siegburgaktuell 07.01.2026

Wanduhr über dem Markt
Siegburg. "Ich möchte meine große Freude teilen", schreibt und Gisela Scheele: "Die Wanduhr am Marktplatz funktioniert wieder! Das ist wunderbar und bietet Orientierung auch ohne Blick aufs Handy, wenn man keine Armbanduhr trägt."

Wanduhr über dem Markt
Siegburg. "Ich möchte meine große Freude teilen", schreibt Gisela Scheele: "Die Wanduhr am Marktplatz funktioniert wieder! Das ist wunderbar und bietet Orientierung auch ohne Blick aufs Handy, wenn man keine Armbanduhr trägt."

Was tun bei Schnee und Eis?
Siegburg. Es sieht idyllisch aus, das Foto, das uns Heidrun Schulte aus Wolsdorf zusendete. Mittlerweile ist der Schnee fast schon wieder geschmolzen. Aber für den Nachmittag ist Nachschub angesagt, der in der Nacht in Regen übergeht. Dann drohen glatte Straßen. Was ist also zu beachten?
Die Kolleginnen und Kollegen des städtischen Baubetriebshofs arbeiten die Straßen in ihrem Zuständigkeitsbereich (für die Bundes- und Landesstraßen ist der Landesbetrieb verantwortlich) nach und nach ab. Der Schwerpunkt liegt zunächst auf stark frequentierten und gleichzeitig gefährlichen Abschnitten, entlang von Busstrecken, auf wichtigen Geh- sowie belebten und unentbehrlichen Fußgängerüberwegen. Um welche Straßen es sich hierbei handelt, entnehmen Sie der Anlage "Winterdienstverzeichnis" der Straßenreinigungssatzung.
In allen dort nicht aufgeführten Straßen müssen die Gehwege von den Anliegern geräumt werden. Wo ein befestigter Gehweg fehlt, ist ein Streifen von 1,20 Meter Breite entlang des Grundstücks freizuhalten. Der beiseite geschaffte Schnee darf Verkehrsteilnehmer nicht behindern.
Der Einsatz von Salz ist auf Geh- und Radwegen nur in Ausnahmefällen gestattet. Dazu zählen Gefahrenstellen wie Treppen, Rampen, Brücken sowie Gefällstrecken. Außerdem darf das Taumittel in "klimatischen Ausnahmefällen" wie Eisregen genutzt werden. Als Alternative bieten sich Sand, Splitt oder Holzspäne an. Bitte nach dem Tauwetter wieder reinigen!
Warum kein Salz? Dazu informiert das Bundesumweltamt: "Das mit dem Schmelzwasser versickerte Streusalz kann sich in Straßenrandböden über viele Jahre anreichern. Schäden an der Vegetation zeigen sich daher oft erst zeitverzögert. Bei einem überhöhten Salzgehalt im Boden werden wichtige Nährstoffe verstärkt ausgewaschen und die Aufnahme von Nährstoffen und Wasser durch die Pflanzen erschwert. Feinwurzeln von Bäumen sterben ab, so dass die lebenswichtige Symbiose mit Bodenpilzen (Mykorrhiza) leidet. Es kommt zu mangelnder Wasserversorgung und zu Nährstoffungleichgewichten. Langfristig führt eine solche Mangelversorgung zu einer verstärkten Anfälligkeit der Pflanzen gegenüber Krankheiten und zu ihrem vorzeitigen Absterben. Neben Schäden an der Vegetation können hohe Salzgehalte die Stabilität des Bodens beeinträchtigen (Verschlämmung) und Bodenlebewesen schädigen. Die Salze greifen daneben auch Materialien zum Beispiel von Fahrzeugen und Bauwerken an. Betonbauwerke leiden wegen der korrosiven Wirkung der Salze auf die darin enthaltene Eisenbewährung. Auch bei Ziegelbauwerken können Zersetzungen auftreten. Das ist besonders bei Baudenkmälern problematisch, weil das Salz nach dem Eindringen nicht mehr aus dem Mauerwerk entfernt werden kann."

Auf Firmung und Fastelovend
Siegburg. Man könnte glauben, die Wetter-App spinnt. Temperatursprünge, Temperaturstürze, Schnee, Eisregen, Regen, wieder Schnee, zwischenzeitlich akute Sturmgefahr. Es brodelt in der Wetterküche, die nächsten Tage gleichen einer wilden Achterbahnfahrt.
Diese witterungsbedingten Ausfälle wurden uns gemeldet: Die Servatiusgemeinde verzichtet wegen möglicher Glätte auf die Anmeldegespräche zur Firmvorbereitung, die heute, morgen und übermorgen laufen sollten. Auch der für morgen Abend geplante Elternabend wurde abgesagt. Alle, die sich vorab für die Gespräche eingetragen haben, wurden persönlich informiert. Die Firmbewerber treffen sich wie geplant am Sonntag, 18. Januar, um 16.30 Uhr in der Wolsdorfer Unterkirche.
Auch die Bühnenpräsenz der Funken Blau-Weiß vor dem Kaufhofgebäude am kommenden Samstag fällt den Widrigkeiten zum Opfer. Der Auftakt zum Straßenkarneval mit Tanzdarbietungen und Baumkuchenverkauf für den guten Zweck wird auf einen späteren Samstag in diesem Monat verschoben. Wir melden uns!
Unabhängig von Schnee und Eis geht es heiß her bei der am 28. Januar erstmals stattfindenden Funken-Party "Karneval goes Clubbing" im Kubana Live Club. Start um 19 Uhr, Einlass ab 18 Jahren, Ticketwünsche bitte unter kartenvorverkauf@siegburger-funken.de anmelden!

Abschied von Luise, Wolle und Zangelika
Siegburg. Gemäß des vom Mobilitätsausschuss gefassten Beschlusses, zum Jahresende 2025 die Flotte an E-Lastenrädern zu verkleinern, wurden Zangelika (sie stand auf der Zange), Wolle (mit ihm war man in Wolsdorf unterwegs) und Luise (an der Luisenstraße beheimatet) aus dem Angebot aussortiert. Die Entscheidung fiel nach der Auswertung der Ausleihzahlen in den Monaten September bis November 2025.
Für 2026 stehen noch fünf E-Lastenräder zur Ausleihe bereit: Brügitte auf dem Brückberg, Deichklaus im Deichaus, Kalle in Kaldauen, Nordbert in der Nordstadt sowie Stallberta auf dem Stallberg. Ende des Jahres wird die Politik über die Zukunft des Lastenrad-Sharings entscheiden. Foto: Nur noch das Parkschild erinnert an Luise.

Unversorgte melden sich bitte bis Monatsende
Siegburg. Im November 2025 wurden die Zusagen über die Betreuungsplätze für das kommende Kindergartenjahr 2026/27 von den Kitas an die Eltern versandt. Die Siegburger Eltern, die ab 1. August Bedarf haben, aber keine Zusage erhielten, wenden sich bitte zwingend bis zum 31. Januar 2026 an das Amt für Jugend, Schule und Sport. Wer sich bis zu diesem Stichtag nicht meldet, verliert den Anspruch, den Platz bekommt man dann erst zu einem späteren Zeitpunkt. Zuständig sind Danielle Kracht (+49 2241 102-1486, danielle.kracht@siegburg.de) und Kerstin Krüger (+49 2241 102-1485, kerstin.krueger@siegburg.de).

Heilige drei Könige und gewählte drei Bürgermeister
Siegburg. Es gibt noch ein paar Könige auf dieser Welt, die sich benehmen wie die Könige im Märchen. Sie tun und lassen, was sie tun und lassen wollen. Gleichzeitig gibt es einen Präsidenten, der regiert ein Land, in dem es niemals einen König gab. Er wäre trotzdem gern einer, weil er Gold und große Schlösser liebt. Und dann gibt es die Könige, auf die passen die Beschreibungen "nobel" und "königlich". Sie machen sich klein, sie wandern bibbernd von Tür zu Tür, um Geld zu sammeln, das Kindern, die es nicht so gut haben, ein besseres Leben ermöglicht.
Die Sternsinger sind los! Rund 130 waren es in ganz Siegburg; eine kleine Gesandtschaft, die die Zange und die Innenstadt beging und besang, überbrachte gestern den Segen für die neue Rathaustür. 500 Aufkleber mit dem Wunsch "Christus Mansionem Benedicat", Christus segne dieses Haus, verteilte allein diese Gruppe in ihren beiden Bezirken. Tausende C+M+B-Sticker haften an Türstürzen in der ganzen Stadt.
Der Terminplan der Könige war dicht wie die zurückliegenden Schneegestöber über Mitteleuropa. Kaum stieg ihr Himmelslied in die eiskalte Winterluft, schnappten sie sich Bürgermeister Stefan Rosemann und seine Stellvertreter Susanne Haase-Mühlbauer und Oliver Schmidt. Es ging weiter. Erst zum Stadtmuseum, dann hinauf zur Abteikirche, wo sie das Ende ihrer Regentschaft feierlich begingen.

Gesang gegen Kinderarbeit
Siegburg. Pater Antony und Susanne Coenen bereiteten den Abschlussgottesdienst auf dem Berg vor. Am Beispiel eines Mädchens aus Bangladesch demonstrierten sie den Morgenlandweisen anschaulich, wie wertvoll ihr Einsatz ist. Auf www.sternsinger.de lesen wir, wie Gleichaltrige in der Megacity Dhaka und Umgebung ihren Alltag bestreiten: "Kinderarbeit in Bangladesch, das heißt menschenunwürdige, unhygienische und gesundheitsschädliche Bedingungen. Wenn Yamin früh am Morgen aufsteht, geht er direkt zu seiner Arbeitsstelle. Er ist nicht gerne dort, denn die Arbeit ist sehr gefährlich. Häufig wird er durch herumfliegende Holzsplitter verletzt. Er war niemals in einer Schule, auch Zeit für Freundschaften bleibt ihm nicht. Im Distrikt Jessore arbeiten rund 35.000 Kinder wie Yamin unter ausbeuterischen Bedingungen. Kinderarbeit in Bangladesch ist somit fester Bestandteil der Realität. Viele werden von ihren Arbeitgebern wie Leibeigene behandelt."

Ermittlungen zum Unfall auf der Wahnbachtalstraße dauern an
Siegburg. Nachtrag zum schweren Verkehrsunfall in der Nacht von Sonntag auf Montag auf der Wahnbachtalstraße (wir berichteten). Wie die Polizei mitteilt, gab der 20-jährige Fahrer aus Bonn an, vor Fahrtantritt Alkohol getrunken zu haben. Ihm wurde im Krankenhaus eine Blutprobe entnommen, sein Führerschein eingezogen, das Handy zur Beweissicherung sichergestellt, der Pkw beschlagnahmt. Ein Ermittlungsverfahren wegen des "Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung sowie der Gefährdung des Straßenverkehrs infolge des Genusses alkoholischer Getränke" ist eingeleitet. Die Unfallaufnahme erfolgte durch ein Spezialistenteam aus Köln. Ob die winterlichen Verhältnisse unfallursächlich waren, ist weiterhin Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Briefe und Marken, die Geschichte erzählen
Siegburg. Werfen wir einen Blick in die aktuelle Ausgabe des "Phila-Reports", der Zeitschrift der Siegburger Briefmarkenfreunde. Drei Artikel widmen sich dem Ersten Weltkrieg. So blickt Dr. Andreas Diekmann auf deutsche Kriegsgefangene im Lager Bandō in Japan - und welche postalischen Spuren die rund 1.000 inhaftierten Männer hinterließen. Andreas Bliersbach greift ein ähnliches Thema auf, indem er über deutsche Kriegsgefangene in Russland schreibt. Und Dr. Bernd Lindemeyer beschäftigt sich mit dem Schlieffen-Plan, der vorsah, Frankreich aus dem Hinterhalt anzugreifen, indem die deutschen Einheiten das neutrale Belgien zum Aufmarsch nutzten, um sich dann an der Ostfront ganz auf den Kampf gegen Russland konzentrieren zu können. Doch es kam anders: Das Vereinigte Königreich sprang den Belgiern zur Seite, erklärte dem Deutschen Reich den Krieg - belegt durch einen nach London adressierten Brief, der "wegen Kriegszustand zurück" (so ein Stempelaufdruck) an den Absender ging. Und auch die Propaganda wurde in Gang gesetzt. Unsere Abbildung zeigt eine Feldpostkarte mit Stempeln "Gott strafe England" und "Gottes Fluch über das treulose Italien!". Der Mittelmeerstaat hatte sich auf die Seite der Entente geschlagen, da es sich mit Österreich nicht über die Zugehörigkeit von Gebieten mit italienisch sprechender Bevölkerung einigen konnte.
Sie haben Interesse, über die Postgeschichte Einblick in (auch weniger bekannte) historische Ereignisse zu erhalten? Informationen zur Mitgliedschaft unter www.siegburger-briefmarkenfreunde.de. Der Verein trifft sich zudem alle zwei Wochen von 17.30 bis 20 Uhr im Restaurant Kubana, Zeithstraße 100, das nächste Mal am Mittwoch, 14. Januar. Nichtmitglieder sind herzlich eingeladen - auch zum Vortrag "Briefmarken und Briefe, die Geschichten erzählen" zur Australien-Philatelie, gehalten von Prof. Dr. Norbert Koch am Mittwoch, 25. Februar, um 18 Uhr.

Jetzt wird gesammelt - Anmeldung noch möglich
Siegburg. Am Sonntag, 15. Februar, startet um 12.30 Uhr der Kaldauer Veedelszoch. Im Vorfeld sammeln Vertreter der Bürgergemeinschaft Kaldauen und anderer Vereine des Stadtteils Spenden, die die anfallenden Kosten abdecken. Mit Ihrer Geldgabe finanzieren Sie beispielsweise die Musikkapellen, Zugsicherung und Versicherungen. Vom verbleibenden Betrag werden Süßigkeiten gekauft, die als Wurfmaterial an die mitziehenden Gruppen verteilt werden.
Spenden können unter dem Stichwort "Kamelle für VeedelsZoch-2026" auch auf das Konto der Bürgergemeinschaft Kaldauen e.V., IBAN: DE52 3705 0299 0031 0030 05, eingezahlt werden.
Wer am Karnevalszug aktiv teilnehmen möchte, darf sich bis Samstag, 17. Januar, unter veedelszoch@bg-kaldauen.de anmelden. Für die Teilnahme ist keine Gebühr zu entrichten.

Für die Arbeit mit Excel
Siegburg. Am Samstag, 17. Januar, stellt die Volkshochschule in einem online angebotenen Kurs die neuen Funktionen von Excel vor. Anmeldung und weitere Infos unter www.vhs-rhein-sieg.de.

Stadtnachrichten online
Siegburg. Nachrichten und Veranstaltungen, Bürgerservice und Digitale Verwaltung, Mängelmelder und Umfragen. Mit der App Citykey lernen Sie die Kreisstadt neu kennen und erledigen Behördengänge bequem über das Smartphone. Ganz einfach, unabhängig von Zeit und Ort. Download über nachfolgenden Link.
Videos, Bilder, Informationen, oftmals direkt vom Ort des Geschehens: Wer die städtische Facebookseite Kreisstadt Siegburg oder den Instagram-Account kreisstadt_siegburg liked, der ist quasi mittendrin. Mehr zu spannenden Ausflugszielen und Freizeittipps für Klein und Groß erfahren Sie auf dem Instagram-Account visit.siegburg der Tourist Information.
Ihre Stimme zählt! Unter mitmachen.siegburg.de laden wir Sie herzlich ein, sich mit der Stadtverwaltung über anstehende Themen in Siegburg auszutauschen, Ihr Wissen und Ideen einzubringen oder an Umfragen und Beteiligungen teilzunehmen. Der Vorteil: Eine einmalige Registrierung reicht aus, um bei sämtlichen Projekten mitzumachen.

Mittwoch, 7. Januar 2026
ganztägig, Kulturkiosk, Markt:
Udo Zembok: "Durchlichtungen - Objekte und Installationen" (bis Sonntag, 18. Januar 2026)
10 bis 17 Uhr, Stadtmuseum, Markt 46:
Karin Dornbusch: "Malerei und Keramik" (bis Sonntag, 11. Januar 2026)
Udo Zembok: "Durchlichtungen - Objekte und Installationen" (Foto, bis Sonntag, 18. Januar 2026)
14 Uhr, Pfarrheim Liebfrauenkirche, Antoniusweg 1:
Bauerncafé
14 bis 17 Uhr, Café T.o.d., Nordfriedhof:
StrickCafé
14 bis 18 Uhr, Vorplatz der katholischen Kirche Liebfrauen, Antoniusweg 1:
Bauernmarkt
15.30 bis 17 Uhr, Servatiushaus, Mühlenstraße 14:
Ökumenisches Trauercafé Jordan
Donnerstag, 8. Januar 2026
ganztägig, Kulturkiosk, Markt:
Udo Zembok: "Durchlichtungen - Objekte und Installationen" (bis Sonntag, 18. Januar 2026)
10 bis 17 Uhr, Stadtmuseum, Markt 46:
Karin Dornbusch: "Malerei und Keramik" (bis Sonntag, 11. Januar 2026)
Udo Zembok: "Durchlichtungen - Objekte und Installationen" (bis Sonntag, 18. Januar 2026)
15 Uhr, in den Räumen der Caritas, Wilhelmstraße 74:
Trauergesprächskreis "Sonare" (jeden 1. Donnerstag im Monat)
15.30 bis 18 Uhr, Pumpwerk, Bonner Straße 65:
"Packaging 2025" (bis Freitag, 23. Januar 2026)

Das aktuelle Kinoprogramm entnehmen Sie bitte den Webseiten von
Capitol, Augustastr. 20, Tel.: +49 2241 62288, https://www.capitol-siegburg.de und
Cineplex, Europaplatz 1, Tel.: +49 2241 958080, https://www.cineplex.de.
Mittwoch, 7. Januar, der siebte. Tag in 2026
Wetter: Es wird ungemütlich. Zunächst ist neuer Schneefall angekündigt, der in der Nacht in Regen übergeht. Dann kann es glatt werden!
Sonnenuntergang heute: 16.43 Uhr
Sonnenaufgang morgen: 8.32 Uhr
Mondaufgang heute: 22.02 Uhr
Monduntergang morgen: 11.00 Uhr
Reinhold (von Köln, ermordet 960, Patron der Steinmetze und Bildhauer, Mönch im Kloster St. Pantaleone, überwachte beim Bau des Doms die Maurer, wegen fehlender Bestechungsbereitschaft von einem Steinmetz mit dem Hammer erschlagen); Valentin (Abt und Bischof in Rätien, Glaubensbote in den Alpengebieten, starb 475, seine Gebeine wurden zunächst in der Kirche der Zenoburg in Meran, später in Trient, dann im Dom von Passau beigesetzt), auch: Valentine, Tino; Virginia (Hirtin in der französischen Landschaft Poitou, Patronin von Sainte-Verge bei Deux Sèvres); Sigrid (soll im 5. Jahrhundert als Schafhirtin bei Poitiers gelebt haben, möglicherweise identisch mit Virginia), auch: Sigrun, Siggi; Raimund (Dominikaner in Barcelona, predigte gegen die Mauren, starb 1275).

Gregor VIII. (1502-1585), italienischer Papst und Begründer des Gregorianischen Kalenders, hieß bürgerlich Ugo Buoncompagni; Étienne Jacques de Montgolfier (1745-1799), mit Bruder Michel Joseph Erfinder des Heißluftballons, der Montgolfiere; Johann Philipp Reis (1834-1874), Physiker und Erfinder des Telefons; Bernadette Soubirous (1844-1879), hatte 1858 nach eigener Schilderung in der Grotte Massabielle 18 Marien-Erscheinungen, Auslöser zur Begründung eines der bedeutendsten Marienwallfahrtsorte der Welt; Bernadette selber pflegte in einem Caritas-Kloster Kranke, hatte wegen ihrer berichteten Erlebnisse immer mit Unverständnis und Anfeindungen zu kämpfen; Henny Porton (1890-1960), Schauspielerin, Deutschlands erster Kinostar, spielte in rund 200 Stummfilmen ("Anne Boleyn" unter Regie von Ernst Lubitsch); Maximilian Kolbe (1894-1941), deutsch-polnischer Franziskaner, 1941 von den Nazis verhaftet, nach Auschwitz deportiert, ging dort für einen Mithäftling, Vater von kleinen Kindern, freiwillig in den Tod des Hungerbunkers, 1982 heiliggesprochen; Kenny Loggins (1948), amerikanischer Sänger, Gitarrist und Songwriter, solo ("Keep The Fire") und mit Jim Messina; spielte auf "Nightwatch" ein Stück zusammen mit Stevie Nicks, der Sängerin von Fleetwood Mac; Erin Gray (1950), amerikanische Schauspielerin ("Buck Rogers"); Uwe Ochsenknecht (1956), Schauspieler ("Das Boot", "Männer", "Schtonk", "Die wilden Kerle", "Zweiohrküken"); Nicolas Cage (1964), amerikanischer Schauspieler ("Rumble Fish", "Cotton Club", "Mondsüchtig", "Wild At Heart", "Händler des Todes"); Carolyn Jeanne Bessette-Kennedy (1966-1999), PR-Beraterin von Modedesigner Calvin Klein, starb mit Schwester Lauren und Ehemann John F. Kennedy jr. beim Absturz einer von diesem gesteuerten Privatmaschine im Atlantischen Ozean vor Martha's Vineyard, einer Insel im Süden Massachusetts; DJ Ötzi (1971), österreichischer Sänger ("Anton aus Tirol"); Sally Taylor (1974), amerikanische Sängerin und Songwriterin, Tochter von James Taylor und Carly Simon; Markus Dieckmann (1976), zweifacher Beachvolleyball-Europameister; Hannah Stockbauer (1982), ehemalige Schwimmerin, mehrfache Welt- und Europameisterin; Lewis Hamilton (1985), siebenfacher britischer Formel-1-Weltmeister auf McLaren und Mercedes, versucht es jetzt - stets bemüht - auf Ferrari, Foto: Junge Fachkraft, träumt von Ferrari - Klaus Ridder nahm 2006 den 20-jährigen Hamilton nach dessen erstem GP2-Sieg am Nürburgring ins Kameravisier; John Degenkolb (1989), Radprofi, gewann die Rennklassiker Paris-Roubaix und Mailand-Sanremo sowie Etappen der Tour, des Giro und der Vuelta.

2000: Klaus Wennemann, der Schauspieler ("Der Fahnder") stirbt 59-jährig in Bad Waibling; 2003: Helmut Zenker, der österreichische Schriftsteller ("Kottan ermittelt") stirbt 53-jährig in Wien; 2006: Heinrich Harrer, der österreichische Bergsteiger und Schriftsteller, Begleiter und Freund des jungen Dalai Lama, stirbt 93-jährig in Friesach/Kärnten; 2013: Elisabeth Wurtzel, die amerikanische Bestseller-Autorin ("Verdammte schöne Welt"), von ihren Fans als "Stimme der Generation X" gefeiert, stirbt 52-jährig in New York an Brustkrebs; 2015: Rod Taylor, der australische Schauspieler ("Die Vögel", "Die Zeitmaschine") stirbt 84-jährig in Los Angeles; 2015: Stephane Charbonnier, der Herausgeber der französischen Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" wird 67-jährig in den Pariser Redaktionsräumen erschossen, als die beiden islamistischen Hohlköpfe Said und Cherif Kouachi um 11.30 Uhr die Büros im 11. Arrondissement unter "Allahu Akbar"-Gebrüll stürmen und aus Kalaschnikows feuern, mit "Charb" sterben die Karikaturisten Jean Cabut (75), Bernard ("Tignous") Verlhac (57), Philippe Honoré (73) und Georges Wolinski (80), die Psychoanalytikerin und Kolumnistin Elsa Cayat (54), der Wirtschaftswissenschaftler und Journalist Bernard Maris (68), der Lektor Mustapha Ourrad (60), der Kulturmanager Michel Renaud (69) sowie der Personenschützer Franck Brinsolaro (49), elf weitere Menschen werden bei der fünfminütigen Schießerei zum Teil schwer verletzt; auf dem Weg in die Redaktion hatten die Mörder im Gebäude als erstes Opfer des Massakers bereits den Wartungstechniker Frédéric Boisseau (42) erschossen, wenig später richten sie kaltblütig den bereits verletzt und hilflos auf dem Boden liegenden Polizisten Ahmed Merabet (42) durch einen Kopfschuss aus nächster Nähe hin; zwei Tage später können die Täter in Dammartin-en-Goële erschossen werden; 2016: Hansrudi Wäscher, der Comiczeichner und Autor ("Sigurd", "Falk", "Tibor") stirbt 87-jährig in Freiburg, 1999 erhielt er den Deutschen Fantasy-Preis "für seine Comicschöpfungen, mit denen er in der tristen Nachkriegszeit Licht in die Herzen der Kinder brachte"; 2016: André Courrèges, der französische Modedesigner stirbt 92-jährig in Neuilly-sur-Seine, er konfrontierte die Pariser Haute Couture mit seinem "Astronautenlook" und wurde als "Picasso der Mode" oder "Corbusier der Couture" abgefeiert, 1972 kleidete er die französische Olympiamannschaft ein; 2017: Mario Soares, der portugiesische Politiker, 1973 Gründer der Sozialistischen Partei Portugals (am 19. April in Bad Münstereifel, ein Jahr vor der die Diktatur beendenden Nelkenrevolution), stirbt 93-jährig in Lissabon; als Außenminister entließ er 1974 die portugiesischen Kolonien in die Unabhängigkeit, als Präsident (von 1986 bis 1996) führte er sein Land in die EU; 2017: France Gall, die französische Sängerin, mit "Poupée de cire, poupée de son" 1965 in Luxemburg Siegerin des Grand Prix Eurovision, mit "Ella, elle l'a" 1988 auch in Deutschland Riesenerfolg, stirbt 70-jährig in Neuilly-sur-Seine an erneutem Brustkrebs; ihr privates Leben war von Tragik gekennzeichnet: Ihr Mann verstarb 44-jährig an einem Herzinfarkt, ihre Tochter an einer Stoffwechselerkrankung; zeitweise lebte die Künstlerin im Senegal und engagierte sich dort für soziale Projekte; 2019: Moshe Arens, der israelische Politiker der Gründergeneration, mehrfacher Verteidigungs- und Außenminister, stirbt 93-jährig in Sawijon; obwohl Angehöriger des Likud-Blockes, kritisierte er jüdischen Siedlungsbau und die offizielle Alleinstellung der hebräischen Sprache; der "Gentleman unter den Knesset-Politikern" ("Der SPIEGEL") empfahl für die Verhandlungen mit den Palästinensern Geduld; 2021: Michael Apted, der britische Regisseur ("Gorky Park", "Gorillas im Nebel", "007 - Die Welt ist nicht genug", "Nashville Lady" mit einem Oscar für die Hauptdarstellerin Sissy Spacek) stirbt 79-jährig in Los Angeles; 2024: Franz Beckenbauer, der Fußballweltmeister von 1974 (Spieler) und 1990 (Teamchef), mehrfacher Deutscher Meister, stirbt 78-jährig in Salzburg; 2025: Jean-Marie Le Pen, der französische Polit-Extremist, als Begründer des Front National "Pate des modernen europäischen Rechtspopulismus", der sich "in den Siebzigerjahren (...) präsentierte wie eine Karikatur des hässlichen Rechtsaußen, antisemitisch, den Holocaust verharmlosend, der auf seine Gegner auch schon mal brüllend losrannte" ("Der SPIEGEL"), stirbt 96-jährig in Garches bei Paris; Tochter Marine fiel nicht weit vom braunen Stamm und führte die Nationalfront von 2011 bis zu ihrem persönlichen Polit-Verbot vergangenen März, als sie wegen erheblicher Veruntreuung europäischer Geldmittel zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt wurde, die sie aber mit elektronischer Fußfessel zu Hause verbringen darf.
Vor 90 Jahren - 7. Januar 1936
Tag der Frau: Reza Schah verbietet im Iran per Dekret das Tragen des Tschadors, zu Deutsch: Zelt.
Vor 40 Jahren - 7. Januar 1986
Die Polizei räumt das seit Dezember bestehende "Hüttendorf" im oberpfälzischen Wackersdorf, in dem 3.000 Atomkraftgegner gegen den Bau der ersten Wiederaufbereitungsanlage (WAA) für abgebrannte Brennelemente von Kernreaktoren protestieren. Wackersdorf wird zum Symbol für den Widerstand gegen energiepolitischen "WAAhnsinn".
Ostermontag werden 100.000 Menschen am inzwischen errichteten Bauzaun protestieren, an Pfingsten, kurz nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl, eskaliert die Gewalt: Vermummte attackieren die Polizei, welche aus Hubschraubern ihrerseits Reizgas abwirft: Zwei Tote, 400 Verletzte. Die WAA-Pläne werden nach heftigem Widerstand der örtlichen Bevölkerung und bürgerkriegsähnlichen Zuständen 1989 aufgegeben; die Bundesrepublik zeichnet Verträge über eine Nutzung der WAA im französischen La Hague sowie im britischen Sellafield - dieser Nuklearkomplex an der Irischen See sorgte durch Zwischenfälle immer wieder für Schlagzeilen.
Vor 115 Jahren - 7. Januar 1911
"Der Siegburger Humoristen-Club Thalia, 1907 gegründet, führt heute und morgen im neuerbauten Saale des Herrn Fuchs in der Restauration Zum alten Driesch, Augustastraße, sein 1. Verbandsfest Westdeutscher Theatervereine durch. Auswärtige Vereine und Gäste werden empfangen. Beim Fest-Kommers gelangen Vorträge, Duetts und Terzetts von bekannten Kölner, Bonner und hiesigen Humoristen zur Aufführung. Eintritt frei. Am Sonntag, nachmittags ab 4 Uhr: Theater-Wettstreit um die Wanderkette des westdeutschen Theatervereins; danach geschlossener Festball."

Vor 110 Jahren - 7. Januar 1916
Ausstellung und Verkauf von Arbeiten der Verwundeten in den hiesigen Lazaretten:
"Immer noch starrt Europa in Blut und Eisen. Immer noch brüllen die Geschütze und sprühen ihren Eisenhagel, der die zerstampften, blutgetränkten Felder zerpflügt und Tod und Verderben sät. Manches Opfer wird der Krieg noch fordern, doch unsere Parole muss bleiben: Durchhalten und nicht verzagen. Durchhalten, der feste Wille unserer braven Feldgrauen draußen an der Front, durchhalten der Wille der Daheimgebliebenen. So haben die Verwundeten der hiesigen Lazarette dank der Mühewaltung des Herrn Oberleutnant Rolffs unter Leitung des Gymnasialturnlehrers Schumacher seit einigen Monaten in emsiger und freudiger Arbeit geschafft und schöne und nützliche Gegenstände gefertigt. Diese sollen nun vom 9.-17. im Gesellenhause in der Ringstraße ausgestellt und verkauft werden. Gewiss werden die Bürger Siegburgs und weiter Umgebung, die Arbeiter der Kgl. Werke und die Schüler, welche schon so oft die Proben ihrer Opferfreudigkeit gezeigt, auch unseren Verwundeten gegenüber Dank und Anerkennung zollen, die Ausstellung für den billigen Eintritt von 20 Pfg besuchen und die Gegenstände, wenn auch manchmal unter Opfern und Schmerzen gemacht, gut bezahlen." (Kreisblatt).
Foto: Verwundete im Lazarett auf der Siegburger Abtei in einem Krankensaal zur Weihnachtszeit.

Vor 105 Jahren - 7. Januar 1921
"Sozialdemokratische Partei Siegburg. Sollmann spricht am Samstag, den 8. Januar, abends 7.30 Uhr im Herrengarten über die politische Lage. Bürger, Bürgerinnen, Beamte, Hand- und Kopfarbeiter, keiner darf fehlen! Der Vorstand." (Siegburger Kreisblatt).
Info zu Wilhelm Sollmann (Foto): Der Sozialdemokrat sprach in Siegburg als Mitglied des Reichstages, arbeitet bis 1933 als Chefredakteur der "Rheinischen Zeitung" in Köln, die zuletzt im Druckhaus Deutz hergestellt wurde und dessen letzter Vertriebsleiter der im Nachkriegs-Köln ungemein populäre OB Theo Burauen war. Die Nazis verhafteten Sollmann 1933 und misshandelten ihn im "Braunen Haus" in der Mozartstraße schwer. Ihm gelang die Flucht nach Saarbrücken, dann die Emigration in die USA. Dort war er als Dozent für politische Wissenschaften tätig, trat 1949 eine Professur in Köln an. Er beriet den US-Hochkommissar für Deutschland. Sollmann starb 1951 im Alter von 69 Jahren in Mount Carmel/Connecticut.
Vor 100 Jahren - 7. Januar 1926/1
Ein heftiges Erdbeben - später auf eine Stärke von 4,8 auf der Richterskala rekonstruiert - erschüttert Siegburg in der Nacht auf den 6. Januar. Ein Augenzeuge berichtet:
"In der Nacht habe ich das Erdbeben, ohne zu ahnen, was es war, als eine ganz unheimliche Erscheinung verspürt. Von einer kleinen Familienfeier, bei der ich nur kurze Zeit geweilt hatte, um 12.30 Uhr heimgekehrt, hatte ich eben die Haustüre verriegelt, die Mitteltüre ins Schloß gedrückt, das Licht im Flur ausgedreht, und schickte mich an, den Mantel abzulegen, als ich zu meinem großen Erstaunen torkelte. Die Mitteltüre rappelte von der einen Seite zur anderen, als habe jemand mit Gewalt an ihr vorübergestoßen, die anderen Türen rappelten ebenfalls. In der Vermutung, daß Spitzbuben ihre Anwesenheit unfreiwillig verraten hätten, drehte ich die elektrische Flurlampe wieder an und öffnete die Mitteltüre, da polterte es auf der Treppe, als springe der Hund über sie vom zweiten zum ersten Stock herunter; dieser befand sich in einem Raume der ersten Etage, gab keinen Laut von sich und hatte seinen Lagerplatz verlassen. Wie ich nachher feststellte, war eine kleine Treppenabsperrtüre vermutlich durch den zweiten Stoß erschüttert worden, sodaß mindestens eine Spanne von sechs bis zehn Sekunden zwischen dem ersten stärkeren und dem zweiten schwächeren Stoß gelegen haben muß. Der Eindruck des Erdbebens war etwa so, als habe ein eisenbereiftes, schwerbeladenes Lastautomobil, dessen Herannahen noch Weiterfahren man nicht vernommen, im rasenden Tempo die Straße durchfahren. Die dem Erdbeben folgenden Eindrücke waren unheimlich: Was war das? Ein Mitbewohner meines Hauses war in der oberen Etage aus dem Schlaf erwacht, als habe er einen heftigen Stoß erhalten. Wäre der erste Stoß etwa vier bis fünf mal stärker gewesen, dann wären zweifellos die Straßenleitungen des Gas und Wassers gebrochen und nicht ganz feste Gebäude eingestürzt."
Vor 100 Jahren - 7. Januar 1926/2
Ein weiterer Augenzeuge fühlt sich an das Erdbeben von 1878 erinnert:
"Ich erwachte heute nacht um 12.40 Uhr infolge eines starken Geräusches, wie es dem Rollen eines schnell fahrenden Kleinbahnwagens auf frosthartem Boden ähnlich war. Sofort spürte ich aber die eigentümliche, alles umfassende, wellenförmig ungefähr von Süden nach Norden verlaufende Schwingung, die mir körperlich mäßige Schaukelempfindungen verursachte, mir seelisch aber unvermittelt zum Bewußtsein brachte, daß die allmächtige geheimnisvolle Naturgewalt eines Erdbebens wieder am Werke war, wie sie mir vom schweren niederrheinischen Erdbeben im Herbst 1878 aus meiner Kindheit unverzüglich mit allen Nebenerscheinungen wieder in Erinnerung trat. Über dieses letzte Naturereignis, dem die Zeitgenossen im tiefsten Gefühl ihrer Ohnmacht bangend und fragend gegenüber standen, ist nahezu ein halbes Jahrhundert, eine Generation vergangen."
Vor 100 Jahren - 7. Januar 1926/3
Auch aus Köln und Bonn kommen Schilderungen des Erdbebens:
"Der Erdstoß hielt acht bis neun Sekunden an. Es herrschte absolute Windstille und ein dumpfer Druck lastete über Köln, als das Beben einsetzte. Die Erschütterung war stellenweise so stark, daß die Tische zu schwanken anfingen und die Häuser in ihren Grundfesten erbebten. Nach sieben Sekunden ging das Schwanken in ein leichter werdendes Zittern über, das alsbald ganz verschwand. In verschiedenen Straßen stürzten geängstigte Menschen nur notdürftig bekleidet aus den Häusern."
"Seit ungefähr einem Menschenalter hat der Kölner seine Scholle nicht so in Bewegung gefühlt wie diese Nacht, genau 12.38 Uhr. Für den aus dem Schlaf Gerüttelten war die unheimliche Begegnung jedenfalls von starkem Eindruck. Schränke und Türen rüttelten zum Teil derart, daß man glaubte, es trommle jemand an die Flächen. Eng beieinander stehende Gläser gaben einen leisen Klang von sich, und an der Wand hängende Bilder bewegten sich auf der Tapete hin und her. Man hatte zuerst den Eindruck, als führe ein schwerer Lastwagen auf der Straße vorbei. Die Erschütterung hielt immerhin fünf bis sechs Sekunden an. Man hatte in den Betten deutlich das Gefühl des Schwankens. Auffällig war das Benehmen der Hunde. Sie bellten nicht wie sonst, sondern jaulten knurrend mit spitzen Ohren und waren sichtlich froh, wenn sie in die Nähe des Menschen kommen konnten. Allenthalben glaubte man zunächst an eine große Entladung. In den oberen Stockwerken wurde die Erschütterung stärker beobachtet."
"Die Bevölkerung hatte zuerst den Eindruck, ein schweres Lastauto oder ein D-Zug durchfahre die Straßen der Stadt oder passiere den Bahndamm, bis dann der Eindruck einer außerordentlichen Naturerscheinung sich lähmend auf die Zeugen des Vorgangs legte."
"Die Sternwarte der Universität Bonn-Poppelsdorf hat um 12.34 Uhr zwei vom Osten nach Westen verlaufende Bebenwellen festgestellt."

Vor 70 Jahren - 7. Januar 1956
"Eine kurze Karnevalssession bringt das Jahr 1956 für die Stadt Siegburg. Auf einen Zeitraum von vier Wochen sind alle Karnevalsveranstaltungen einschließlich der närrischen Tage zusammengedrängt. Die meisten Korps und Gesellschaften werden nur einmal mit Sitzungen an die Öffentlichkeit treten. Den Auftakt bilden am Samstag, 14. Januar, die Sitzungen des Stadtsoldatencorps Rot-Weiß im Hotel Zum Stern und der Husaren Grün-Weiß im Lindenhof. Am Sonntag, 15. Januar, halten die Blau-Weißen Funken im Lindenhof eine Sitzung ab und die Mitglieder und Freunde des 'Berliner Bären' treffen sich zur selben Zeit im Hotel zum Stern zu einer Nacht 'Bei Kroll'. Das folgende Wochenende steht im Zeichen der Faser-Husaren, die am Samstag, 21. Januar, ihre Sitzung halten. Weitere Sitzungen: 29. Januar, Stern, Sonnenschein, 3. Februar weitere Sitzung der Funken Blau-Weiß, 4. Februar Rot-Weiß im Stern, 5. Februar die Sitzung des MGV und am 7. die Sitzung für die alten Leute über 70 Jahre. An Weiberfastnacht, 9. Februar, sind Sitzungen und Kaffeeklatsch der Gesellschaften Sonnenschein im Stern, Fidele Deichhäuserinnen im Siegblick, Damenkorps Grün-Weiß im Driescher Hof und Dreesche Queche im Lindenhof. An den Karnevalstagen Bälle und Kostümfeste fast aller Siegburger Gesellschaften einschließlich des Turnvereins und des MGV." (Siegburger Zeitung) Foto: Siegburger Seniorensitzung.

Vor 10 Jahren - 7. Januar 2016
Musikverleger verscheucht Rassisten - die Rheinische Lösung bei der Carl-F.-Peters-Straße, siegburgaktuell blickt zurück:
"Eine Siegburger Straße, benannt nach einem Mann, über den seine Mitarbeiter Dinge sagten wie 'Alles um ihn herum geht krumm vor Hieben. 100 bis 150 sind an der Tagesordnung', dem zeitgenössische Kritiker vorhielten, er sei ein 'grimmiger Arier, der alle Juden vertilgen will und in Ermangelung von Juden drüben in Afrika Neger totschießt wie Spatzen und zum Vergnügen Negermädchen aufhängt, nachdem sie seinen Lüsten gedient'?
Am 1. Januar berichteten wir in der Rubrik 'Vor 125 Jahren' über die Exzesse des Kolonialisten Carl Peters in Deutsch-Ostafrika. siegburgaktuell-Leser Joachim Schneider verlangte Aufklärung, hinterließ folgende Zeilen in unserem Redaktionspostfach: 'Meines Wissens gibt es in Siegburg eine Straße, die ursprünglich nach diesem Mann benannt worden ist, später dann aber im Rahmen einer dieser in Siegburg so beliebten Rheinischen Lösungen einem unverfänglichen Namensvetter gewidmet wurde.'
Stimmt genau. In den Jahren 1994/95 waren die Siegburger Straßennamen und die schwarzen Schafe, sie sich möglicherweise darauf befanden, ein großes Thema. Der Haupt- und Finanzausschuss nahm den mehr als zweifelhaften Ruf des Carl Peters (1856-1914) zum Anlass, die Verwaltung damit zu beauftragen, alle Personen, die sich zu diesem Zeitpunkt auf Siegburger Straßenschildern wiederfanden, auf 'Ehrhaftigkeit' zu untersuchen.
Dies jedoch stellte sich als äußerst schwieriges Unterfangen dar. Siehe Anno. Der Stadtgründer ist mit 'eigener' Straße in Siegburg vertreten. Hierzu heißt es in der Stellungnahme der Verwaltung: 'Zu beurteilen wäre beispielsweise die Frage, ob der Heilige Anno, der im 11. Jahrhundert auch als Politiker gehandelt hat und dabei die Methoden seines Zeitalters verwendete, den moralischen Ansprüchen unserer Tage entspricht.'
Umbenennungen sollten, so die Verwaltung, nur da diskutiert werden, wo die Namengeber eindeutig verbrecherisch gehandelt hätten, also im sogenannten Dritten Reich. Die braunen Straßen in der Innenstadt waren direkt nach dem Zweiten Weltkrieg unbenannt worden. Bei den preußischen Militärs, die sich die Herrscher von 1933 bis 1945 für den Brückberg aussuchten, war die Sache komplizierter. Denn Gneisenau und Scharnhorst waren Kinder ihrer Zeit, handelten 'zeitgebunden', wie die Verwaltung bemerkt.
Im Falle der Litzmannstraße (Karl Litzmann war ein General im Ersten Weltkrieg, der als älterer Mann den Nationalsozialisten nahe stand) wurde ein eleganter Ausweg gefunden. Litzmann hieß auch ein bekannter Germanist - da lag eine Umwidmung ohne Namensänderung auf der Hand. Und so ähnlich sollte es auch im Falle der Dr.-Karl-Peters-Straße kommen, die der nationalsozialistische Stadtrat am 28. Dezember 1937 in Erinnerung an den rassistischen Kolonialpionier so getauft hatte.
Nachdem Geschichtsprofessor Horst Gründer von der Uni Münster am 22. Mai 1995 im Museum einen Vortrag zu Peters' Aktivitäten in Ostafrika gehalten hatte, bestanden keine Zweifel mehr, dass sich der Name ändern muss. Und so kam man auf Carl Friedrich Peters (1779-1827), der den Rassisten Peters ablöste. Der nach ihm benannte Verlag wurde durch die Veröffentlichung klassischer, romantischer und moderner Musikwerke bekannt. Weltbekannt. Das Wichtigste an diesem Carl F. Peters: Seine Verdienste sind unbestritten.
Foto: Der Kolonialrassist und Mörder Carl Peters, von den Nazis mit K geschrieben, groß im Bild, eingeklinkt der Musikverleger Carl F. Peters.
Für einen Besuch der Stadtverwaltung gilt: Erst hier Termin vereinbaren, dann vorbeikommen.
Tourist Information (+49 2241 102-7533 oder tourismus@stadtbetriebe-siegburg.de) und Stadtmuseum (+49 2241 102-7410 oder stadtmuseum@stadtbetriebe-siegburg.de), Markt 46, haben dienstags bis samstags zwischen 10 und 17 Uhr, sonntags zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet (die Tourist Information auch montags von 10 bis 17 Uhr). Die Stadtbibliothek, Griesgasse 11, kann dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr besucht werden, Inhaber eines Büchereiausweises erhalten darüber hinaus während der Open-Library-Zeiten (dienstags bis sonntags von 8 bis 10 sowie 17 bis 20 Uhr) Zugang.
Aktuelle Öffnungszeiten des Oktopus Freizeitbad, Zeithstraße 110, können hier abgerufen werden. Der Zugang zum Bad ist mit einem Online-Ticket möglich, das hier erworben werden kann. Sie können das Online-Ticket auch mit Hilfe der Kolleginnen und Kollegen im Eingangsbereich des Hallen- und Freibades sowie im Stadtmuseum am Markt erwerben. Im Stadtmuseum ist der Ticketverkauf mit Bargeld möglich, ansonsten nur bargeldlos mit allen digitalen Zahlungsmitteln einschließlich der IBAN. Zusätzlich können Schwimmbadtickets vor Ort auch mit dem Siegburg-Gutschein (Karte oder App) erworben werden.
Polizei: 110
Feuerwehr/Notarzt/Rettungsdienst: 112
Krankentransport: +49 2241 19222
Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116117
Zahnärztlicher Bereitschaftsdienst: +49 1805 986700
Giftnotruf-Informationszentrale der Universitätsklinik Bonn: +49 228 19240
Apotheken-Notruf: +49 800 0022833
Telefonseelsorge: +49 800 1110111 oder +49 800 1110222
Sorgentelefon für Kinder und Jugendliche: 116111 oder +49 800 1110333
Bundesweites Hilfstelefon "Gewalt gegen Frauen": 116016
Opferschutzbeauftragter der Kreispolizeibehörde Siegburg: +49 2241 5413812
Beratungsstelle sexualisierte Gewalt: +49 228 635524
Zentraler Karten-Sperr-Notruf: 116116
Tierärztlicher Bereitschaftsdienst: Abrufbar über die Anrufbeantworter der Tierarztpraxen
Apotheken-Notdienst
Rosen-Apotheke, Niederpleiser Straße 48, St. Augustin, Tel.: +49 2241 342040
