vom 21.02.2021

Kapelle neben St. Servatius

Überaschendes Kirchturm-Duo im Merianstich

Siegburg. Die Siegburg-Ansicht des Merianstichs von 1646 birgt bei genauerer Betrachtung eine Überraschung. Vor St. Servatius, von uns mit rotem Kreis markiert, gab es in südlicher Nachbarschaft ein weiteres Gotteshaus, eine Kapelle stattlicher Größe. Überreste wurden während eingehender archäologischer Untersuchungen in den 1980er-Jahren gefunden. Grabungsleiter Manfred Rech erläuterte im Jahrbuch des Rhein-Sieg-Kreises von 1986, dass Halbsäulen und ein Kapitell aus Kalkstein ans Tageslicht befördert wurden, die zunächst auf eine Errichtung im 12. Jahrhundert hindeuteten. Alsbald stellte sich aber heraus, dass nicht wenige Funde bauliche "Zweitverwertungen" aus St. Servatius sein könnten. Rech hielt daher eine Weihe im 15. Jahrhundert für möglich. Den 1648 endenden Dreißigjährigen Krieg überlebte das Kirchlein nicht. Spannend: Am selben Platz nahm nur wenig später ein Töpfer die Arbeit auf, der Boden gab entsprechende Einbauten und "datierende Scherben" preis. Rechs Vermutung geht dahin, dass der Handwerker gemeinsam mit seinen Zunftgenossen in der Zeit des Krieges die Stadt verlassen und nach dem Friedensschluss in selbige zurückgekehrt war. Demnach wuchs sein Betrieb auf den Kapellentrümmern.

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