Seit heute steht Baldus in der Kapelle an der Mühlenstraße, um die Marienfigur in altem Glanz erstrahlen zu lassen. Vor ihr liegt eine aufwändige Detailarbeit. "Zunächst habe ich mir das Objekt ganz genau angeschaut, dann alle Schäden und Verunreinigungen kartiert", erläutert sie die nun anstehenden Schritte. So entstand ein Gesamtkonzept, das die Reinigung, das Auffüllen abgeplatzter Stellen und die Retusche umfasst. Wie lange sie dafür braucht? "Das kann ich jetzt noch nicht sagen."
Das Restaurationsobjekt, die barocke Marienfigur, steht seit 1964 in der Kapelle an der Mühlenstraße. "Wahrscheinlich wieder", erläutert Andrea Korte-Böger, Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer des Michaelsbergs, der das Projekt unterstützt. Sie geht davon aus, dass die aus Sandstein gehauene Muttergottes mit Jesus im Arm um 1755 für das in diesem Jahr errichtete Heiligenhäuschen geschaffen wurde. "Im Zweiten Weltkrieg wurde sie irgendwo sicher gelagert, stand dann - und das ist gesichert - in der Kapelle an der Ringstraße." Als diese einen kleinen Gebetsraum erhielt, erfolgte der Umzug an den heutigen Platz.
Johanna Baldus restauriert vor Ort. Auf unserem Foto beginnt sie mit der Reinigung. Ihr Utensil: ein Wattestäbchen. In den zurückliegenden Jahrzehnten haben unter anderem Kerzenruß und die Abgase vorbeifahrender Autos das Kunstwerk dunkel gefärbt.

