Im Referat zu § 8a SGB VIII ging es darum, dass man handeln muss, wenn der Verdacht im Raum steht, dass das Wohl eines Kindes gefährdet sein könnte: aufmerksam sein, die Situation einschätzen, bei Bedarf Hilfe organisieren. Eine zentrale Rolle spielt das Jugendamt. Es unterstützt die Einrichtungen, berät und leitet - wenn nötig - weitere Maßnahmen ein. Feste Ansprechpartner sind in der Regel die Mitarbeitenden des Allgemeinen Sozialen Dienstes, kurz ASD.
Der zweite Vortrag rund um § 47 SGB VIII behandelte die "Kita-Compliance" (unser Ausdruck) und die ganz greifbare Frage: Wie verhalte ich mich richtig, auch unter Druck, unter Verweigerung, unter Schreien, Weinen oder Treten des Kindes? Professionell bleiben, auch wenn es schwer wird - das beinhaltete der Vortrag der Kollegin Gaby Prinzhausen aus dem Bereich des Jugendamts, der sich der Qualifikation und Beratung von Kitamitarbeitenden widmet. So kann beispielsweise bei einem Fehler in der pädagogischen Arbeit, wenn die Erzieherin das Kind zieht oder festhält, eine beobachtende Kollegin ein Codewort rufen, das als Signal für eine Nachbesprechung im Team dient - Ziel ist nicht das Anschwärzen, sondern das Verhindern einer Wiederholung in ähnlichen Momenten der Zukunft.
Prinzhausen erklärt uns sehr anschaulich, dass ein generelles Problem der sozialen Arbeit die Harmonie-Konformität ist. Wie süßer Honig liege diese Kultur des Weglächelns über manchem Team. Der Unwillen, Konflikte anzusprechen und damit aus der Welt zu befördern, sei ein häufiger Mangel, dem der Fachtag begegnen wollte. "Wichtig sind Offenheit, klare Abläufe und ein verantwortungsvoller Umgang", erklärt uns Prinzhausen, die zusammen mit Petra Opschondek von der Jugendbehindertenhilfe die "Fachkräfteoffensive Siegburg" vorantreibt. Die Frauen arbeiteten eng mit einer weiteren Kollegin aus dem Jugendamt zusammen, mit Anke Althaus, der "Netzwerkkoordinatorin Kinderschutz".

