Am 19. März wäre Joe, ursprünglich Josef, Wick 110 Jahre alt geworden. Der Handwerkersohn von der Zange bekam in sehr jungen Jahren eine Geige geschenkt, spielte auf Schützenfesten und Kirmessen, schmiss seinen Job bei Stüssgen, verließ die Familie, um als Künstler sein Geld zu verdienen. Was dann kam, war einmalig: UFA-Tanzorchester, Truppenbelustigung in der Normandie, Gefangennahme samt Klangkörper nach dem D-Day, Hinwendung zum Jazz in London, Rückkehr nach Deutschland, Botschaftertätigkeit im Sinne der neuen Art von Musik zwischen Rhein, Elbe und Alpen. Schallplatten- und Rundfunkaufnahmen. Tourneedasein. Mehrere Ensemble-Neuanfänge, unter anderem wegen der Steuer beziehungsweise deren Nichtzahlung.
In der Museumsaula folgte Dr. Michael Laska den Spuren des Geburtstagskinds, das seit mehr als drei Jahrzehnten nicht mehr unter uns weilt. Aus Wiesbaden reiste der Patensohn an, dessen Mutter, Wicks Schwester, ihm Instrumente verbot, mit denen man Geld verdienen kann. "Mein Onkel war aufgrund seines unsteten Lebenswandels das schwarze Schaf der Familie."
Wie ausgefallen das Repertoire dieses schwarzen Schafs war, demonstrierte im Anschluss an den Vortrag im Rahmen der Museumsgespräche das Siegburger Jazzquartett, das auf unserem Foto den Referenten Laska in die Mitte nimmt: Saxofonist Michel Janssen, Pianist Michael Sorg, Kontrabassist John Goldsby und Schlagzeuger Stefan Schneider. Vier erstklassige Jazzer brachten dem Orchesterleiter, der aus der Hohenzollernstraße aufbrach, neue Welten zu erobern, ein Ständchen.
Den Musiker Sorg führte die amerikanische Militärmusik nach Germany, wo er gern blieb. Er brachte das Werk Wicks auf den Punkt: "Er nutzte seine Fähigkeiten für das Gute, verband die Menschen. Das haben wir heute nötiger denn je."

