zwei Pfauen, eine Dreschmaschine mit Lokomotive, 1 Jagdwagen, eine Häckselmaschine, verschiedene Säh- und Kunstdüngerstreumaschinen, eine neue Jauchekarre mit Faß, ein Erntewagen".
Vor 65 Jahren - 9. November 1960
"Die schon bei Abschluss des Eingemeindungsvertrages zwischen Siegburg und Braschoß erkennbar gewesenen Bestrebungen, auch Heide, Franzhäuschen und Lohmar-Schreck in die Stadt Siegburg einzugemeinden, haben jetzt feste Formen angenommen. In Heide wird in den nächsten Wochen eine Bürgergesellschaft gegründet, welche die Forderungen nach dem Anschluß an die Stadt Siegburg formulieren und durchdrücken soll. Die Bürger von Heide haben gewichtige Gründe für ihre Forderung. Sie stellen fest, daß sich Heide, das kommunalpolitisch zum Amt Lohmar, Gemeinde Inger gehört, völlig auf die nahe Kreisstadt orientiert hat. Zwischen Lohmar und Heide gibt es nicht einmal eine reguläre Verbindung. Der nächste Weg über die Jabachtalstraße könne nur mit dem eigenen Kraftfahrzeug zurückgelegt werden. Beruflich und wirtschaftlich sind die Bürger von Heide ebenso eng mit Siegburg verbunden wie mit dem Verkehr. Für die Verbindungen mit der Kommunalverwaltung gelten die ungefähr gleichen Umstände, wie sie früher für Braschoß in Bezug auf Lauthausen zutrafen. Nur Umwege führten zum Ziel. Die Bürger von Heide finden es überholt, daß die Zeithstraße zum Teil Grenze sein soll, soweit das Gebiet um Franzhäuschen in Betracht kommt. Oberhalb von Heide greift die Grenze von Siegburg dann über die Zeithstraße hinüber auf die Lohmarer Seite. Die Bewohner von Heide, Franzhäuschen und des Lohmarer Teils von Schreck wollen sich deshalb dafür einsetzen, daß die kommunalpolitische Zugehörigkeit so geordnet wird, wie sie bereits für den Berufs- und Wirtschaftsverkehr liegt." (Siegburger Zeitung)

Vor 15 Jahren - 9. November 2010
"Liebe Abtei, ich wünsche Euch für die Zukunft alles Gute!!! Viele Grüße Rainer", so der erste Eintrag im Online-Gästebuch des Benediktinerklosters gestern Mittag, kurz nach Bekanntwerden der Entscheidung über den Wegzug der Mönche aus Siegburg. Etliche Wochen hatte es keine Einträge mehr gegeben, der letzte, aus Berlin, stammte vom 23. September. Jetzt häufen sich die Bekundungen im Minutentakt: Ein "Freund der Abtei" vermerkt sieben Minuten später: "Liebe Mönche, ich bin unsagbar traurig. Ich habe die Nachricht gerade gehört. Ihr seid für Siegburg so wichtig. Ich danke euch allen und wünsche euch Gottes reichen Segen für eure - leider neuen - Wege." Dann meldet sich aus Wien der Vikariatsjugendseelsorger Gregor Jansen: "Liebe Freunde vom Michaelsberg! Auch, wenn mich mein Lebensweg vom Rheinland nach Wien gebracht hat, denke ich immer wieder gern an die Tage zurück, die ich als Jugendlicher auf dem Michaelsberg verbracht habe und die wesentlich für die Weckung meiner Berufung zum Priester waren. Über meinen Bruder habe ich punktuell Neuigkeiten aus der Abtei mitbekommen. Umso mehr trifft mich die Nachricht, dass die Abtei vor der Schließung steht. Das ist für euch sicher eine sehr schwierige und schlimme Situation und ich bin mir sicher, dass es eine sehr schwere Entscheidung war. Ich wünsche euch - vor allem denen, die mich noch kennen - alles Gute und Gottes Segen für die Zukunft. Im Gebet verbunden und mit herzlichem Gruß aus Wien!" Es gebe "keinen Abschied auf immer", glaubt Steffen: "Der Michelsberg ist ein Berg des Gebets. Hoffentlich wird er uns allen als solcher erhalten bleiben." Peter Quadt schreibt: "Diese Nachricht bedrückt meine Familie und mich sehr. Immer wieder hatten wir mit dem Berg zu tun, und daraus bleiben viel gute und unauslöschbare Erinnerungen. Hoffentlich gelingt es, dort weiter einen Ort geistlichen Lebens für unsere Region zu erhalten." Am Abend vermerkt Basilius Katzer: "Benedicite! Als Oblate, der in diesem Sommer ebenfalls aufgegebenen Abtei St. Martin zu Weingarten, kann ich Ihre Trauer und Enttäuschung mitfühlen." Auch heute Morgen gehen die Bekundungen weiter. "Anno II" vermerkt: "Die Nachricht macht mich tief betroffen und sehr traurig. Ich wünsche euch Brüdern alles Gute und dem Michelsberg eine glückliche Fügung auf seinem Weg in eine ungewisse Zukunft." Foto (Wolfgang Hübner-Stauf): Bitte Türe schließen - ein Schild mit ungewollter Symbolkraft am Kreuzgang auf dem Michaelsberg.

Vor 15 Jahren - 9. November 2010
Ballett der Autokräne am Anno-Gymnasium. Dort nimmt die Vierfachturnhalle weiter konkretere Züge an. Züge hier im wahrsten Sinne des Wortes, da in den vergangenen Tagen die ersten Stahlfachwerkbinder, die Unterzüge der Decke der neuen Sporthalle, montiert wurden. Der Ablauf folgte - vereinfacht gesagt - dem Baukasten-Prinzip. Erst kamen die Stahlbetonstützen, dann hoben die Kräne die 40 Meter langen und in frischem Blau lackierten Stahlteile an Ort und Stelle. Am benachbarten Schulanbau legen sich die Arbeiter vor der ersten Frostperiode ebenfalls ordentlich ins Zeug. Die Bodenplatten sind fertig, erste Wände hochgezogen und im Bestand wurden die ersten Öffnungen zu den neuen Klassenräumen in die Fassade geschnitten.

Vor 5 Jahren - 9. November 2020
Flammen loderten am Freitagnachmittag aus einem Papierkorb im Eingangsbereich von St. Servatius. Beim Eintreffen der Feuerwehr, die glimmende Kerzen als Ursache vermutet, war der Brand bereits durch einen Mitarbeiter der Kirche mit Wasser gelöscht worden. Zur Begutachtung des Rauchschadens wurde eine Kunsthistorikerin des Erzbistums Köln hinzugezogen, der Apollinarisschrein am Hochaltar wird in dieser Woche erneut begutachtet. Für die Reinigung blieb das Gotteshaus bis Samstag geschlossen.

Vor 5 Jahren - 9. November 2020
Siegburger Abendfarben bannte Friederike Welter am Freitag auf den Chip ihrer Kamera. Vom Michaelsberg zeichnen sich nicht nur Bäume, sondern auch die Spitze der Kirche St. Servatius deutlich vom blau-roten Himmel ab.

Vor 5 Jahren - 9. November 2020
Nach dem letzten Wochenende berichteten wir vom Traumtreffer, den Danilo Wiebe, Siegburger Profifußballer in Diensten von Zweitligist Eintracht Braunschweig, beim Heimspiel gegen Nürnberg erzielte. "Marke Tor des Monats" schrieben wir am 2. November. Der Meinung ist auch die ARD-Sportschau, die den 30-Meter-Schuss in den Winkel für das Tor des Monates Oktober zur Wahl stellt.
Für einen Besuch der Stadtverwaltung gilt: Erst hier Termin vereinbaren, dann vorbeikommen.
Tourist Information (+49 2241 102-7533 oder tourismus@stadtbetriebe-siegburg.de) und Stadtmuseum (+49 2241 102-7410 oder stadtmuseum@stadtbetriebe-siegburg.de), Markt 46, haben dienstags bis samstags zwischen 10 und 17 Uhr, sonntags zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet (die Tourist Information auch montags von 10 bis 17 Uhr). Die Stadtbibliothek, Griesgasse 11, kann dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr besucht werden, Inhaber eines Büchereiausweises erhalten darüber hinaus während der Open-Library-Zeiten (dienstags bis sonntags von 8 bis 10 sowie 17 bis 20 Uhr) Zugang.
Aktuelle Öffnungszeiten des Oktopus Freizeitbad, Zeithstraße 110, können hier abgerufen werden. Der Zugang zum Bad ist mit einem Online-Ticket möglich, das hier erworben werden kann. Sie können das Online-Ticket auch mit Hilfe der Kolleginnen und Kollegen im Eingangsbereich des Hallen- und Freibades sowie im Stadtmuseum am Markt erwerben. Im Stadtmuseum ist der Ticketverkauf mit Bargeld möglich, ansonsten nur bargeldlos mit allen digitalen Zahlungsmitteln einschließlich der IBAN. Zusätzlich können Schwimmbadtickets vor Ort auch mit dem Siegburg-Gutschein (Karte oder App) erworben werden.
Polizei: 110
Feuerwehr/Notarzt/Rettungsdienst: 112
Krankentransport: +49 2241 19222
Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116117
Zahnärztlicher Bereitschaftsdienst: +49 1805 986700
Giftnotruf-Informationszentrale der Universitätsklinik Bonn: +49 228 19240
Apotheken-Notruf: +49 800 0022833
Telefonseelsorge: +49 800 1110111 oder +49 800 1110222
Sorgentelefon für Kinder und Jugendliche: 116111 oder +49 800 1110333
Bundesweites Hilfstelefon "Gewalt gegen Frauen": 116016
Opferschutzbeauftragter der Kreispolizeibehörde Siegburg: +49 2241 5413812
Beratungsstelle sexualisierte Gewalt: +49 228 635524
Zentraler Karten-Sperr-Notruf: 116116
Tierärztlicher Bereitschaftsdienst: Abrufbar über die Anrufbeantworter der Tierarztpraxen
Apotheken-Notdienst
Neue-Apotheke, Kaiserstraße 34, Siegburg, Tel.: +49 2241 63522
