vom 16.09.2020

Leinpfad wird gesperrt

Einfluss des Klimawandels: Mauer ist einsturzgefährdet

Siegburg. "Einsturzgefährdet" - so lautet die Beurteilung des Sachverständigen Dirk Stelter. Gemeint ist die Mauer des Mühlengrabens zwischen Bahnhof- und Alleestraße. Beauftragt von der Stadt, kontrolliert der Ingenieur das Stützwerk seit mehreren Jahren. In den letzten Wochen stellt er vermehrt Vergrößerungen von Rissen, neue Betonabplatzungen, Verschiebung von Mauerteilen und eine weiter fortschreitende Unterspülung fest. Sein Fazit: "Die Mauer ist nicht mehr stabil, der Leinpfad nicht mehr sicher."

Aus diesem Grund hat die Stadtverwaltung entschlossen, den Leinpfad ab Donnerstag, 17. September, zu sperren. Fußgänger werden über die Ringstraße umgeleitet.

"Die Notwendigkeit der Maßnahme ergibt sich aus der Wahrscheinlichkeit, dass sich im Herbst und Winter der Wasserstand erhöht", erläutert Stelter. "Beim Niedrigwasser der letzten Wochen ließ sich die Entwicklung der für die Standsicherheit der Mauer besonders bedeutsamen Unterspülungen gut im Auge behalten. Sobald der Pegel steigt, ist die Beobachtung von zunehmenden Schäden nicht mehr möglich."

Stelter macht für die schnelle Zunahme der Schäden neben des Alters der Mauer auch die trockenen und heißen Sommer der letzten Jahre verantwortlich. Die starke Sonneneinstrahlung heizt den Beton an der Außenseite auf, während dieser im Inneren kühler bleibt. Die dadurch entstehende Spannung führt zu neuen sowie der Vergrößerung der vorhandenen Schäden. Und noch etwas: Durch die Trockenheit, die mittlerweile mehrere Meter in den Boden reicht, verliert dieser Feuchtigkeit - und damit Volumen sowie Stabilität. Letztere fehlt letztendlich auch der Mauer.

Mühlengraben mit deutlich sichtbaren Schäden in der Mauer