Michaelsberg

"Wie konnte das geschehen?"

Siegburg. Es ist voraussichtlich sein letztes großes Buch. Mit "Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933-1945" will der vielgelesene Politikwissenschaftler und Historiker Götz Aly sein Opus beenden.
Die neuerliche Darstellung des Dritten Reichs ist beim Fischer-Verlag erschienen. Es gibt sie zudem in einer Sonderausgabe der Bundeszentrale für politische Bildung, die für das Buchcover obiges Bild des Abtransports der Siegburger Juden aus der Brandstraße im Juli 1942 beim Stadtarchiv anfragte. Und selbstverständlich erhielt!
Auf die Einzigartigkeit der Siegburger Deportationsbilder weisen wir am Tag der Archive, der am 7./8. März begangen wird, deutlich hin. Während aus vielen Städten schriftliche Dokumente überliefert sind, existieren nur selten fotografische Aufnahmen, die den Moment, an dem die Jüdinnen und Juden die Lkw in Richtung Vernichtung bestiegen, festhalten. Das im Buch verwendete Foto, gemacht laut Siegburger Kriegschronik von "Kriminal-Sekretär Schneider", zeigt die Betroffenen und die konkrete Situation im Stadtraum, macht damit sichtbar, dass die nationalsozialistischen Verbrechen nicht abstrakt und fern geschahen, sondern mitten in der Stadtgesellschaft. Die NS-Geschichte ist immer eine Geschichte vor Ort.
Alys Kernthese: Auch von der Doktrin und den menschenverachtenden Vorgaben des Staates nur teilweise Überzeugte halfen mit. Eben weil sie ihren Job machten. Möglicherweise innerlich widerstrebend - aber machend. "Die Stillen, die Harmlosen, die fünfzig- oder achtzigprozentigen Unterstützer bildeten den Boden, auf dem die Politik der Lügen und der Aufrüstung gedieh."

Siegburg. Es ist voraussichtlich sein letztes großes Buch. Mit "Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933-1945" will der vielgelesene Politikwissenschaftler und Historiker Götz Aly sein Opus beenden. 

Die neuerliche Darstellung des Dritten Reichs ist beim Fischer-Verlag erschienen. Es gibt sie zudem in einer Sonderausgabe der Bundeszentrale für politische Bildung, die für das Buchcover obiges Bild des Abtransports der Siegburger Juden aus der Brandstraße im Juli 1942 beim Stadtarchiv anfragte. Und selbstverständlich erhielt! 

Auf die Einzigartigkeit der Siegburger Deportationsbilder weisen wir am Tag der Archive, der am 7./8. März begangen wird, deutlich hin. Während aus vielen Städten schriftliche Dokumente überliefert sind, existieren nur selten fotografische Aufnahmen, die den Moment, an dem die Jüdinnen und Juden die Lkw in Richtung Vernichtung bestiegen, festhalten. Das im Buch verwendete Foto, gemacht laut Siegburger Kriegschronik von "Kriminal-Sekretär Schneider", zeigt die Betroffenen und die konkrete Situation im Stadtraum, macht damit sichtbar, dass die nationalsozialistischen Verbrechen nicht abstrakt und fern geschahen, sondern mitten in der Stadtgesellschaft. Die NS-Geschichte ist immer eine Geschichte vor Ort.

Alys Kernthese: Auch von der Doktrin und den menschenverachtenden Vorgaben des Staates nur teilweise Überzeugte halfen mit. Eben weil sie ihren Job machten. Möglicherweise innerlich widerstrebend - aber machend. "Die Stillen, die Harmlosen, die fünfzig- oder achtzigprozentigen Unterstützer bildeten den Boden, auf dem die Politik der Lügen und der Aufrüstung gedieh." 

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