Damals schossen die "Trimm-dich-Pfade" aus dem Boden. Grund war nicht nur die Olympiabegeisterung. Die Deutschen hatten nach zwei guten Jahrzehnten, die hinter ihnen lagen, an Leibesfülle gewonnen und an Kondition verloren. Übergewicht, Herzkreislauferkrankungen, allgemeines motorisches Unvermögen: all das wird schon damals diskutiert. Die Ursprünge der bis heute anhalten Sportbegeisterung - Stichwort neue Rekordzahlen beim Bonner Marathon kommenden Sonntag - lagen versteckt zwischen Kiefern und Buchen und bestanden aus Reckstangen, Ringen und Balancierbalken, die ein Waldweg miteinander verknüpfte. Auch Siegburg besaß einen Trimm-dich-Pfad. Er lag am Stallberg, in der Nähe der Straße "Am Pfahlweiher".
Mittlerweile ist die Zeit über den Parcours aus den frühen Siebzigern hinweggefegt. Das Verb trimmen wird, wenn überhaupt, in Verbindung mit Rasenpflege benutzt und wirkt im Vergleich zu Calisthenics, Functional Training und Hyrox dinosaurierhaft. Für Bewegung im Freien gibt es heute andere Möglichkeiten: Skaterbowl, Basketballcourt, Kleinspielfeld, Fitness-Welle am Michaelsberg.
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