Das Kulturhaus sei ein konstanter Anziehungspunkt, seine Multifunktionalität, ausgedrückt durch die Verknüpfung von historischer Dauer- und künstlerischer Wechselausstellung mit Konzerten und Tagungen, einmalig. Genau deshalb trete seit der Eröffnung 1990 der Landschaftsverband Rheinland als Förderer auf den Plan, zuletzt bei der Modernisierung der Abteilungen für Keramik, Humperdinck, der Geologie oder, rein baulich, der Fenster.
Die Umgestaltung der Ausstellungsbereiche beziehe frische wissenschaftliche Erkenntnisse und neue Wahrnehmungsgewohnheiten ein, ohne den Besucher effekthascherisch zu überfrachten. Wilhelm verwies explizit auf den dezenten Einsatz digitaler Medien. Bestens gelinge die Bedeutungsvergrößerung des einzelnen Exponats, das in seinen örtlichen Bezügen dargestellt wird und zugleich allgemeine Entwicklungen nachzeichnet. Festmachen lässt sich das an den Vitrinen zu den Vereinen im Kaiserreich. Dezidiert "siegburgerisch" dieser Teil, darüber hinaus aber beispielhaft für vorherrschende Traditionen, Moralvorstellungen und die Ergebenheit gegenüber den Hohenzollern an der Schwelle vom 19. zum 20. Jahrhundert.
Kontinuierliche Schenkungen von Objekten mit lokalhistorischem Wert durch Privatleute machen das Museum aus. Womit wir beim nächsten Sonntag, dem Internationalen Museumstag, sind. Dann wartet das werdende Haus der Geschichte NRW im bunten Container vor dem Stadtmuseum auf all das, was Sie für relevant für unser Bundesland halten. Bitte ab 14 Uhr mit Ihrem persönlichen Schaustück vorbeischauen.
Für was sich das HdGNRW interessiert? Die Achse einer 1960 gefahrenen Seifenkiste? Das erste Gastgeschenk der Freunde aus Nogent-sur-Marne? Der Karnevalsorden aus der Session mit Prinz Wolfgang, Overath mit bürgerlichem Namen?
Mehr zu Prof. Jürgen Wilhelm erfahren Sie hier. Foto: Blick in die neu gestaltete Abteilung zu Engelbert Humperdinck, nicht nur ein Sohn der Stadt, sondern auch des Gebäudes, in dem sich heute das Museum befindet.

