Wir schlagen den Bogen vom brennenden Nahen Osten ins friedliche Braschoß, zum Goldhochzeit-Selfie, das uns Vizebürgermeister Oliver Schmidt übermittelte. Rechts neben ihm stehen Gabriele und Klaus-Peter Klöppel (Foto). Das Paar liebt die Annehmlichkeiten im Höhenort, die Aktionen des Turn- und des Pfarrvereins. Wobei die Überschaubarkeit, gemeint im allerbesten Sinne, nicht repräsentativ ist für alle Etappen ihres Ehelebens.
Der gebürtige Ulmer Klöppel, dessen Schwäbisch sich nie ganz verflüchtigte, lernte bei BMW, hielt dann von 1984 bis 1992 für Klöckner-Humboldt-Deutz in Algeriens Hauptstadt Algier die Stellung. Er kam herum im Wüstenstaat, seine Frau blieb bei den Kindern in der deutschen Community. "Wir hatten Kontakt zu Familien, die in ähnlichen Situationen waren - die Mercedes, Bosch oder Liebherr nach Nordafrika geführt hatten." Die Kinder gingen auf die deutsche Schule, betrieben vom Goethe-Institut.
1992 folgte der Umzug ins Rheinland. In Algerien herrschte Bürgerkrieg, es wurde zu gefährlich. Erst lebten die Klöppels auf dem Deichhaus, seit 2006 in Braschoß. Bis zum Ruhestand war Klaus-Peter in der Welt unterwegs, versah Kundendienst in den USA, in Asien, in Russland. Schwerpunkt war die Pulverfass-Region "Middle East" mit Abu Dhabi als permanenter Destination. Dort blieb er manchmal wochenlang und ist im Telefonat mit siegburgaktuell dankbar, dass die Beziehung den Globalisierungsstresstest bestand, er sich zusammen mit seiner Gattin an drei Enkeln und einem Urenkel erfreuen kann: "Dadurch, dass ich beruflich immer arg eingespannt war, musste sie die Familie häufig allein managen. Rückblickend bietet das Ausland aber immer auch eine Chance, sich weiterzuentwickeln."

