Die Schau zeigt eine Übersicht zeitgenössischer Keramiken verschiedenster Techniken, vom klassischen Gefäß bis hin zu freien künstlerischen Arbeiten. Manche sehen einfach schön aus, andere sollen dem Betrachter eine Botschaft vermitteln - wie das aus 36 Teilen bestehende Wandbild "Piece of Wave" von Meng-Chan Yu, das sich mit dem Wasserkreislauf auseinandersetzt, oder Silke Wellmeiers "Sound Scapes/Alauda arvensis": Kleine Tonplatten symbolisieren den Gesang einer Feldlerche (wissenschaftlich: Alauda arvensis), der ihr aus der Kindheit in Erinnerung geblieben ist, den sie heute jedoch nicht mehr hört. Aber auch der Humor fehlt nicht: An anderer Stelle flitzen Skifahrende auf tönernen Eisbergen ins Tal.
Manche der ausgestellten Werke bestehen aus hauchdünnem Porzellan. "Es ist eine Meisterleistung, diese so hoch zu ziehen, ohne dass der Ton in sich zusammenbricht", schwärmt die Siegburger Keramikerin Ines Rother, Teil der Jury und auch in die Gestaltung der Ausstellung eingebunden. Andere nehmen Platz ein, erinnern an von den Kräften der Erde aufgerissene Lavabrocken oder über Jahrtausende gewachsene Kristalle. An anderer Stelle steht ein haariges Wesen ohne Kopf, zwei Kolibris fliegen Blüten an, ineinander verwobene Ringe bilden einen kleinen Berg. Manche der Kompositionen bestehen aus einem einzelnen Stück, andere aus mehreren Teilen.
Zu sehen ist die Ausstellung "6. Siegburger Keramikpreis" bis Sonntag, 12. April. An zwei Samstagen, 21. Februar und 21. März, führt Rother jeweils um 15 Uhr durch die Sammlung, eine Kurzführung wird im Rahmen der Europäischen Tage des Kunsthandwerks am Samstag, 11. April, um 11 Uhr angeboten. Foto: Ines Rother, links, und Museumsdirektorin Dr. Gundula Caspary in der Sonderausstellung "6. Siegburger Keramikpreis".

