Siegburg. Gestern war Girls' and Boys' Day. Dabei schauen sich Mädchen Jobs an, die typischerweise als Männerberufe gelten, Jungen begeben sich in typische Frauenberufe. 24 Jugendliche meldeten sich in der Stadtverwaltung, um zu schnuppern, sie besuchten Kindergärten, IT und Digitalisierung, die Feuerwehr. Wir haben unsere Auszubildende Kimberly Pilger, angehende Verwaltungsfachangestellte, mit Block und Stift losgeschickt, damit sie ihrerseits erstmals die Luft des Mediengeschäfts einatmet. Hier ist ihre Reportage von der Feuer- und Rettungswache.
"Die Feuerwehr besuchten 15 Mädchen unterschiedlichen Alters. Unser Ausbilder Christoph erläuterte zu Beginn, was wichtig ist, um den Beruf als Feuerwehrmann/-frau auszuüben. Unter anderem, das ist vielleicht ein bisschen überraschend, ist eine klare Kommunikation notwendig, um sich sowohl mit den Kollegen als auch mit den Betroffenen am Einsatzort verständigen zu können.
Christoph erklärte dann, was man für die Ausbildung als Rettungssanitäter/-in und Feuerwehrmann/-frau benötigt. Dazu zählen unter anderem gute Noten in den Fächern Mathe, Deutsch und Sport. Nach einem erfolgreichen Vorstellungsgespräch und einem Fitnesstest beginnt man seine Ausbildung.
Der Beruf umfasst viel mehr als Brände löschen und Katzen aus Bäumen retten. Er ist ebenso technisch wie körperlich anspruchsvoll, Einsatzfahrzeuge und Geräte müssen beherrscht und gepflegt werden. Zudem ist es ein abwechslungsreicher Beruf, der jederzeit etwas Neues mit sich bringt.
Nach der ausführlichen Einführung ging es weiter zu zwei Einsatzfahrzeugen. Dort gaben uns Christoph und Denise, sie ist vom Rettungsdienst, einen Einblick, was die Einsatzkräfte machen, wenn ein Notruf eingegangen ist, wie der Ablauf funktioniert und wo die Ausrüstung ihren Platz hat. Zudem gab es eine praktische Einweisung, wie man sich als Verkehrsteilnehmer zu verhalten hat, wenn sich Blaulichtfahrzeuge nähern. Die Sonderrechte während der Fahrt erlauben vieles, um schnell bei den Betroffenen anzukommen, aber trotzdem nicht alles.
Als Nächstes teilten sich die Mädchen in drei Gruppen auf, in denen sie vier unterschiedliche Stationen durchliefen, um Alltagssituationen spielerisch und praxisnah kennenzulernen.
Zum einen gab es die Station Reanimation. Im Ernstfall zählt vor allem eins - Ruhe bewahren! Denise erklärte als ausgebildete Notfallsanitäterin, wie man sich zunächst nach einem bestimmten Schema einen Überblick über den Patienten verschafft. Danach folgte die Durchführung einer Reanimation in vier Schritten: Nach der Atmung schauen. Vorhanden: ja oder nein? Notruf 112 wählen. Herz-Lungen-Druckmassage im Rhythmus von "Biene Maja" oder nach Anleitung am Telefon. Mund-zu-Mund-Beatmung. Wichtig: Nase zuhalten und in den Mund pusten.
Zweite Station war das Schlauchkegeln. Dort wurde erklärt, welche Schlauchtypen die Feuerwehr hat und wofür sie verwendet werden. Anschließend wurde das Ausrollen und Einrollen demonstriert. Die Teilnehmerinnen durften mit dem gerollten Schlauch Wasserflaschen umkegeln und ihn anschließend fachgerecht zusammenrollen.
Das Löschen war die dritte Station, es ging um den richtigen Umgang mit einem Feuerlöscher. Erstaunlicherweise ist nicht jeder Feuerlöscher für jeden Brand geeignet. Da es verschiedene Arten von Bränden gibt, muss man unterschiedliche Mittel wählen. Ein wichtiger Hinweis war der, exakt zu zielen, da ein Feuerlöscher innerhalb von zehn Sekunden leer ist. Außerdem muss man immer die Anleitungen auf den Flaschen beachten. Christoph entfachte ein Feuer, und alle durften versuchen, es mit einem Übungslöscher zu bekämpfen.
Die letzte Station - der Atemschutz. Uns wurde der Keller für Atemschutzübungen gezeigt. Alle Feuerwehrleute tragen dabei eine Atemschutzmaske, einen Sauerstoffschlauch, einen Rucksack mit Sauerstoffflasche sowie ihre Ausrüstung. Anschließend durchlaufen sie einen Kletterparcours im Dunkeln, um die Sichtverhältnisse bei einem Brand realistisch zu simulieren. Die Mädchen durften diesen Parcours zunächst im Hellen durchlaufen, um sich damit vertraut zu machen. Sie hatten zum Abschluss die Möglichkeit, ihn in der Finsternis zu absolvieren. Auch ohne Maske und Rucksack gar nicht einfach und nur etwas für Mutige. Es war ein spannender und lehrreicher Tag!"
Foto (Pilger): Die Girls stellten sich vor passendem Hintergrund zum Gruppenfoto mit Denise, links, und Christoph, rechts, auf.

