Coronavirus

Unterstützung für Unternehmen und Beschäftigte (Stand: 25.03.2020)

Das Coronavirus (SARS-CoV-2) hat sich zuletzt weltweit stark ausgebreitet. Das wirft viele Fragen für Unternehmen sowie für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf.

Am 23. März 2020 hat die Bundesregierung Eckpunkte für einen weitreichenden Schutzschirm beschlossen. Zuständig für die Verteilung der Mittel werden die einzelnen Bundesländer sein.

Die NRW-Landesregierung hat einen 25 Milliarden-Rettungsschirm für Unternehmen zugesagt. Das komplette Maßnahmenpaket können Sie hier abrufen:


Übersicht


Zuschussprogramm des Bundes

Es gibt dringenden Bedarf für unbürokratische Soforthilfe zugunsten von Kleinstunternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen sowie Soloselbständigen und Angehörige der Freien Berufe. Diese leiden unter akuten Liquiditätsengpässen und sehen sich teilweise in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht. In der Regel erhalten sie keine Kredite, weil sie weder über Sicherheiten noch weitere Einnahmen verfügen.

Um hier schnell zu unterstützen wurde in dieser Woche ein Zuschussprogramm aufgelegt, aus dem finanzielle Soforthilfe zur Milderung der finanziellen Notlagen und zur Sicherung der wirtschaftlichen Existenz geleistet werden. Gespeist wird das Soforthilfeprogramm aus Mitteln des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen.

Informationen zu diesem Programm und ein Antragsformular finden Sie auf dem laufend aktualisierten Informationsportal des Wirtschaftsministeriums des Landes NRW:

Dort wird in den kommenden Tagen auch das Antragsformular zu finden sein.

Mit einer Soforthilfe in Höhe von zunächst fünf Millionen Euro unterstützt die Landesregierung freischaffende, professionelle Künstlerinnen und Künstler, die durch die Absage von Engagements in finanzielle Engpässe geraten. Sie erhalten eine existenzsichernde Einmalzahlung in Höhe von bis zu 2.000 Euro. Die Soforthilfe kann mittels eines einfachen Formulars bei den zuständigen Bezirksregierungen beantragt werden und muss später nicht zurückgezahlt werden. Weitere Informationen sowie das Antragsformular finden Sie hier:

Antragsfrist ist der 31. Mai 2020.

Zur konkreten Ausgestaltung einer finanziellen Unterstützung für die Weiterbildungslandschaft befindet sich das Ministerium für Kultur und Wissenschaft derzeit in Gesprächen innerhalb der Landesregierung und mit den Bezirksregierungen.

 

Liquiditätssicherung

Seit dem 23.03.2020 steht das KfW-Sonderprogramm 2020 zur Verfügung (sowohl für mittelständische Unternehmen wie auch Großunternehmen). Kredite zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen können durch die Bürgschaftsbank NRW (bis 1,5 Mio. Euro)  und das Landesbürgschaftsprogramm (ab 1,5 Mio. Euro, auch Großunternehmen) besichert werden. Auf den jeweiligen Internetseiten finden Sie weiterführende Informationen sowie Ansprechpartner.

Die Bürgschaftsbank NRW gibt hier Handlungsempfehlungen für Unternehmen zur Beantragung von Finanzierungsunterstützung:

Speziell für kleine Unternehmen sowie Existenzgründer und Freiberufler, die nicht dem Standesrecht unterliegen, gibt es den Mikromezzaninfonds Deutschland. Er kann ohne Einschaltung der Hausbank und ohne Sicherheiten stille Beteiligungen eingehen (max. 75.000 Euro).

Sollten Sie sich nicht sicher sein oder allgemeine Informationen benötigen, hilft Ihnen die landeseigene Förderbank NRW.BANK gerne weiter:

NRW.BANK-Service-Center: +49 211 917414800

Die Förderberater der NRW.BANK informieren und beraten individuell und diskret über die Förderinstrumente des Landes. Wichtig ist, sich so früh wie möglich zu melden, um gezielt und rechtzeitig alle Möglichkeiten auszuloten.

Bei notwendigen Überbrückungsfinanzierungen sollte zudem zeitnah das Gespräch mit der Hausbank gesucht werden, denn die Vergabe von Bürgschaften, Haftungsfreistellungen und günstigen Krediten erfordert immer die Begleitung durch eine Hausbank.

Darüber hinaus wurden zwei Hotlines des Bundes für Unternehmen eingerichtet:

Hotline für allgemeine wirtschaftsbezogene Fragen zum Coronavirus

Telefon: +49 30 18615-1515
Montag - Freitag
9:00 Uhr bis 17:00 Uhr

Hotline zu Fördermaßnahmen

Telefon: +49 30 18615-8000
Montag - Donnerstag
9:00 Uhr bis 16:00 Uhr
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: Coronavirus


Unterstützung für von Quarantäne betroffene Betriebe

Sollte wegen des Corona-Virus eine Quarantäne ausgesprochen werden, kann eine Entschädigung für betroffene Beschäftigte (Personalkosten) beantragt werden. Zuständig in Nordrhein-Westfalen sind der Landschaftsverband Rheinland (Regierungsbezirke Köln und Düsseldorf) und der Landschaftsverband Westfalen Lippe (Regierungsbezirke Arnsberg, Detmold und Münster). Insbesondere auf der Seite des Landschaftsverbandes Rheinland finden Sie umfangreiche Informationen zu Tätigkeitsverbot und Entschädigung.

Auch Selbstständige, deren Betrieb oder Praxis während einer angeordneten Quarantäne ruht, können nach § 56 Infektionsschutzgesetz bei der zuständigen Behörde einen "Ersatz der in dieser Zeit weiterlaufenden nicht gedeckten Betriebsausgaben in angemessenem Umfang" beantragen.

Kontakt zum Landschaftsverband Rheinland

LVR-Servicenummer: +49 221 809-5444

Kontakt zum Landschaftsverband Westfalen-Lippe

Herr Tölle: +49 251 591-8218
Frau Volks: +49 251 591-8411
Herr Konopka: +49 251 591-8136


Kurzarbeit wird flexibler

Erleiden Firmen in Deutschland durch die Folgen von Corona Auftragsengpässe, ist dafür ein Ausgleich über Kurzarbeitergeld (KUG) möglich.

Ein aufgrund oder in Folge des Corona-Virus und/oder der damit verbundenen Sicherheitsmaßnahmen eingetretener Arbeitsausfall beruht im Regelfall auf einem unabwendbaren Ereignis oder auf wirtschaftlichen Gründen im Sinne des Paragraphen 96 Abs. 1 Nr. 1 SGB III. Ein Ausgleich des Arbeitsausfalls mit Hilfe des konjunkturellen Kurzarbeitergeldes ist damit grundsätzlich möglich.

Am 13. März 2020 haben Bundestag und Bundesrat angesichts der Corona-Krise eine umfangreiche Anpassung des Kurzarbeitergeldes beschlossen, darunter beispielsweise die Absenkung des Anteils der Beschäftigten eines Betriebs, die von Entgeltausfall mindestens betroffen sein müssen, auf 10 Prozent oder die je nach Fall vollständige oder teilweise Erstattung der von den Arbeitgebern allein zu tragenden Beiträge zur Sozialversicherung für die von Kurzarbeit betroffenen Beschäftigten.

Die Erleichterungen werden rückwirkend zum 1. März in Kraft treten und auch rückwirkend ausgezahlt. Diese Anpassung des Kurzarbeitergeldes ist bis zum 31. Dezember 2020 befristet.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Anspruch auf KUG besteht, wenn mindestens 10 Prozent der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als 10 Prozent haben.
  • Anfallende Sozialversicherungsbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden werden zu 100 Prozent erstattet.
  • Der Bezug von KUG ist bis zu 12 Monate möglich.
  • Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer können ebenfalls in Kurzarbeit gehen und haben Anspruch auf KUG.
  • In Betrieben, in denen Vereinbarungen zur Arbeitszeitschwankungen genutzt werden, wird auf den Aufbau negativer Arbeitszeitkonten verzichtet.
  • Die weiteren Voraussetzungen zur Inanspruchnahme von KUG behalten ihre Gültigkeit.

Diese und weitere Informationen finden Sie auch im

Wichtig ist, dass betroffene Unternehmen Kurzarbeit bei ihrer zuständigen Agentur für Arbeit anzeigen.

Servicehotline für Arbeitgeber: +49 800 45555-20

Arbeitsrechtliche Fragen beantwortet Ihnen gerne:

Tamara Engel
Telefon: +49 228 2284-208
E-Mail: engel@bonn.ihk.de 


Gesundheits- und Arbeitsschutz

Was Sie als Arbeitgeberin oder Arbeitgeber aktuell tun können, hat das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales in NRW hier für Sie zusammen gestellt:

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) empfiehlt grundsätzlich die Einhaltung der Hygieneregeln, die auch für den Schutz vor der Grippe gelten:

  • Händeschütteln vermeiden
  • Regelmäßiges und gründliches Hände waschen
  • Hände aus dem Gesicht fernhalten
  • Husten und Niesen in ein Taschentuch oder in die Armbeuge
  • Im Krankheitsfall Abstand halten
  • Geschlossene Räume regelmäßig lüften

Die jeweils für Ihren Betrieb zuständige Berufsgenossenschaft bietet Aushänge für Hygieneinfos an. Eine Liste von Berufsgenossenschaften finden Sie auf der Seite der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGVU).

Eine weitere Möglichkeit ist, je nach den betrieblichen Möglichkeiten das Arbeiten im Home-Office zu ermöglichen. Anstelle von Dienstreisen können womöglich auch Videokonferenzen oder Telefonkonferenzen durchgeführt werden.

Kleine und mittlere Unternehmen sowie Handwerksbetriebe können ab sofort finanzielle Zuwendungen erhalten, wenn sie kurzfristig Homeoffice-Arbeitsplätze schaffen. Über das Förderprogramm "go-digital" erstattet das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) bis zu 50 Prozent der Beratungskosten durch ein vom BMWi autorisiertes Beratungsunternehmen.
Das Ministerium sieht dafür ein spezielles, schnelles und unbürokratisches Verfahren vor. Gefördert werden mehrere Bausteine – von der individuellen Beratung bis hin zur Einrichtung spezifischer Software und der Konfiguration existierender Hardware. Profitieren können rechtlich selbstständige Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft einschließlich des Handwerks mit weniger als 100 Beschäftigten und einem Vorjahresumsatz oder einer Vorjahresbilanz von höchstens 20 Millionen Euro.
Konkrete Fragen zur Förderfähigkeit und Beantragung beantwortet der Projektträger, die EURONORM GmbH: Tel. +49 30 97003-333.

Auch unabhängig vom Corona-Virus ist es für Unternehmen immer empfehlenswert, für den Fall einer Erkrankung des Geschäftsführers/der Geschäftsführerin einen "Notfallkoffer" zu packen, der etwa mit Vollmachten, einem Vertretungsplan, Informationen zu Kunden- und Lieferantenstrukturen und einer Dokumentenmappe mit Bankverbindungen, Passwörtern versehen ist.

Weitere Informationen dazu gibt Ihnen

Regina Rosenstock
Telefon: +49 228 2284-181
E-Mail: rosenstock@bonn.ihk.de

Daniel Kohring
Telefon: +49 228 2284-131
E-Mail: kohring@bonn.ihk.de


Was Beschäftigte wissen müssen

Der Deutsche Gewerkschaftsbund beantwortet hier Fragen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in der Corona-Krise von Home Office über Dienstreisen bis zu Überstunden und Minijobs:

 

Tourismuswirtschaft

Übersichten über Hilfestellungen finden sie hier:

Hotel-Office statt Home-Office

Da viele Hotels aufgrund der weltweiten Reisewarnung momentan zum größten Teil leer stehen, haben mehrere Hotels die Idee, ihre Zimmer als "Home-Office" anzubieten. Beispielsweise das Strandhotel in Strande sowie das Acqua Strande bieten diesen Service bereits an. "Alle Räume haben WLAN und Schreibtisch. Da kann man in Ruhe arbeiten" erklärt Kirsten Lange vom Strandhotel. In beiden Hotels zahlen die "Heimarbeiter" keine Gebühr. "Wer mag, kann einen kleinen Betrag als Anerkennung hinterlassen", heißt es in beiden Betrieben. Das Havenhostel in Cuxhaven vermietet seine freien Zimmer dagegen als "Home-Office"-Plätze. Auch die Achat-Hotelkette stellt deutschlandweit 4.000 Zimmer ab sofort als Einzelbüros zu Sonderraten zur Verfügung. „Und wer am Abend nicht nach Hause oder länger bleiben möchte, bekommt die Übernachtung ebenfalls zu exklusiven Raten”, so die Verantwortlichen. (Quelle: Newsletter TN-Deutschland, 24.03.2020)

Reisewirtschaft startet Solidaritätsaktion #verschiebdeinereise

Der Deutsche Reiseverband (DRV) und der Deutsche Tourismusverband (DTV) haben gemeinsam eine Kampagne ins Leben gerufen, die Reisende dazu aufruft, ihre schon gebuchten Reisen nicht zu stornieren, sondern zu verschieben. Hintergrund: Werden Reisen in Absprache mit dem Reisebüro, Reiseveranstalter oder Gastgeber nicht storniert, sondern auf einen späteren Termin verlegt, bleibt die Liquidität in den Unternehmen. Genau das ist momentan extrem wichtig. „Wir stecken mitten in einer der größten Krisen, die der Deutschlandtourismus jemals zu bewältigen hatte. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, Insolvenzen und Kündigungen von Beschäftigten zu vermeiden“, sagt DTV-Geschäftsführer Norbert Kunz. Die Tourismusbranche ist dazu eingeladen, in den sozialen Medien den Kampagnenhashtag #verschiebdeinereise zu verwenden. Der DRV stellt dafür kostenfrei Kampagnenmotive bereit. Diese sind auf der Webseite des Verbandes kostenlos abrufbar. (Quelle: Newsletter TN-Deutschland 25.03.2020)

 

Weitere Informationsquellen

Die  IHK Bonn/Rhein-Sieg und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag geben Antworten und Hinweise zu einigen Fragen.