Michaelsberg

Vögel im Auenland

Siegburg. "Das Wetter ist nicht ideal ..." Uwe Radtke, Diplom-Geograf und Ornithologe, bremst die Erwartungen der Interessierten, die sich auf Einladung des städtischen Umweltamts zur Vogelexkursion am Troisdorfer Aggerstation versammelt haben, schon zur Begrüßung. Wind und Nieselregenschauer motivieren die Federtiere nicht zum Singen. Schon beim Gang durch die Siedlung ist der erwartete Hausrotschwanz, Vogel des Jahres 2025, weder zu sehen noch zu hören.
Das ändert sich in der Aggeraue. Plötzlich bricht die Sonne durch die Wolkendecke und leuchtet die Landschaft perfekt aus. Das Licht im Rücken entdeckt die Gruppe zunächst eine Goldammer, die aus einer Baumkrone heraus sechsmal kurz und einmal lang pfeift, dann mehrere Neuntöter. Der amselgroße Vogel frisst seine Beute - vor allem Insekten, aber auch kleine Mäuse - nicht immer sofort, sondern legt sich einen Vorrat an. Dafür spießt er seine Opfer auf Dornen, aber auch an Stacheldrahtzäunen, auf. "Früher glaubte man, er würde immer erst neun Tiere fangen, bevor er zu fressen beginnt - daher sein Name", erklärt Radtke.
An der Agger schießt ein blau und rot schimmernder Vogel über die Wasseroberfläche. Der "fliegende Edelstein", der Geschwindigkeiten von bis zu 70 Stundenkilometern erreichen kann, ist ein Eisvogel. Wenig später entdecken wir diesen auch auf einem Ast sitzend, können das farbenprächtige Gefieder in aller Ruhe bewundern. Seine Höhle gräbt der Fischfänger, der klares Wasser benötigt, ins Steilufer, den Einflug am liebsten durch Gebüsch verdeckt. Das unterscheidet den Einzelgänger von der in Kolonien lebenden Uferschwalbe, die in rasender Geschwindigkeit die armlangen Brutlöcher ansteuern. Etwa 40 der wendigen Flieger kreisen über unseren Köpfen.
Auf der gegenüberliegenden Kiesbank, so berichtet Radtke, wurden im Frühjahr Flussregenpfeifer beobachtet. Diese legen ihre Eier, die einem Stein täuschend ähnlich sehen, direkt auf den Boden. Um Raubtiere vom Nachwuchs wegzulocken, täuschen die Elterntiere einen verletzten Flügel vor, der sie zu einer scheinbar leichten Beute macht - um dann, wenn das Küken in Sicherheit ist, aufzufliegen. Doch so weit wird es in diesem Jahr nicht kommen: An den ersten warmen Tagen wurde die Vogelkinderstube zur Sonnenbank, auch Hundehalter lassen ihre Vierbeiner unangeleint über die Fläche laufen. Die Regenpfeifer suchten das Weite. "Die Aggeraue ist Naturschutzgebiet - und wird gleichzeitig zur Naherholung genutzt. Die meisten Menschen wissen wahrscheinlich gar nicht, was sie damit anrichten können."
Allen Widrigkeiten zum Trotz stehen am Ende des Rundgangs 28 beobachtete Arten im Notizblock. Foto: Das Fernglas auf die Uferschwalbenkolonie gerichtet, sind auch die Kanadagänse, die ihre Küken zum Weiden ausführen, im Blick.

Siegburg. "Das Wetter ist nicht ideal ..." Uwe Radtke, Diplom-Geograf und Ornithologe, bremst die Erwartungen der Interessierten, die sich auf Einladung des städtischen Umweltamts zur Vogelexkursion am Troisdorfer Aggerstation versammelt haben, schon zur Begrüßung. Wind und Nieselregenschauer motivieren die Federtiere nicht zum Singen. Schon beim Gang durch die Siedlung ist der erwartete Hausrotschwanz, Vogel des Jahres 2025, weder zu sehen noch zu hören.

Das ändert sich in der Aggeraue. Plötzlich bricht die Sonne durch die Wolkendecke und leuchtet die Landschaft perfekt aus. Das Licht im Rücken entdeckt die Gruppe zunächst eine Goldammer, die aus einer Baumkrone heraus sechsmal kurz und einmal lang pfeift, dann mehrere Neuntöter. Der amselgroße Vogel frisst seine Beute - vor allem Insekten, aber auch kleine Mäuse - nicht immer sofort, sondern legt sich einen Vorrat an. Dafür spießt er seine Opfer auf Dornen, aber auch an Stacheldrahtzäunen, auf. "Früher glaubte man, er würde immer erst neun Tiere fangen, bevor er zu fressen beginnt - daher sein Name", erklärt Radtke.

An der Agger schießt ein blau und rot schimmernder Vogel über die Wasseroberfläche. Der "fliegende Edelstein", der Geschwindigkeiten von bis zu 70 Stundenkilometern erreichen kann, ist ein Eisvogel. Wenig später entdecken wir diesen auch auf einem Ast sitzend, können das farbenprächtige Gefieder in aller Ruhe bewundern. Seine Höhle gräbt der Fischfänger, der klares Wasser benötigt, ins Steilufer, den Einflug am liebsten durch Gebüsch verdeckt. Das unterscheidet den Einzelgänger von der in Kolonien lebenden Uferschwalbe, die in rasender Geschwindigkeit die armlangen Brutlöcher ansteuern. Etwa 40 der wendigen Flieger kreisen über unseren Köpfen. 

Auf der gegenüberliegenden Kiesbank, so berichtet Radtke, wurden im Frühjahr Flussregenpfeifer beobachtet. Diese legen ihre Eier, die einem Stein täuschend ähnlich sehen, direkt auf den Boden. Um Raubtiere vom Nachwuchs wegzulocken, täuschen die Elterntiere einen verletzten Flügel vor, der sie zu einer scheinbar leichten Beute macht - um dann, wenn das Küken in Sicherheit ist, aufzufliegen. Doch so weit wird es in diesem Jahr nicht kommen: An den ersten warmen Tagen wurde die Vogelkinderstube zur Sonnenbank, auch Hundehalter lassen ihre Vierbeiner unangeleint über die Fläche laufen. Die Regenpfeifer suchten das Weite. "Die Aggeraue ist Naturschutzgebiet - und wird gleichzeitig zur Naherholung genutzt. Die meisten Menschen wissen wahrscheinlich gar nicht, was sie damit anrichten können."

Allen Widrigkeiten zum Trotz stehen am Ende des Rundgangs 28 beobachtete Arten im Notizblock. Foto: Das Fernglas auf die Uferschwalbenkolonie gerichtet, sind auch die Kanadagänse, die ihre Küken zum Weiden ausführen, im Blick.

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