In einem ICE auf dem Weg von Aachen nach Frankfurt zündet ein maskierter 20-Jähriger gegen 21 Uhr zwei "pyrotechnische Gegenstände", wie es in einer Mitteilung der Polizei heißt. Der Täter wird von mehreren Reisenden in der Toilette eingesperrt, der Zug stoppt außerplanmäßig in Siegburg.
Die rund 180 Fahrgäste werden zunächst in das Parkhaus an der Konrad-Adenauer-Allee geführt, dann von der Feuerwehr in die Sporthalle der Berufsschule gebracht und dort bis zur Weiterreise versorgt - auch durch Notfallseelsorger. Der Rettungsdienst behandelt zwölf Personen mit leichten Verletzungen, eine kommt mit dem Verdacht auf ein Knalltrauma ins Krankenhaus, kann aber schon wenig später entlassen werden.
Der ICE wird auf mögliche weitere gefährliche Gegenstände untersucht und gegen 0.45 Uhr freigegeben. Der Täter, bei dem zwei Messer und zwei weitere "frei verkäufliche Rauchkörper" gefunden werden, wird von der Bundespolizei festgenommen. Der Staatsschutz der Bonner Polizei sowie die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf haben die Ermittlungen übernommen. Eine "politische Motivation" - Medien berichten, dass der Aachener "dem rechten Spektrum zuzuordnen" sei - wird nicht ausgeschlossen. Auch eine psychische Erkrankung könnte eine Rolle spielen. Ein Ermittlungsrichter erließ Haftbefehl wegen des Verdachts des versuchten Mords, der gefährlichen Körperverletzung und Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz.
Das Foto wurde uns von Markus Böhm/NRWNews24 zur Verfügung gestellt.

