vom 14.05.2024

Ökonomie trifft Ökologie

Zange II: Stadtrat stellt Weichen neu

Siegburg. Hitzesommer mit Waldbränden wechseln sich ab mit Sintfluten wie im Ahrtal. Der Klimawandel kommt nicht. Wir sind definitiv mittendrin. Das heißt auch: Pläne für wirtschaftliche Entwicklungen müssen Nachhaltigkeitsaspekte wie Versiegelung und Abholzung zwingend einkalkulieren. Fortwährend stellt sich die Frage nach der Vereinbarkeit von Ökonomie und Ökologie. Abgebildet werden die zwei Seiten einer Medaille im städtischen "Amt für Umwelt und Wirtschaft".

Wie komplex die Gemengelage ist, zeigt das Beispiel des Tesla-Werks im Kiefernwald von Brandenburg. Die eigentlich löblichen und notwendigen Anstrengungen, dem Klimawandel nicht kleinteilig, sondern mit einem großen Wurf zu begegnen, laufen nicht ohne Protest von Aktivisten ab, die auf Flächenfraß und verschärften Wassermangel hinweisen. Den Königsweg in die Zukunft gibt es nicht. 

Das "grüne" Element durchzieht fast jede Siegburger Ratssitzung. So auch gestern Abend. In TOP 6.1 und 6.2 ging's um den Hitzeaktionsplan. In Punkt 7 um aktuelle Arbeiten im Sachgebiet 801, das ist der Umweltbereich des erwähnten Kombi-Amts. Enthalten in TOP 7 waren Car- und Bikesharing, das Starkregenmanagement, der Baumschutz. In Punkt 19 stimmte der Rat für die Kooperation von Stadt und Kreis in der Erarbeitung eines Klimawandelanpassungskonzepts.

Kern aber war Punkt 21 der Agenda zum Gewerbegebiet Zange II. Hier lautet der Plan: Die Stadt trägt rechts der Isaac-Bürger-Straße (Blickrichtung immer von der Wilhelmstraße, also der L 332) Erde ab, verfrachtet sie auf die andere Straßenseite, hebt dort das Gelände, damit sich die Merkur-Spielbank ansiedeln kann, von der eine jährliche Abgabe in Millionenhöhe zu erwarten ist - Geld, das dabei hilft, weiterhin und in verstärkter Form Umwelt- und Klimaschutzprojekt anzuschieben. 

Die Stadtverwaltung, die Gauselmann-Gruppe, die die Merkur-Spielbank bauen und betreiben will, sowie der BUND (Bund für Umwelt- und Naturschurtz Deutschland) haben sich in den letzten Wochen zusammengesetzt und Absprachen getroffen, um die miteinander verschlungenen Interessenlagen zu entwirren. Schließlich konnte dem Rat ein Vorgehen präsentiert werden, das dieser mehrheitlich befürwortet. 

Bebaut wird auf Zange II nurmehr ein definierter Bereich. Hier wächst die Spielbank. Der Rest der Fläche links und die mehr als 30.000 Quadratmeter rechts der Straße sollen an den BUND verpachtet werden. Wofür? Für die erforderlichen ökologischen Kompensationen und, ganz allgemein, für die "naturschutzfachliche Stärkung", wie es in der Vorlage heißt. Die Bebauungspläne werden angepasst. Impliziert ist damit, dass Zange II nicht für weiteres Gewerbe und nicht als Standort einer neuen Feuerwache in Frage kommt. In Bezug auf die Feuerwehr laufen schon Sondierungen an anderen Stellen in Siegburg. Foto: Blick auf das Baufeld für die Spielbank. 

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53721 Siegburg

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