Michaelsberg

Anteilnahe an Stolpersteinverlegung

Siegburg. Selma Hoffmann wird am 2. August 1881 in Aurich geboren, dem Zentrum jüdischen Lebens in Ostfriesland. Ihr Vater Simon Hoffmann ist Getreidehändler, der in der Synagoge das Amt eines Mohels innehat. Er ist zuständig für die Beschneidungen des männlichen Gemeindenachwuchses.

Selmas erster Ehemann, Salomon "Sally" Peiser, stirbt 1918 als deutscher Soldat im Ersten Weltkrieg. Selmas zweiter Mann, Felix Oestreicher - auch er verwitwet, sie heiraten Ende der 1920er-/Anfang der 1930er-Jahre - führt in Siegburg an der Ecke der Bahnhofstraße mit der Ringstraße ein Haushaltswarengeschäft. Porzellan und Silberbesteck werden in der Pogromnacht zur Beute der NS-Schergen, die die Schaufenster einschmeißen und sich an der Auslage bedienen. Felix wird das Geschäft nie wieder eröffnen, das Paar zieht im Mai 1939 nach Köln, wird später im Lager Müngersdorf inhaftiert, schließlich nach Theresienstadt deportiert. Dort stirb Felix am 19. Januar 1944. Selma überlebt das Ghetto. Den Holocaust überlebt sie nicht. Am 9. Oktober 1944 wird sie in Auschwitz ermordet.
Seit heute Morgen liegt ein goldener Stolperstein für Selma vor dem Eckhaus an der Bahnhofstraße, der letzten frei gewählten Adresse des Paars. Angehörige der Familie Hoffmann aus England und eine Nachfahrin der ersten Ehefrau von Felix waren zugehen. Sie platzierten Steinchen neben dem frisch verlegten Stolperstein, wie man sie auf jüdischen Friedhöfen findet. Dem Glauben nach zeigen die Beigaben, dass ein toter Mensch nicht in Vergessenheit geraten ist. Viele Siegburgerinnen und Siegburger wohnten der Zeremonie bei. Warum ein glänzendes Erinnerungsmal nur für Selma, nicht für Felix?
Mehr dazu am Montag.



Siegburg. Selma Hoffmann wird am 2. August 1881 in Aurich geboren, dem Zentrum jüdischen Lebens in Ostfriesland. Ihr Vater Simon Hoffmann ist Getreidehändler, der in der Synagoge das Amt eines Mohels innehat. Er ist zuständig für die Beschneidungen des männlichen Gemeindenachwuchses. 

Selmas erster Ehemann, Salomon "Sally" Peiser, stirbt 1918 als deutscher Soldat im Ersten Weltkrieg. Selmas zweiter Mann, Felix Oestreicher - auch er verwitwet, sie heiraten Ende der 1920er-/Anfang der 1930er-Jahre - führt in Siegburg an der Ecke der Bahnhofstraße mit der Ringstraße ein Haushaltswarengeschäft. Porzellan und Silberbesteck werden in der Pogromnacht zur Beute der NS-Schergen, die die Schaufenster einschmeißen und sich an der Auslage bedienen. Felix wird das Geschäft nie wieder eröffnen, das Paar zieht im Mai 1939 nach Köln, wird später im Lager Müngersdorf inhaftiert, schließlich nach Theresienstadt deportiert. Dort stirb Felix am 19. Januar 1944. Selma überlebt das Ghetto. Den Holocaust überlebt sie nicht. Am 9. Oktober 1944 wird sie in Auschwitz ermordet.

Seit heute Morgen liegt ein goldener Stolperstein für Selma vor dem Eckhaus an der Bahnhofstraße, der letzten frei gewählten Adresse des Paars. Angehörige der Familie Hoffmann aus England und eine Nachfahrin der ersten Ehefrau von Felix waren zugehen. Sie platzierten Steinchen neben dem frisch verlegten Stolperstein, wie man sie auf jüdischen Friedhöfen findet. Dem Glauben nach zeigen die Beigaben, dass ein toter Mensch nicht in Vergessenheit geraten ist. Viele Siegburgerinnen und Siegburger wohnten der Zeremonie bei. Warum ein glänzendes Erinnerungsmal nur für Selma, nicht für Felix?

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