Schulen

Siegburger Konsens

Siegburger Konsens

 


Angesichts der zunehmenden Gefährdung demokratischer Werte bekennen wir uns als Lehrkräfte der Schulen in Siegburg zu den Grundprinzipien einer demokratischen und vielfältigen Gesellschaft. Unser Bildungsauftrag basiert auf dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und der Verpflichtung, Demokratie aktiv zu fördern. Wir stellen uns als Lehrkräfte klar gegen jedwede Demokratiefeindlichkeit und jede Form von Diskriminierung. Diese Positionierung erweitert den Beutelsbacher Konsens, welcher die Prinzipien des Überwältigungsverbots, der Kontroversität und der Schüler*innenorientierung beinhaltet.

Solidarität macht stark.
Der Konsens sendet ein klares Signal: Lehrkräfte, die demokratische Prinzipien vertreten, werden von Kollegium und Schulgemeinschaft getragen. Angriffe auf einzelne Personen sind damit auch Angriffe auf gemeinsame Werte – und werden als solche gemeinsam beantwortet.

Mut zur klaren Position.
Der Konsens ermutigt Lehrkräfte, in schwierigen Situationen klar Position für demokratische Grundwerte zu beziehen. Professionalität bedeutet dabei nicht Distanz zu diesen Werten, sondern deren reflektierte Vertretung.

Rechtssicher handeln, Verantwortung wahrnehmen.
Der Siegburger Konsens gibt Lehrkräften rechtliche und professionelle Sicherheit im Umgang mit demokratiefeindlichen Positionen. Er unterstützt dabei, den Bildungsauftrag zur Erziehung mündiger Bürgerinnen und Bürger ernst zu nehmen, klare Haltung zu zeigen und sich im schulischen Alltag nicht einschüchtern zu lassen. Der Siegburger Konsens stützt sich auf das Grundgesetz, den Diensteid, das Schulgesetz sowie das Beamtenrecht und verdeutlicht, dass die aktive Förderung demokratischer Werte Teil des dienstlichen Auftrags ist.

Für Werte, nicht für Parteien
Der Siegburger Konsens fordert keine parteipolitische Einflussnahme im Unterricht. Vielmehr bekräftigt er die Verpflichtung, für die grundlegenden Werte des Grundgesetzes einzustehen. Damit entspricht er dem Prinzip der wehrhaften Demokratie: Schulen sollen junge Menschen befähigen, demokratische Strukturen zu verstehen, zu schützen und sich gegen ihre Feinde von innen und außen zu behaupten.

Keine falsche Neutralität
Die oft verbreitete Behauptung, Lehrkräfte müssten politisch vollkommen neutral bleiben und dürften sich nicht gegen demokratiefeindliche Positionen äußern, beruht häufig auf Fehlinterpretationen oder gezielten Falschinformationen. Dem widersprechen wir klar: In einer wehrhaften Demokratie darf Neutralität nicht mit Gleichgültigkeit verwechselt werden. Lehrkräfte haben den Auftrag, demokratische Grundwerte zu verteidigen und einzuordnen, wenn diese angegriffen werden.

Fakten sind nicht verhandelbar.
Demokratischer Diskurs lebt vom Austausch unterschiedlicher Perspektiven – aber nicht von der Gleichsetzung von Fakten und gezielten Falschbehauptungen. Schule hat den Auftrag, faktenbasiertes Denken zu fördern und Desinformation zu widersprechen, wie man sie im politischen Diskurs immer häufiger antrifft.

Klare Haltung für Demokratie und Vielfalt
Angesichts wachsender Bedrohungen demokratischer Werte bekennen sich die Lehrkräfte der Siegburger Schulen ausdrücklich zu den Grundprinzipien des Grundgesetzes. Ihr Bildungsauftrag verpflichtet sie, Demokratie, Menschenwürde und Vielfalt nicht nur zu vermitteln, sondern aktiv zu schützen. Sie treten entschieden jeder Form von Demokratiefeindlichkeit und Diskriminierung entgegen und verstehen Schule als Ort gelebter demokratischer Kultur.

Orientierung und Rückhalt für Lehrkräfte.
Die Erklärung gibt Lehrkräften eine klare Orientierung im Umgang mit politischen und gesellschaftlichen Themen. Sie bietet Rückendeckung und stärkt das Vertrauen, im Sinne demokratischer Grundwerte handeln zu können.

Beutelsbach weitergedacht
Der "Siegburger Konsens" versteht sich als zeitgemäße Weiterentwicklung des Beutelsbacher Konsenses. Er wurde partizipativ von Lehrkräften für Lehrkräfte entwickelt und an die Herausforderungen der Gegenwart angepasst. Der Konsens ist dabei keine Vorgabe "von oben", sondern eine Initiative aus der Praxis. Lehrkräfte haben ihn gemeinsam erarbeitet, um sich gegenseitig zu stärken und demokratische Bildung im Alltag bewusster zu verankern.

Extremismus ist inakzeptabel
Extremistische Positionen oder Ideologien zu normalisieren, kann selbst eine Form der Überwältigung sein, weil dadurch demokratiefeindliche Inhalte verharmlost werden. Im Sinne des Siegburger Konsenses bedeutet Ausgewogenheit nicht, antidemokratische Positionen aufzuwerten, sondern sie kritisch einzuordnen und ihre Gefahren für die freiheitlich-demokratische Grundordnung deutlich zu benennen.

Tag des Grundgesetz
Tag des Grundgesetz am 23. Mai 2024 in Siegburg


Tag des Grundgesetz
Tag des Grundgesetz am 23. Mai 2024 in Siegburg


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