Klingt abstrakt? Ein gutes Bespiel ist ihre Serie von Gefäßen, in die Bartel von oben hineinfotografierte. Die Aufnahmen legte sie später im Computer so übereinander, dass beim Draufschauen ein Relief zu entstehen scheint. Den Eindruck verstärkt die westfälische Wahlkölnerin, indem sie den Ausdruck des fertigen Ergebnisses nicht hinter einem flachen Bilderrahmen versteckt, sondern auf sich von der Wand abhebenden Platten dem Betrachter entgegenbringt.
Bartel spielt mit Formen und Farben, die sie im Alltäglichen entdeckt. So wie die Fischernetze in einem galizischen Hafen. "Wenn Dinge unter rein funktionalen Gesichtspunkten zur Seite geräumt werden, können sehr interessante und ästhetische Formen entstehen", erläutert sie ihren Blick, den sie ganz auf das Fanggerät konzentriert. Boote und Straßenpflaster bleiben ausgeblendet. Auch auf ihrem Werk, das sie den Besuchern der Ausstellung "Only Half A Picture" präsentiert. Diese wird morgen um 11.30 Uhr im Beisein der Künstlerin im Stadtmuseum, Markt 46, eröffnet. Bis Sonntag, 28. Juni, sind neben Fotografien und Collagen auch in den Raum greifende Arbeiten zu sehen.
Foto: Bartel beim Einspannen ihres Bildes der galizischen Fischernetze in den Rahmen.

