"In unseren sieben ambulanten Pflegestationen und vier Tagespflegen gibt es Obstkörbe mit einem Dankestext. Im Helenenstift in Hennef werden Erdbeeren und Trauben verteilt, das Haus Elisabeth in Niederkassel hat für seine Mitarbeitenden ein Frühstück aufgebaut. Der soziale Dienst, Küche und Hauswirtschaft, Gebäudemanagement und Verwaltungskräfte sind selbstverständlich dabei. Denn auch sie tragen mit viel Engagement dazu bei, dass die Bewohnerinnen und Bewohner sich zu Hause fühlen.
Dass Anerkennung und Dank nicht nur an diesem einen Internationalen Tag der Pflege notwendig sind, ist klar. Im Caritasverband hat man rund ums Jahr die Möglichkeit, an einem Oasentag auszusteigen und an Bogenschieß- oder Achtsamkeitskursen, einem Wandertag oder am Hallenklettern teilzunehmen. Diese Aktivität wird als Dienstzeit anerkannt.
Der Tag der Pflege gibt Anlass, um öffentlich über den sich immer schärfer abzeichnenden Pflegenotstand nachzudenken. Der demographische Wandel ist eindeutig. Eine steigende Anzahl hochaltriger und damit zumeist pflegebedürftiger Menschen steht der zahlenmäßig abnehmenden jüngeren Generation gegenüber. Für viele junge Menschen ist der Pflegeberuf außerdem nicht attraktiv. Zwar bietet das Tarifgehalt längst ein durchaus ansehnliches Einkommen. Der Vergütungsvergleich des Verbands katholischer Altenhilfe aus dem Jahr 2025 besagt, dass 4.149 Euro Bruttogehalt in der Caritas-Altenpflege einem Durchschnittsverdienst in der Branche von 3.936 Euro gegenüberstehen. Ein Mechatroniker, so ein zweites Beispiel, erhält 3.874 Euro. Eine angehende Pflegefachkraft verdient bei der Caritas schon im ersten Jahr 1.341 Euro brutto im Monat.
Nicht zu verschweigen sind die Arbeitszeiten, gepflegt werden muss rund um die Uhr, auch am Wochenende. Wenn Kolleginnen und Kollegen krankheitsbedingt ausfallen, wird oft eine hohe Flexibilität des Teams erwartet. Deshalb geht der Caritasverband neue Wege: Im August 2023 begannen die ersten sechs Auszubildenden aus Marokko ihren Dienst in unseren Häusern, seitdem folgten im halbjährlichen Abstand weitere Marokkaner nach. Sie haben in ihrem Heimatland die Sprachprüfung mit dem für die Ausbildung erforderlichen Niveau B2 erfolgreich abgeschlossen. Sie besuchen bei uns überdies einen auf die Pflegebedürfnisse zugeschnittenen Unterricht.
Die Azubis sind in eigens für sie eingerichteten WGs oder Kleinwohnungen untergebracht. Selbstverständlich wird das Onboarding von unseren beiden Ausbildungskoordinatorinnen eng begleitet, von den Formalien wie Krankenversicherung oder Bankkonto-Eröffnung bis zur Unterstützung beim kulturellen Ankommen. Letzteres wird durch die inzwischen zahlreichen Kolleginnen aus Marokko immer einfacher, sie nehmen die Ankömmlinge unter ihre Fittiche. Die ersten fertigen Fachkräfte konnten wir inzwischen übernehmen und freuen uns."

