Im Rahmen der vergangenen Oktober besiegelten Städtepartnerschaft präsentierten sich Kolleginnen und Kollegen der Verwaltung und der Tourist Information mit einem Infostand, um für Siegburg als attraktives Reiseziel zu werben und mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen.
An drei Veranstaltungstagen wurde ein dichtes Beziehungsgeflecht auf der Ost-West-Achse zwischen Havel- und Rheinland offenbar: Eine Rösratherin hat Verwandtschaft in Werder. Eine ehemalige Praktikantin des Siegburger Umweltamts besucht heute die Universität in Potsdam. Der an einem Siegburger Großprojekt beteiligte Bauunternehmer blieb ebenso stehen wie eine in Siegburg geborene Berlinerin, die ihre Heimatstadt auch nach Jahrzehnten nicht vergessen hat. Eine Gruppe ehemaliger Augustiner, heute in Berlin zuhause, freute sich über die Ansprache in bekanntem Zungenschlag.
Das Reaktionsspektrum auf das Zelt mit Michaelsbergsilhouette fiel weit aus: "Siegburg? Da war ich schon einmal." Aber auch: "Das Siegburg bei Bonn? Was macht ihr denn hier?" Die Antworten führten häufig ins Herz der Städtepartnerschaft und ihrer Geschichte, die in der Kooperation der Rathausbelegschaften beim Aufbau Ost Anfang der 1990er-Jahre ihren Ursprung hat.
Einige Festbesucher hörten zum ersten Mal von Siegburg. Allein deshalb machte sich der Stand bezahlt. Städtepartnerschaft lebt nicht primär von der Urkundenunterzeichnung bei Anzugterminen, sondern von persönlichem Austausch, neuen Bekanntschaften und dem Interesse daran, Verbindungen zu entdecken, wo man sie nicht erwartet hätte.

