In der Ambivalenz zwischen transparenter Fragilität und eisiger Robustheit und dem Kontrast von Porzellan und Stein thematisiert Heidi Hentze auf stille, poetische Weise unseren enormen Verbrauch an natürlichen Ressourcen. Unser Konsum geht weit über die Kapazitäten der Natur hinaus und bringt die Welt, wie wir sie kennen, zum Einsturz. Noch ist der Grad nicht überschritten, aber die Bedrohung ist längst offensichtlich. Ohne Fingerzeig auf andere stellt die Künstlerin ein System der Grenzüberschreitung in Frage, von dem wir alle ein Teil sind, noch als Nutznießer, irgendwann als Opfer, wenn die Dämme brechen.
Mining
Siegburg. Die prämierte Arbeit von Heidi Hentze aus Dänemark lässt sich in die Kategorie der Gefäßobjekte einordnen; zugleich gehört "Mining" dem Bereich der Konzeptkunst an. Aus der Ferne erscheint das Werk als ein Gefäß aus Porzellan in Form eines weißen Zylinders. Seine Außenfläche weist eine organische Struktur auf, wie zartes Pergament; die Innenseite dagegen erinnert an eine eisige Meereslandschaft, an gefrorene Seen und Gletscherwände. Die filigrane Materialität steht im Kontrast zu der kristallinen Anmutung von Packeis und Eiswasser. Im Inneren des "Gefäßes", das einen sowohl landschaftlichen als auch gedanklichen Raum symbolisiert, ist ein Naturstein aus porösem Vulkangestein an einem dünnen schwarzen Faden zwischen den Eiswänden aufgespannt. Er droht die zarten, durchscheinenden Wände zusammenzuziehen und zum Einstürzen zu bringen.
In der Ambivalenz zwischen transparenter Fragilität und eisiger Robustheit und dem Kontrast von Porzellan und Stein thematisiert Heidi Hentze auf stille, poetische Weise unseren enormen Verbrauch an natürlichen Ressourcen. Unser Konsum geht weit über die Kapazitäten der Natur hinaus und bringt die Welt, wie wir sie kennen, zum Einsturz. Noch ist der Grad nicht überschritten, aber die Bedrohung ist längst offensichtlich. Ohne Fingerzeig auf andere stellt die Künstlerin ein System der Grenzüberschreitung in Frage, von dem wir alle ein Teil sind, noch als Nutznießer, irgendwann als Opfer, wenn die Dämme brechen.

