Die Gewerkschafter kommen auf den Markt, weil sie Flagge zeigen und ihren Anliegen Gewicht verleihen wollen. An sie richtet sich der erste, klassisch gehaltene Teil der Maiveranstaltung. Unabhängig davon zieht es Mütter und Väter mit ihren Pänz ins Zentrum, weil sie Zuckerwatte und Bühnenprogramm, also Teil zwei der Feier, erleben möchten. Sie nehmen en passant die Forderungen auf, die auch ihr Arbeitsleben betreffen: auskömmliche Löhne, Tarifverträge, anständige Finanzierung der Kommunen, deren Betreuungsplätze in der Kita erst die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen.
Was steht 2026 im Fokus? Das Motto lautet "Erst unsere Jobs, dann eure Profite!" Der Erhalt von Industriearbeitsplätzen sei von fundamentaler Bedeutung, so Ausrichter Michael Korsmeier. "Sind sie einmal weg, kommen sie nicht zurück." Seine Kollegin Nicola Dichant geht ein auf die aktuelle politische Diskussion um staatliche Kürzungen, die die schwächsten der Gesellschaft treffen. "Angriffe auf den Sozialstaat sind keine Lösung der ökonomischen Krise."
Um 11 Uhr geht es los, Hauptredner ist DGB-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban. Nach ihm spitzt Wilfried Schmicker die Zunge. Der Kabarettist gehört zum 1.-Mai-Inventar. Kein Mächtiger in unserem Land ist vor ihm sicher. Gefräßige Mächtige wie der bayrische Landesvater erst recht nicht.
Nach dem Spott übernimmt der Sport auf der Bühne, unter anderem mit der Tanzsportabteilung Nova und den Saints Cheerleadern vom STV. Cheerleading ist weitaus mehr als Tanz, es zeigt Elemente aus Akrobatik, Turnen und Stunts und begeistert mit Hebefiguren, Pyramiden und Würfen. Die lange Liste der ausstellenden Parteien und Verbände, die sich an Ständen vor der Bühne präsentieren, wird diesmal ergänzt von SKM, ASB, VHS und "Siegburg zeigt Haltung".
Foto (v.l.): Nicola Dichant, Michael Korsmeier und Bürgermeister Stefan Rosemann am Ort des Geschehens. Auf dem Markt läuft das Familienfest am 1. Mai ab.

