vom 17.03.2021

Humperdinck liebte Opel und die Natur

Ausstellung sucht den Menschen hinter dem Werk

Siegburg. Humperdincks "Hänsel und Gretel" ist eine der meistgespielten Opern der Welt. Sie war und ist der größte Erfolg des im heutigen Stadtmuseum geborenen Komponisten. Aber auch die "Königskinder", die "Wallfahrt nach Kevelaar", "Heirat wider Willen", "Dornröschen", zahlreiche Klavier- und Singspiele, Orchester- und Kammermusikstücke sowie eingängige Volkslieder sind der Nachwelt erhalten und durchaus bekannt. Zahlreiche Ortswechsel, finanzielle wie berufliche Ungewissheit prägten lange sein Leben. Wie Beethoven liebte er die Natur, fand in ihr Ruhe und Inspiration. 

"Hokuspokus Hexenschuss! Humperdinck nach 100 Jahren" ist das erste Ausstellungsprojekt, das in dieser Breite das Leben, Schaffen und die Person des Komponisten darstellt. Es ist zugleich der "kulturelle Restart" nach langem Lockdown, wie Bürgermeister Stefan Rosemann hervorhebt. 

Die Ausstellung sucht den Menschen hinter dem Werk, das an der Wegscheide zwischen Romantik und Moderne, zwischen Pathos und Zwölftontechnik steht. Sie fasst Leben und Werk Humperdincks in seinen musikalischen Facetten und seinen persönlichen Lebensstationen zusammen und zeigt: Engelbert Humperdinck ist viel mehr als Hänsel und Gretel. Er ist Kind, Ehemann und Vater, Schüler und Lehrer, Musiker, Komponist und ein Mensch mit liebenswürdigen und eigenwilligen Vorlieben für guten Wein und sein geliebtes Opel-Fahrrad. Er ist ein Vertreter seiner Zeit und zugleich ein solitärer Meister der Musik, der die Konkurrenz mit scharfzüngigen Kommentaren überzieht. "Triviale Machart" - so urteilte er über Verdis "La Traviata". Anton Bruckners achte Symphonie quälte ihn mit "endloser Monstrosität". 

Die einzelnen Ausstellungsbereiche sind sehr gelungen durch einen Trickfilm miteinander verbunden. Er informiert und unterhält. Ein Begleitbuch bietet Einblicke in aktuelle Forschungsfragen und geht auch kritischen Themen nicht aus dem Weg. Es ist ab April zu einem Preis von 19,80 Euro im Buchhandel erhältlich. 

Die Ausstellung ist Teil von "Humperdinck21", einer Kooperation von Stadtmuseum und Engelbert-Humperdinck-Musikwerkstatt mit dem Stadtmuseum Bonn, dem Forum und Museum Schloss Homburg in Nümbrecht, dem Siegfriedmuseum Xanten und der Klaviermanufaktur Steingraeber in Bayreuth. 

Kommenden Sonntag geht es los. Auf eine Vor-Ort-Vernissage muss pandemiebedingt verzichtet werden, ein Eröffnungsvideo ist im Netz zu sehen. Wer ab dem 21. März "Hokuspokus Hexenschuss" im direkten Exponatkontakt erleben möchte, schreibt eine Mail an stadtmuseum@siegburg.de oder ruft an unter 02241/1027410. Besuchstermine werden auf diesem Wege gebucht.

Kontakt

Stadtverwaltung Siegburg
Nogenter Platz 10
53721 Siegburg

+49 2241 102-0
+49 2241 102-284
rathaus@siegburg.de
https://siegburg.de

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