vom 25.11.2021

Du bist nicht allein!

Kommunen setzen Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Siegburg. Ein Kind im Schoß seiner Mutter, die Fürsorge verkörpert und an die man sich jederzeit wenden kann. Der große Bruder, der ein wachsames Auge auf einen wirft, ein Leuchtturm, der Orientierung vermittelt. Sie stehen für Sicherheit und Geborgenheit - Gefühle, die Menschen, die bedroht sind oder Gewalt erfahren haben, nur bedingt wahrnehmen. Einen Sicherheitsort und Schutzwall, hinter dem man sich verstecken und Zuflucht finden kann, gestalten derzeit acht Jugendliche gemeinsam mit Künstlerin Martina Clasen und dem Evangelischen Jugendwerk. Einzelne Bretter, die an der Lehne einer orangenen Bank befestigt werden, verwandeln sich dabei in Symbole, die für Jedermann konkret erkennbar sind und eine Idee hervorrufen, wie Schutz gefunden werden kann. Eine Note steht beispielsweise dafür, dass man sich nicht allein fühlt, sobald Musik erklingt. Das Abbild eines Handys samt Notfallnummer zeigt, dass sich der digitale Helfer in der eigenen Tasche befindet. 

Hergestellt wurde die Bank von Schülerinnen und Schülern des Carl-Reuther-Berufskollegs in Hennef. Unter der Leitung von Eva Zoske planten die Lehrlinge aus den Bereichen Metall-, Holz- und Gestaltungstechnik die Konstruktion des Sitzmöbels und fertigten 16 Exemplare an. In einem weiteren Schritt tauschten sich Clasen sowie sieben Mädchen und ein Junge zwischen 13 und 20 Jahren, über eigene Erfahrungen aus, entwickelten Vorstellungen von Geborgenheit, wagten sich an die einzelnen Bilder. Die Jugendlichen werden im Zeithwerk betreut, das alle Projekte aus dem Fachbereich Jugendhilfe und Schule des Evangelischen Jugendwerks am Schulzentrum Neuenhof vereint. Auf abstrakte Ideen folgten gezeichnete Entwürfe, der Zuschnitt der Bretter, das Bemalen der Silhouetten. "Du bist nicht allein!" verkörpert das Endergebnis der Siegburger Bank, die zunächst an der Gesamtschule am Michaelsberg platziert wird, bevor sie im Frühling ihren finalen Platz in der Kreisstadt findet.

Gewalt gegen Frauen ist immer noch ein alltägliches Phänomen, das häufig bagatellisiert wird. Bereits jede dritte Frau in Deutschland hat mindestens einmal in ihrem Leben Gewalt erlebt, besonders bei Streitigkeiten in Partnerschaften werden sie häufig zum Opfer in den eigenen vier Wänden. Am heutigen Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen - in den Vereinigten Staaten auch bekannt als "Orange Day" - machen Organisationen und Frauenrechtsbewegungen weltweit darauf aufmerksam, dass Frauen und Mädchen immer noch Gewalt und Unterdrückung erleben müssen. Der Runde Tisch gegen häusliche Gewalt sowie der Arbeitskreis der Gleichstellungsbeauftragten im Rhein-Sieg-Kreis greifen die italienische Idee "La panchina rossa" ("Die rote Bank", die in Italien gegen Gewalt an Frauen mahnt) auf, platzieren eine individualisierte Bank in der Signalfarbe Orange in allen 19 Städten und Gemeinden des Rhein-Sieg-Kreises und machen so auf den Aktionstag, der sich 2021 zum 40. Mal jährt, aufmerksam. Darauf angebracht ist eine Plakette mit Adressen und Telefonnummern, bei denen Betroffene Beratung und Unterstützung erhalten. 

Nicht nur am heutigen internationalen Gedenktag, sondern an 365 Tagen im Jahr bietet das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" rund um die Uhr unter der Rufnummer 08000/116016 sowie online unter www.hilfetelefon.de anonyme und kostenlose Beratung an. Weitere Informationen, auch zu Beratungsangeboten vor Ort, gibt die städtische Gleichstellungsbeauftragte Andrea Wendt-Löffler unter 02241/102-1841 oder andrea.wendt-loeffler@siegburg.de

Kontakt

Stadtverwaltung Siegburg
Nogenter Platz 10
53721 Siegburg

+49 2241 102-0
+49 2241 102-284
rathaus@siegburg.de
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